5. Juni 2026, 6:09 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Von der Schnecke bis zum Faultier gibt es zahlreiche Tiere, die für ihre außergewöhnlich langsame Fortbewegung bekannt sind. Eine Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena ergab, dass sich besonders große Tiere meist langsamer bewegen, um eine Überhitzung zu vermeiden. Dennoch führen auch einige sehr kleine Tierarten keineswegs ein Leben auf der Überholspur. PETBOOK stellt die neun langsamsten Tiere der Welt vor und zeigt, dass Entschleunigung sowohl an Land als auch im Wasser vorkommt.
1. Seeanemone (Actiniaria)
Sie zählt zur Klasse der Blumentiere, lebt auf dem Meeresgrund und ist langsamer als eine Schnecke. Die Seeanemone gehört zu den halb-sessilen Tieren. Während ein sessiles Tier gar nicht in der Lage ist, sich zu bewegen und den Ort nicht wechselt (wie zum Beispiel Miesmuscheln, Schwämme und Korallen), wandert die Seeanemone umher. Obwohl sie zwar fähig ist, sehr langsam den Ort zu wechseln, macht sie das nur selten. In der Regel wartet sie lieber darauf, dass ihre Nahrung in Form eines Fisches oder Krebses vorbeikommt. Das ist für sie effektiver als sich mit nur einen Zentimeter in der Stunde auf ihrer Fußscheibe fortzubewegen.
2. Bananenschnecke (Ariolimax)
Die in Nordamerika verbreitete Bananenschnecke ist eine Gattung von landbewohnenden großen Nacktschnecken und gehört zu den langsamsten Tieren der Welt. Ihren Namen erhielt das Weichtier aufgrund ihrer oft gelben Färbung mit braunen Flecken. Einige Exemplare sind jedoch auch grünlich bis bräunlich.
Je nach Art können sie ausgestreckt bis zu 25 Zentimeter lang werden. Der Fuß der Schnecke, die Abflachung des Körpers auf der Bauchseite, wird mithilfe des produzierten Schleims verschoben. So bewegt sie sich rund 10 Zentimeter pro Stunde fort. Auf Partnersuche muss sie zum Glück nicht zwingend gehen, sie ist zwar ein Hermaphrodit, kann sich aber auch selbst befruchten.
3. Seestern (Asteroidea)
Ein weiterer im Wasser lebender Bummler ist der Seestern. Beim Tauchen sieht man ihn meist auf Korallen oder Steinen sitzend, er wandert aber tatsächlich mit seinen kleinen Füßen umher. Dazu heftet er sich an der gewünschten Stelle fest und zieht den Körper hinterher. Durchschnittlich legt er einen Zentimeter pro Minute zurück, kann aber auch zu Höchstgeschwindigkeiten von fünf bis acht Zentimetern pro Minute aufdrehen.
4. Seepferdchen (Hippocampus)
Diese kleinen Meeresbewohner sind ebenfalls sehr langsam und schwimmen mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,016 km/h. Dazu benutzt das Seepferdchen, das sich vertikal fortbewegt, die Rücken und die Brustflossen. Eine Schwanzflosse besitzt es nicht. Mit dem Schwanz wickelt er sich zur Verankerung an Seegras, aber auch an Artgenossen.
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5. Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum)
Diese Schnirkelschnecke bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,048 km/h durch den Mittelmeerraum und qualifiziert sich dafür für die langsamsten Tiere der Welt. Beim Liebesspiel presst sie ihren Fuß, auf dem sie sonst langsam gleitet, auf den Fuß des Gegenübers. Auch sie ist ein Zwitter und besitzt sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. In England wird sie gerne als Heimtier gehalten.
6. Dreifinger-Faultier (Bradypus)
Die Tiere, die in Mittel- und Südamerika vorkommen, bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,24 km/h, das sind ca. vier Meter pro Minute. So hangeln sich Faultiere mit ihren langen Armen und den hakenförmigen, scharfen Krallen wie Traumwandler durch die Baumkronen. Am Boden sind sie noch langsamer und schaffen gerade 2,4 Meter pro Minute. Von dem „Stress“ erholen sie sich, indem sie ca. 16 Stunden am Tag schlafen.
Wie Forscher 2026 herausfanden, könnte ihr extrem langsamer Lebensstil mit speziellen „springenden Genen“ zusammenhängen, die seit rund 30 Millionen Jahren den außergewöhnlich niedrigen Stoffwechsel der Faultiere beeinflussen.1
7. Galapagos-Riesenschildkröte (Chelonoidis niger)
Diese Riesenschildkröten bewegen sich mit ihrem schweren Panzer mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,3 km/h über die Inseln. Der letzte Vertreter der Art C. Abingdonii, „Lonesome George“, starb mit 100 Jahren im Galapagos-Nationalpark, nachdem kein Weibchen dieser Art mehr gefunden werden konnte.
Die kleinere Verwandte die Gopherschildkröte ist mit 0,21 bis 0,48 km/h manchmal sogar noch langsamer.
8. Rundschwanzseekuh (Trichechus)
Auch als Manatis bekannt, dümpeln die schweren Tiere (500 kg) mit einer Geschwindigkeit von etwa 3 bis 5 km/h im Wasser. Sie benutzen dazu ihre Fluke (Schwanzflosse) und mit ihren Vordergliedmaßen steuern sie. Sie leben sowohl in Salz- als auch in Süßwasser in Mangrovengebieten und Lagunen. Seekühe leben sehr entspannt: Nach einer bis zu achtstündigen Fressphase folgt eine zehnstündige Ruhephase.
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9. Langsame Plumploris (Nycticebus coucang)
Eigentlich könnte er – wenn er wollte. Damit ist die Schnelligkeit in der Bewegung des Plumploris gemeint. Der Feuchtnasenaffe ist auch unter dem Begriff „Langsamer Loris“ bekannt. Doch etwa nicht, weil er sich wie das Faultier nur sehr langsam bewegt, sondern teilweise gar nicht, und wenn, dann auch nur in Zeitlupe. Um bei möglichen Fressfeinden nicht aufzufallen, bewegen sich die Plumploris in den Baumwipfeln der Regenwälder Südostasiens schleichend. Wenn allerdings Gefahr im Verzug ist, können die kleinen Tiere auch schnell die Flucht ergreifen.2
Eine weitere Besonderheit: Plumploris gehören zu den wenigen giftigen Säugetieren. Dennoch sind sie in vielen Ländern beliebte Haustiere. Warum das nicht nur gefährlich, sondern auch kritisch ist, erklärt PETBOOK in dem Artikel „Für den Heimtiermarkt gefangen und verstümmelt – das grausame Schicksal der Plumploris “.
Fazit
Langsamkeit hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern ist bei den meisten Tierarten nur ein cleveres Energiesparkonzept. So kann das Faultier auch von Blättern, die wenig Nährstoffe liefern, überleben. Auch der Koala, der nur Eukalyptusblätter frisst, lebt im Sparmodus und verschläft rund 20 Stunden am Tag.345