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Kurioser Meeresbewohner

Riesenfisch bringt mehr Gewicht auf die Waage als ein Auto

Mondfisch
Der Mondfisch gehört zu den schwersten Knochenfischen der Welt und fällt vor allem durch seine ungewöhnliche Körperform auf Foto: Getty Images
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

29. Juli 2026, 17:09 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Mit seinem scheibenförmigen Körper sieht der Mondfisch aus wie ein Wesen von einem anderen Planeten. Dabei hält der Gigant gleich mehrere Rekorde: Er gehört zu den schwersten Knochenfischen der Welt, taucht hunderte Meter tief und kann Millionen Eier auf einmal legen. PETBOOK zeigt die spannenden Fakten rund um den gigantischen Meeresbewohner und warum er es trotz seiner Größe nicht immer leicht hat.

Was den Mondfisch so besonders macht

Mit seinem scheibenförmigen Körper und seinem enormen Gewicht gehört der Mondfisch zu den ungewöhnlichsten Bewohnern der Weltmeere. Doch nicht nur sein Aussehen macht ihn einzigartig. Der Meeresfisch hält mehrere Rekorde, taucht hunderte Meter tief und überrascht mit Eigenschaften, die selbst viele Tierfreunde nicht kennen.

1. Er ist der schwerste Knochenfisch der Welt

Mondfische (Mola mola) zählen zu den größten und schwersten Knochenfischen überhaupt. Der Knochenfisch kann weitaus mehr als eine Tonne wiegen. Den aktuellen Gewichtsrekord hält allerdings ein Verwandter: Ein Mola alexandrini, der vor den Azoren entdeckt wurde, brachte unglaubliche 2.744 Kilogramm auf die Waage, PETBOOK berichtete. Damit wog der Fisch mehr als so manches Auto.1

Wer einem Mondfisch allerdings beim Tauchen begegnen sollte, muss keine Angst haben. Die Tiere gelten als neugierig und nähern sich mitunter sogar Menschen. Gefährlich sind sie allerdings nicht.

2. Warum es der Mondfisch nicht leicht hat

Zu ihren natürlichen Fressfeinden zählen vor allem Orcas und große Haie. Wie raffiniert Schwertwale bei der Jagd vorgehen, zeigte erst kürzlich eine wissenschaftliche Beobachtung: Forschende dokumentierten erstmals, wie mehrere Orcas zusammenarbeiteten, um einen Mondfisch gezielt in Tausende kleine Stücke zu zerlegen.

Damit aber nicht genug. Auf Fotos wirken Mondfische häufig, als seien ihnen Stücke aus den Flossen gerissen worden. Tatsächlich tragen viele Tiere deutliche Bissspuren. Vor allem Seelöwen, Orcas und größere Haie greifen Mondfische gelegentlich an und beißen ihnen Teile der Rücken- oder Afterflosse ab. Nicht jeder Angriff endet jedoch tödlich. Aufgrund ihrer Größe überleben erwachsene Mondfische viele solcher Verletzungen.2

Ein verletzter Mondfisch schwimmt durch das Meer
Ein verletzter Mondfisch schwimmt durch das Meer Foto: Getty Images/AlexGoldblum

3. Seine Körperform gibt Forschern bis heute Rätsel auf

Auf den ersten Blick wirkt ein Mondfisch fast unvollständig. Sein Körper ist stark abgeflacht, eine klassische Schwanzflosse fehlt. Stattdessen endet er in einem besonderen Hautlappen. Wegen ihres ungewöhnlichen Aussehens werden Mondfische manchmal sogar als „schwimmende Köpfe“ bezeichnet.

Auch wenn Mondfische oft an der Wasseroberfläche treiben, verbringen sie einen Teil ihres Lebens in großen Tiefen. Dort gehen sie auf Nahrungssuche. Wissenschaftler konnten bereits Tauchgänge von mehr als 600 Metern dokumentieren.

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4. Quallen sind seine Leibspeise

Mondfische ernähren sich hauptsächlich von Quallen. Da sie keine normalen Zähne besitzen, müssen sie größere Beute auf besondere Weise zerkleinern: Sie saugen Quallen wiederholt ein und spucken sie erneut aus, bis kleinere Stücke entstehen, die sie verschlucken können.

Nach Aufenthalten in den kalten Tiefen treiben Mondfische häufig seitlich an der Wasseroberfläche. Dort wärmen sie ihren Körper wieder auf. Dieses Verhalten brachte ihnen im Englischen sogar den Namen „Sunfish“ ein, also Sonnenfisch.

5. Kaum ein Fisch beherbergt so viele Parasiten

Mondfische sind beliebte Wirte für Parasiten. An den Tieren wurden bereits rund 40 verschiedene Arten nachgewiesen. Das nutzen Möwen und andere Seevögel aus: Sie picken die Parasiten von den an der Oberfläche liegenden Fischen ab und verschaffen ihnen damit eine kostenlose Reinigung.

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6. Ein Weibchen legt bis zu 300 Millionen Eier

Wenn es um Nachwuchs geht, kennt der Mondfisch keine Konkurrenz. Weibchen können bis zu 300 Millionen Eier auf einmal ablaichen. Damit zählt die Art zu den fruchtbarsten Wirbeltieren der Erde.

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7. Mondfische verirren sich bis in die Ostsee

Eigentlich lebt der Mondfisch in tropischen und subtropischen Meeren. Doch gelegentlich verschlägt es ihn aber auch in unsere Ostsee. Möglich machen das starke Salzwasser-Einströme aus der Nordsee, durch die die trägen Schwimmer aus dem Kattegat in die westliche Ostsee gelangen können. So wurden 2015 gleich zwei junge Mondfische entdeckt: Einer landete als Beifang in einem Schleppnetz in der Mecklenburger Bucht, ein weiterer wurde am Rostocker Strand gefunden.3

Für die ungewöhnlichen Besucher sind die Bedingungen dort jedoch nur kurzfristig geeignet. Der verringerte Salzgehalt, niedrige Temperaturen und fehlende Nahrung erschweren ihr Überleben.

Ein Gigant, der Schutz braucht

Der Mondfisch gehört zu den außergewöhnlichsten Bewohnern der Ozeane. Sein enormes Gewicht, die ungewöhnliche Körperform und seine spektakulären Rekorde machen ihn zu einer echten Besonderheit. Doch trotz seiner Größe ist der Meeresriese verletzlich: Fischernetze, Plastikmüll und andere menschliche Einflüsse setzen den Tieren zunehmend zu. Vor allem Plastiktüten werden ihnen häufig zum Verhängnis, weil sie diese mit Quallen verwechseln. Weltweit gelten Mondfische deshalb als gefährdet. Wer den faszinierenden Riesen auch in Zukunft in den Meeren wissen möchte, sollte sich für saubere Ozeane und den Schutz mariner Lebensräume einsetzen

Quellen

  1. stiftung-meeresschutz.org, „Mondfische“ (aufgerufen am 29.07.2026) ↩︎
  2. ScienceWorld, „Chomped!“, (aufgerufen am 29.07.2026) ↩︎
  3. Thünen, „Mondfische in der Ostsee: Anzeiger für einströmendes Nordseewasser“, (aufgerufen 29.07.2026) ↩︎

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