24. September 2026, 16:59 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sie sieht aus wie eine Riesenspinne unter Wasser, trägt den Spitznamen „Crabzilla“ und hat eine Spannweite von fast vier Metern. PETBOOK erklärt, wie die Japanische Riesenkrabbe lebt und welchen ungewöhnlichen Tarntrick sie als Jungtier nutzt.
Warum die Japanische Riesenkrabbe wie eine Spinne aussieht
Tatsächlich gehört das Meerestier zu den sogenannten Spinnenkrabben. Diese Tiergruppe zeichnet sich durch besonders lange Beine aus und wird deshalb teilweise auch als Seespinnen oder Meerspinnen bezeichnet. Auch der englische Name der Japanischen Riesenkrabbe, „japanese spider crab“, nimmt auf dieses charakteristische Merkmal Bezug. Mit ihrer auffälligen Erscheinung hat die Art zudem den Spitznamen „Crabzilla“ erhalten – eine Anspielung auf das berühmte japanische Filmmonster Godzilla.
Wissenschaftlich heißt sie Macrocheira kaempferi. Nach aktueller Forschung unterscheidet sie sich so stark von anderen Spinnenkrabben, dass sie sogar einer eigenen Familie, den Macrocheiridae, zugeordnet wird.1
Wie groß die größte Krabbe der Welt wirklich wird
Die Japanische Riesenkrabbe macht ihrem Namen alle Ehre. Sie gilt als die größte lebende Krebsart der Welt. Von der Spitze eines Beins bis zur anderen kann ihre Spannweite bis zu 3,7 Meter betragen. Damit sind ihre Beine länger, als manche Menschen groß sind.2
Auch interessant: Wissen Sie, was der Unterschied zwischen Krebs und Krabbe ist?
Trotz dieser beeindruckenden Maße wirkt der eigentliche Körper überraschend klein. Der Panzer erreicht eine Breite von rund 40 Zentimetern, während die langen, schlanken Beine den Großteil der Spannweite ausmachen. Genau dieser ungewöhnliche Körperbau trägt dazu bei, dass die Tiere auf viele Menschen so fremdartig wirken.
Dabei beginnt das Leben der Giganten erstaunlich unspektakulär: Ein Weibchen kann je Paarung mehr als eine Million Eier legen. Aus ihnen schlüpfen winzige Larven, von denen jedoch nur ein Bruchteil bis zum Erwachsenenalter überlebt. Wer es schafft, kann dafür mehrere Jahrzehnte alt werden. Manche Quellen gehen sogar davon aus, dass die Tiere ein Alter von über 100 Jahren erreichen können.
Wo der Tiefsee-Riese lebt
Die Japanische Riesenkrabbe lebt dort, wo sich nur die wenigsten Menschen hin verirren: in den Tiefen des Pazifiks vor Japan und teilweise auch vor Taiwan. Die meiste Zeit verbringt sie in Tiefen von bis zu 300 bis 400 Metern. Dort unten ist das Wasser kühl, das Licht knapp und die Welt deutlich ruhiger als in Küstennähe.3
Während ausgewachsene Tiere meist in diesen Tiefen anzutreffen sind, halten sich Jungtiere häufiger in etwas flacheren Gewässern auf. Auch zur Fortpflanzungszeit zieht es die Krabben näher an die Oberfläche, bevor sie wieder in die Tiefsee zurückkehren.
An ihren Lebensraum sind die Tiere bestens angepasst. Ihr orange-weiß gefleckter Panzer hilft ihnen dabei, zwischen Felsen und anderen Strukturen am Meeresgrund nicht sofort aufzufallen.
Warum der „Penisfisch“ gar kein Fisch ist
Das sind die 8 gruseligsten Tiefseefische
Wovon sich die Japanische Riesenkrabbe ernährt
Wer bei einer fast vier Meter breiten Krabbe an einen gefürchteten Räuber denkt, liegt daneben. Die Japanische Riesenkrabbe nutzt ihre langen Beine vor allem, um den Meeresboden nach Fressbarem abzusuchen.
Besonders häufig stehen abgestorbene Tiere und Pflanzenreste auf ihrem Speiseplan. Die Tiefsee-Bewohnerin sammelt zudem Weichtiere, Algen und andere organische Nahrung auf. Aktive Jagdausflüge unternimmt sie dagegen eher selten.
Damit übernimmt die Art eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Indem sie Aas und andere Überreste verwertet, trägt sie dazu bei, den Meeresboden von organischem Material zu befreien. Der beeindruckende Tiefsee-Gigant ist also weniger Jäger als vielmehr eine Art natürlicher „Reinigungstrupp“ des Ozeans.
Auch interessant: Das sind die 8 gruseligsten Tiefseefische
Als Jungtier tarnt sich die Riesenkrabbe mit Schwämmen
Bevor die Japanische Riesenkrabbe zu einem der größten Gliederfüßer der Welt heranwächst, muss sie sich zunächst gegen zahlreiche Gefahren behaupten. Junge Tiere setzen deshalb auf eine ungewöhnliche Tarnstrategie: Sie bedecken ihren Panzer mit Schwämmen, Algen oder anderen Organismen vom Meeresboden. Dadurch gehen sie besser in ihrer Umgebung auf und werden von Fressfeinden schwerer entdeckt.
Dieses Verhalten ist typisch für sogenannte Dekorateur-Krabben. Die Tiere nutzen Materialien aus ihrem Lebensraum gewissermaßen als Tarnkleidung und passen ihr Aussehen an ihre Umgebung an.
Mit zunehmendem Alter wird diese Tarnung allerdings überflüssig. Aus den kleinen Krabben entwickeln sich gewaltige Tiefseebewohner, die nur noch wenige natürliche Feinde fürchten müssen. Forschende vermuten, dass ihre beeindruckende Größe dafür sorgt, dass sie deutlich seltener zur Beute von Räubern werden.