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Tierische Redewendung

Warum sagt man fuchsteufelswild?

Füchse toben miteinander.
„Der ist aber wieder fuchsteufelswild!“ – jeder weiß, was man meint, aber was steckt eigentlich dahinter? Foto: Getty Images
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Werkstudentin

30. Oktober 2025, 5:51 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Bestimmt kennen Sie das Wort „fuchsteufelswild“– vielleicht benutzen Sie es sogar ganz selbstverständlich, ohne je über seine merkwürdige Zusammensetzung nachgedacht zu haben. Aber woher kommt dieses skurrile Wort eigentlich? PETBOOK taucht in die Sprachgeschichte ein.

Fast jedes Wort trägt eine Geschichte in sich – manchmal führt sie ins Mittelalter, manchmal in die Gegenwart. Manche Redewendungen entspringen alten Fabeln oder Märchen, andere beschreiben ganz schlicht, was man sieht, und wieder andere haben ihren Ursprung im Lateinischen.

Wie ist das bei „fuchsteufelswild? Hier lässt sich schwer ein lateinisches Verb erkennen oder eine andere sprachliche Ableitung. Es hört sich beinahe eher nach einer wahllosen Aneinanderreihung von Wörtern an. Doch hinter der kuriosen Wortkombination steckt mehr, als man auf den ersten Blick denkt.

Es war einmal ein Fuchs

Aus dem Deutschunterricht kennen wir ihn alle: den listigen Fuchs. In zahlreichen Fabeln taucht er als schlaues, durchtriebenes und egoistisches Wesen auf. Und nicht erst seit gestern – Füchse tauchen schon in der Antike als Fabelwesen auf, zum Beispiel bei Äsop. Auch im Mittelalter erzählte man sich schon von dem hinterlistigen Fuchs – im 18. Jahrhundert griff sogar Goethe eine alte mitteralterliche Chronik „Reinicke Fuchs“ auf.

Der Fuchs war in der Literatur stets ein Symbol für List und Schlauheit – doch diese Eigenschaften wurden im Lauf der Jahrhunderte auch dunkler gedeutet. Für einige war der Fuchs nämlich nicht einfach nur ein wenig listig und schlau, sondern durch diese Eigenschaften eine blanke Verkörperung des Bösen.

Vor allem im Christentum verknüpfte man den Fuchs mit dem Teufel. Einerseits wegen seiner negativen, durchtriebenen Eigenschaft. Andererseits wegen seiner roten Fellfarbe. Der Begriff „fuchswild“ tauchte erstmals im 16. Jahrhundert in der deutschen Sprache auf. Wenig später, im 18. Jahrhundert, erweiterte sich der Begriff zu „fuchsteufelswild“. 1,2

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Steckt hinter „fuchsteufelswild“ die Tollwut?

Was heißt „fuchsteufelswild“ eigentlich? Man verwendet das Wort, wenn man jemanden als sehr wütend oder zerstörerisch beschreiben möchte. Früher assoziierten die Menschen damit Wut, die vom Teufel angetrieben wurde.

Aber vielleicht steckt da auch etwas anderes dahinter? Der Rotfuchs ist einer der Hauptüberträger von Tollwut im europäischen Raum. Früher war diese Krankheit weitaus verbreiteter als heute. Eines der typischsten Symptome im Krankheitsverlauf sind starke Krampf- und Muskelanfälle. Als man noch nicht so viel über die Krankheit wusste, bezeichnete man das als eine Art Wutanfall. 3

Vom listigen Tier zur Redewendung

Der Ausdruck „fuchsteufelswild“ vereint die alten Vorstellungen vom listigen, manchmal teuflischen Fuchs mit der Wut, die als dämonisch galt – und vielleicht sogar mit der Tollwut, die das Tier in Rage versetzte.

Heute steht das Wort schlicht für große Aufregung oder Zorn. Es zeigt auch, wie tief alte Mythen in unserer Sprache weiterleben – und wie viel Geschichte manchmal in einem einzigen Wort steckt.

Quellen

  1. waldwissen.net, „Die Bedeutung der Raubtiere in der Mythologie“ (aufgerufen am 30.10.2025) ↩︎
  2. dwds.de, „Fuchs“ (aufgerufen am 30.10.2025) ↩︎
  3. rki.de, „Tollwut“ (aufgerufen am 30.10.2025) ↩︎

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