2. November 2025, 16:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Kaum sinken die Temperaturen, häufen sich unliebsame Begegnungen mit einem besonders hartnäckigen Eindringling: Stinkwanzen. Viele ekeln sich vor den Insekten, doch für Menschen sind sie zum Glück ungefährlich. Doch was passiert, wenn Hund oder Katze auf Stinkwanzen treffen oder diese gar verschlucken?
Warum Stinkwanzen im Herbst oft in die Wohnung kommen
Sobald es draußen kälter wird, beginnen Stinkwanzen mit der Suche nach einem geschützten Ort zur Überwinterung. In vielen Regionen Deutschlands kommt es im Herbst deshalb zu einem deutlichen Anstieg der Insekten in Innenräumen. Die Tiere bevorzugen warme und trockene Verstecke – weshalb Fensterrahmen, Dachlücken oder Rollladenkästen beliebte Eintrittsstellen sind, wie auch myHOMEBOOK erklärt.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) erklärt, dass sich inzwischen fast 1000 Wanzenarten in Deutschland finden – auch aufgrund des Klimawandels. Die zunehmend milden Winter ermöglichen es selbst mediterranen Arten, sich dauerhaft in Mitteleuropa anzusiedeln.
Besonders häufig sind laut NABU die Grüne Stinkwanze und die Graue Gartenwanze. Ab Mai legen die Weibchen ihre Eier ab – bis zu 450 Stück pro Tier. Ab Spätsommer suchen die Jungtiere dann gezielt nach geeigneten Unterschlüpfen in Gebäuden.
Keine Gefahr – aber ein strenger Geruch
Zwar lösen Stinkwanzen bei vielen Menschen Ekel aus, gefährlich sind sie jedoch nicht. Sie beißen weder, noch übertragen sie Krankheiten oder beschädigen Möbel und Vorräte. Dennoch sollte man ihre Präsenz nicht ignorieren – vor allem wegen ihres Namensgebers: „Bei Bedrohung sondern sie ein intensiv stinkendes Sekret ab.“
Sind Stinkwanzen für Haustiere gefährlich?
Für Hunde und Katzen besteht durch Stinkwanzen keine Gesundheitsgefahr. Die Insekten besitzen keinerlei Gift. Kommt es dennoch zu einem Kontakt – etwa wenn ein Hund oder eine Katze auf eine Wanze beißt – bleibt es bei einer unangenehmen Erfahrung: Das abgesonderte Sekret riecht stark und kann unangenehm schmecken.
Zwar kann das Sekret bei der Fellpflege in Augen oder Maul geraten und dort zu Reizungen führen, ernsthafte Folgen sind aber nicht zu erwarten. Auch allergische Reaktionen sind eher selten und betreffen eher empfindliche Personen als Tiere. Eine Wiederholung des Kontakts ist in der Regel unwahrscheinlich – Haustiere lernen schnell aus der unangenehmen Begegnung.
So erkennt man die Tiere
Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) zählt zu den am weitesten verbreiteten heimischen Arten. Ihre grüne Panzerfärbung macht sie im Frühling leicht erkennbar – doch im Herbst verändert sich ihr Aussehen: Dann färbt sich der Panzer braun, was eine bessere Tarnung vor Fressfeinden ermöglicht. Die Tiere werden zwischen 12 und 14 Millimeter groß und sind damit nicht immer leicht zu entdecken.
Warum Stinkwanzen im Haus ein Warnzeichen sind
Dass Stinkwanzen überhaupt ins Innere gelangen können, liegt oft an undichten Stellen an Fenstern, Türen oder im Dachbereich. Diese Schwachstellen sind nicht nur für Insekten ein Zugang – sie verursachen auch unnötige Wärmeverluste. Denn: Wo Insekten durchkommen, entweicht auch Heizwärme – mit negativen Folgen für die Energiebilanz.
Fachleute empfehlen daher, potenzielle Eintrittsstellen mit Dichtungsmasse oder geeigneten Materialien zu verschließen. So wird nicht nur das Eindringen der Tiere unterbunden, sondern auch der Energieverbrauch reduziert.
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So werden Sie Stinkwanzen wieder los
Was man auf keinen Fall tun sollte: Stinkwanzen zerdrücken oder einsaugen. Beides führt dazu, dass sich der charakteristische Geruch schnell im ganzen Raum verteilt – entweder durch den Luftauslass des Staubsaugers oder weil das Sekret auf Oberflächen zurückbleibt.
Die bessere Methode ist denkbar einfach: Ein Glas über das Tier stülpen, vorsichtig ein Papier darunter schieben und es nach draußen bringen. Alternativ eignet sich ein weicher Handfeger, um das Tier aus dem Fenster zu befördern. Ein schneller Eingriff kann entscheidend sein, denn: Eine einzige Wanze kann Hunderte von Eiern legen – und so für eine neue Generation sorgen.
Effektive Maßnahmen zur Vorbeugung
Wer Stinkwanzen dauerhaft fernhalten möchte, setzt am besten auf konsequente Prävention. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben oder mit feinmaschigen Insektenschutzgittern ausgestattet werden. Beim abendlichen Lüften ist außerdem Vorsicht geboten: Licht aus – denn Helligkeit zieht die Tiere zusätzlich an.