10. Oktober 2025, 10:47 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ihr majestätisches Aussehen und ihre Größe sprechen eigentlich dafür, dass Orcas Wale sind. Biologisch gesehen handelt es sich aber um Delfine. Warum dies jedoch kein Widerspruch ist und was sich genau hinter der Verwandschaft von Walen und Delfinen verbirgt, erklärt PETBOOK-Redakteurin und Biologin Saskia Schneider.
Viele der älteren Generation haben bei Orcas das Bild der großen, schwarz weißen und sozialen Meeresbewohner à la „Free Willy“ im Kopf. Männliche Tiere können bis zu 10 Meter lang werden – wobei ihre Rückenflossen eine Länge von bis zu 1,80 Meter erreichen können. Da liegt es doch nahe zu vermuten, dass Orcas Wale sind. Schließlich werden sie auch Schwertwale genannt. Was viele jedoch nicht wissen: biologisch gesehen gehören sie zu einer Gruppe, die man eher mit verspielten, kleineren Meeresbewohnern in Verbindung bringt: den Delfinen.
Übersicht
Warum Orcas eigentlich Delfine sind
Anders als viele vielleicht denken, werden Orcas den Delfinen (Delphinidae) zugeordnet. Sie sind mit fast 40 Arten die vielfältigste und größte Familie der Wale. Wir verbinden mit dem Begriff meist einen mittelgroßen, grauen und intelligenten Wasserbewohner. Typisch für die Meeressäuger ist die große, gewölbte Stirn. Hinter ihr befindet sich die sogenannte Melone, ein rundes Organ, das bei der Echo-Ortung eine Rolle spielt. Dies besitzen jedoch alle Zahnwale.
Die Merkmale, die Delfine von anderen Walen unterscheiden, sind:
- eine Verschmelzung der ersten beiden Halswirbel,
- eine geringere Anzahl von Rippen,
- eine Fusion der beiden Unterkieferhälften auf höchstens einem Drittel der Kieferlänge
- und stumpfe Zähne
Alle diese Merkmale zeigen auch Orcas in ihrem Knochenbau. Dieser ist von Außen jedoch nicht sichtbar. Kein Wunder also, dass man Schwertwale optisch nicht unbedingt den Delfinen zuordnen würde. Tatsächlich stechen sie allein schon durch ihre Größe aus der Familie heraus: Während die meisten Vertreter zwischen eineinhalb und vier Meter lang sind, erreichen Orcas als Riesen unter den Delfinen acht Meter Länge. 1
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Was unterscheidet Orcas von anderen Delfinen?
Neben ihrer Größe unterscheiden sich die Schwertwale vor allem durch ihre schwarz-weiße Färbung von anderen Delfinen. In der Regel ist der Rücken schwarz, während der Bauch und ein Fleck hinter jedem Auge weiß abgesetzt sind.
Auch im Knochenbau finden sich Unterschiede – vor allem im Schädel. Diese hängen vor allem mit der Ernährung der Schwertwale zusammen. Während sich viele Vertreter der Delfine von Fischen ernähren, sind Schwertwale in der Lage, auch größere Beutetiere wie Robben zu töten. Dafür benötigen sie ein starkes Gebiss.
So sind insbesondere die Oberkieferknochen von Schwertwalen breiter und kräftiger als bei anderen Delfinen. Zudem haben Orcas ein für Delfine gut entwickeltes Schläfenfenster, welches Ansatz für eine starke Kaumuskulatur bietet.
Alle Delfine sind auch Wale
Die Wale sind eine Ordnung der Säugetiere, die Cetacea genannt wird. Sie umfasst etwa 90 Arten, die ausschließlich im Wasser leben. Dabei unterscheidet man zwei Unterordnungen:
- Bartenwale (Mysticeti): Diese Meeressäuger sind sogenannte Filtrierer und ernähren sich hauptsächlich von Plankton. Zu Ihnen gehören etwa Blauwale oder Buckelwale.
- Zahnwale (Odontoceti): Diese Vertreter haben Zähne im Maul und leben räuberisch. Zu ihnen gehört auch die Familie der Delfine.
Das bedeutet also: Alle Delfine sind auch Wale, aber nicht alle Wale sind Delfine. 2