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Nützliche Mitbewohner

Darum sollten Sie die nächste Hausspinne lieber nicht töten

Eine Spinne in einem Glas gefangen
Spinnen sollten nicht einfach getötet werden. Aufgrund ihrer Ernährung sind sie äußerst nützliche Mitbewohner für uns Foto: Getty Images
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9. Juni 2026, 17:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Viele Menschen reagieren erschrocken, wenn plötzlich eine Spinne an der Wand vorbeiläuft oder in der Badewanne sitzt. Häufig wird sie dann sofort eingefangen, eingesaugt oder getötet. Dabei sind Hausspinnen in der Regel harmlose und sogar äußerst nützliche Mitbewohner. Denn was Spinnen fressen, ist für Menschen oft von Vorteil. Immerhin stehen auf ihrem Speiseplan andere kleine Tiere, die man meist noch weniger gern in der Wohnung hat.

Was fressen Spinnen?

Spinnen ernähren sich vor allem von tierischer Beute. Auf ihrem Speiseplan stehen überwiegend Insekten und andere wirbellose Tiere. Dazu zählen je nach Art etwa Fliegen, Mücken, Motten, Blattläuse, Trauermücken, Weiße Fliegen, Silberfischchen oder auch andere Spinnen. Auf ihre Beute geben sie Verdauungssaft, wodurch sie vorverdaut und verflüssigt wird. Anschließend saugt die Spinne die Nahrung auf.1

Manche Arten fangen ihre Beute in Netzen, andere lauern gut getarnt auf Blüten oder jagen aktiv am Boden und auf Pflanzen. Spinnen sind also nicht alle gleich: Netzspinnen, Krabbenspinnen oder Springspinnen nutzen unterschiedliche Strategien, um an Nahrung zu kommen.

Sollte man Hausspinnen töten?

Gerade in Wohnungen und Häusern übernehmen Spinnen aufgrund ihrer Ernährung eine Aufgabe, die viele unterschätzen: Sie fangen andere Tiere, die für Menschen deutlich lästiger sein können. Die Große Winkelspinne, die häufig einfach Hausspinne genannt wird, erbeutet zum Beispiel Mücken, Silberfischchen und Mehlmotten. Auch andere in Gebäuden vorkommende Arten wie die Große Zitterspinne fangen Insekten in ihren Netzen.

Genau deshalb rät auch das Umweltbundesamt davon ab, Spinnen im Haus zu bekämpfen und zu töten. Die Tiere übertragen keine Krankheiten, verursachen keine Schäden an Gebäuden und gelten in Deutschland überwiegend als ungefährlich. Stattdessen helfen sie, die Zahl kleiner Insekten im Haus zu reduzieren.

Wer aber eine Spinne nicht in der Wohnung haben möchte, sollte sie möglichst schonend umsiedeln. Mit einem Glas und einem Stück Papier lässt sie sich leicht einfangen und an einen anderen Ort bringen.

Auch interessant: So alt können Spinnen im Haus werden

Spinnen fressen weltweit enorme Mengen an Beute

Wie wichtig Spinnen als Jäger sind, zeigen Schätzungen der Wissenschaftler Martin Nyffeler von der Universität Basel und Klaus Birkhofer von der Universität Gießen. Sie berechneten, dass Spinnen weltweit jährlich rund 400 bis 800 Millionen Tonnen Beute verzehren. Zum Vergleich: Der Fleisch- und Fischkonsum des Menschen liegt in einer ähnlichen Größenordnung.2

Besonders viel Beute wird in Wäldern, Graslandschaften und Savannen gefressen. Dort leisten Spinnen einen wichtigen Beitrag zur Kontrolle von Insektenpopulationen. Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Hausspinne in der Wohnung riesige Mengen an Insekten frisst. Es zeigt aber, welche Bedeutung Spinnen insgesamt für ökologische Gleichgewichte haben.

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Welche Spinnen kommen häufig im Haus vor?

In Gebäuden begegnen Menschen besonders häufig der Großen Winkelspinne. Sie ist dunkel, langbeinig und wird deshalb oft als unangenehm empfunden. Besonders im Herbst fallen die Männchen auf, weil sie auf Partnersuche umherlaufen und dabei gelegentlich in Badewannen oder Waschbecken landen.3

Ebenfalls häufig ist die Große Zitterspinne. Sie baut unregelmäßige Netze, oft an Zimmerdecken, in Kellern, Garagen oder Badezimmern. Wird sie gestört, beginnt sie stark zu zittern – daher ihr Name.

Auch Weberknechte kommen gelegentlich in Gebäude, gehören aber nicht zu den Webspinnen. Umgangssprachlich werden sie oft mit Spinnen verwechselt, biologisch bilden sie jedoch eine eigene Ordnung innerhalb der Spinnentiere.

In den vergangenen Jahren wurde außerdem die Nosferatu-Spinne häufiger in Deutschland gemeldet. Sie kann mit ihren Mundwerkzeugen menschliche Haut durchdringen, beißt aber nur selten und meist nur bei direkter Bedrohung. Ihr Gift gilt für Menschen nicht als gefährlich, können allerdings zu ähnlichen Reizung wie bei einem Wespenstich führen.

Sind Spinnen gefährlich?

Die meisten Spinnen in Deutschland sind für Menschen ungefährlich. Sie sind nicht aggressiv und versuchen normalerweise, zu fliehen oder sich totzustellen, wenn sie sich bedroht fühlen. Bisse sind selten.

Nur wenige Arten, darunter Dornfinger-Arten oder die Nosferatu-Spinne, können menschliche Haut überhaupt durchdringen. Selbst dann sind schwere Giftwirkungen bei den in Deutschland vorkommenden Arten nicht zu erwarten.

Wichtig ist: Das gilt für wild lebende Hausspinnen in Deutschland. Bei exotischen Spinnen als Haustier kann die Einschätzung anders aussehen. Wer Vogelspinnen oder andere Terrarien-Spinnen hält, sollte sich immer genau über Art, Haltung, Fütterung, Giftwirkung und sichere Handhabung informieren.

Quellen

  1. Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland e.V., „Spinnen: Unterschätzte Jäger im Blühstreifen“, (aufgerufen am 09.06.2026) ↩︎
  2. Naturkundemuseum Karlsruhe, „Spinnen konsumieren weltweit mehr Fleisch als Menschen“, (aufgerufen am 09.06.2026) ↩︎
  3. Utopia.de, „Kein Grund zur Panik: Darum solltest du Spinnen nicht töten“, (aufgerufen am 09.06.2026) ↩︎

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