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Großes Maul – nichts dahinter?

So gefährlich ist der Riesenhai wirklich

Riesenhai Maul auf
Schon gewusst? Der Riesenhai ist die zweitgrößte Haifischart nach dem Walhai Foto: Getty Images
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

14. August 2026, 16:54 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Der Riesenhai ist die zweitgrößte Haiart der Welt und macht seinem Namen alle Ehre. Doch wer hinter dem gewaltigen Maul einen gefährlichen Räuber vermutet, liegt falsch. PETBOOK erklärt, was den faszinierenden Meeresbewohner so besonders macht.

So riesig wird der Riesenhai wirklich

Wer „Hai“ hört, denkt meist an scharfe Zähne und gefährliche Jäger der Meere. Umso größer ist die Überraschung, wenn plötzlich von einem Riesenhai (Cetorhinus maximus) in heimischen Gewässern die Rede ist. Allein sein Name klingt furchteinflößend. Und tatsächlich gehört er zu den größten Fischen der Welt.

Mit einer Länge von bis zu zwölf Metern kann ein ausgewachsener Riesenhai größer werden als viele Segelboote. Die meisten Tiere erreichen zwar „nur“ sechs bis acht Meter, wirken damit aber immer noch gigantisch. Auch auf der Waage bringt der Meeresriese einiges mit: Bis zu fünf Tonnen Gewicht sind möglich. Das entspricht in etwa dem Gewicht von drei Kleinwagen.

Noch größer als der Riesenhai ist nur der Walhai. Damit ist der Riesenhai der zweitgrößte Hai der Welt.

Lebt der Riesenhai in der Ostsee?

In der Ostsee ist der Gigant nur selten anzutreffen. Laut der Deutschen Stiftung Meeresschutz werden die Tiere gelegentlich im Kattegat und Skagerrak gesichtet, also in den Meeresgebieten zwischen Nord- und Ostsee.1

Riesenhaie leben generell in kühlen bis warm-gemäßigten Meeren und sind in vielen Regionen der Nordhalbkugel verbreitet. Sie kommen unter anderem vor den Küsten Großbritanniens und Norwegens, im Mittelmeer sowie vor Nordamerika und Ostasien vor. Dabei halten sie sich sowohl in Küstennähe als auch im offenen Meer auf.

Rätselhafter Fund an der dänischen Küste

Dass sich Riesenhaie gelegentlich in den Gewässern zwischen Nord- und Ostsee herumtreiben, zeigt ein aktueller Fund aus Dänemark. Dort wurde am 13. August 2026 ein knapp fünf Meter langer Riesenhai tot an die Küste gespült. Zuvor war das Tier mehrfach von Urlaubern beobachtet worden.

Bei der Untersuchung machten die Forscher eine überraschende Entdeckung: Das junge Weibchen schien bis kurz vor seinem Tod gesund gewesen zu sein. Weder Verletzungen noch Hinweise auf Nahrungsmangel konnten festgestellt werden. Warum der Meeresriese starb, ist deshalb bislang unklar. Weitere Analysen sollen Klarheit bringen.

Auch interessant: Riesenfisch bringt mehr Gewicht auf die Waage als ein Auto

Ist der Riesenhai gefährlich?

Allein die Größe seines Mauls und Körpers lässt den Riesenhai auf den ersten Blick furchteinflößend wirken. Tatsächlich ist der Meeresriese für Menschen jedoch harmlos. Darauf deutet sogar sein englischer Name hin: „Basking Shark“. Übersetzt bedeutet das so viel wie „sich sonnender Hai“. Diesen Namen verdankt er seiner Angewohnheit, häufig nahe der Wasseroberfläche unterwegs zu sein. Dort hält er sich allerdings nicht auf, um Jagd auf große Beute zu machen. Stattdessen sucht er nach etwas viel Kleinerem.

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Was fressen Riesenhaie?

Mit weit geöffnetem Maul zieht der Riesenhai dicht unter der Wasseroberfläche seine Bahnen. Dabei filtert er Plankton aus dem Wasser. Besonders kleine Krebstiere stehen auf seinem Speiseplan. Über spezielle Filterstrukturen in den Kiemen bleibt die Nahrung hängen, während das Wasser wieder ausströmt. Auf diese Weise kann der zweitgrößte Hai der Welt jede Stunde Millionen Liter Wasser durch seine Kiemen leiten. Die Filter werden regelmäßig abgestoßen und anschließend neu gebildet.2

Riesenhai
Riesenhaie schwimmen mit geöffnetem Maul an der Wasseroberfläche, um Plankton aus dem Wasser zu filtern Foto: Getty Images

Das macht den Riesenhai zu einer Besonderheit: Trotz seiner gewaltigen Größe lebt er fast ausschließlich von winzigen Organismen.

Wie alt wird der Riesenhai?

Dass Haie erstaunlich alt werden können, zeigt vor allem der Grönlandhai, der mehrere Jahrhunderte alt werden kann. So lange lebt der Riesenhai zwar nicht, dennoch erreicht auch er ein beachtliches Alter von mehr als 50 Jahren und wird damit ähnlich alt wie manche Menschen.

In dieser Zeit legt er enorme Strecken zurück. Riesenhaie gelten als echte Langstreckenwanderer und durchqueren auf ihren Reisen ganze Ozeane. Dabei wechseln sie sogar zwischen Nord- und Südhalbkugel. Während sie in gemäßigten Regionen oft nahe der Wasseroberfläche unterwegs sind, ziehen sie sich in tropischen Gewässern in kühlere Tiefen zurück. Dort tauchen die Meeresriesen teilweise mehr als 1200 Meter tief hinab. Trotz ihrer gewaltigen Größe sind sie also nicht nur ausdauernde Wanderer, sondern auch beeindruckende Tiefseetaucher.

Quellen

  1. stiftung-meeresschutz.org, „Riesenhai – zweitgrößter Fisch der Ozeane“ (aufgerufen am 14.08.2026) ↩︎
  2. wwf.de, „Riesenhai im Artenlexikon“ (aufgerufen am 14.08.2026) ↩︎

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