30. September 2026, 17:06 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Er hat es geschafft und hat sich gegen 16 andere bärenstarke Teilnehmer durchgesetzt: Bär Nummer 89, auch bekannt als „Backpack“. In Alaska wird bei der Fat Bear Week jährlich zwischen Ende September und Anfang Oktober der Bär gewählt, der sich am meisten Winterspeck angefressen hat. PETBOOK berichtet, was die Fat Bear Week ausmacht und stellt den diesjährigen Gewinner vor.
Was ist die Fat Bear Week überhaupt?
Die Fat Bear Week findet jedes Jahr im Katmai-Nationalpark in Alaska statt und feiert die Braunbären am Brooks River, die sich im Spätsommer und Herbst besonders erfolgreich Fettreserven für den Winterschlaf angefressen haben. Organisiert wird der Wettbewerb vom National Park Service, der Organisation Explore.org und der Katmai Conservancy. Im K.-o.-System treten die Bären dabei paarweise gegeneinander an. Verglichen werden Fotos der Tiere vom Frühsommer bis Herbst. Nur wer die beeindruckendste Verwandlung hingelegt hat, kommt eine Runde weiter. 1,2
2026 war die Fat Bear Week größer als je zuvor. Statt der üblichen zwölf traten diesmal 16 Bären gegeneinander an, da Parkmitarbeiter so viele Jungtiere wie lange nicht mehr im Park verzeichneten. Der Andrang der Fans war dabei so groß, dass die Abstimmungs-Website in der Startphase zeitweise überlastet war und die erste Runde deshalb verlängert werden musste. Insgesamt gaben Bärenfans in dieser Saison rund 2,5 Millionen Stimmen ab.3,4
Der Gewinner: Bär 89 „Backpack“
Backpack setzte sich im Finale mit 103.344 zu 98.253 Stimmen gegen die Bärin 910 durch. Das ist ein Vorsprung von nur rund 5.000 Stimmen bei mehr als 200.000 Votes! Damit löst er den Vorjahressieger, Bär 32 „Chunk“, als Champion ab, der bereits in der ersten diesjährigen Runde gegen Bär 164 ausgeschieden war.
Seinen Spitznamen verdankt Backpack, der heute rund 20 Jahre alte Bär, einer Angewohnheit aus seiner Jugend. Als Jungtier ritt er gerne auf dem Rücken seiner Mutter Holly durch den Brooks River – daher „Backpack“. Holly wiederum ist selbst eine Katmai-Legende und gewann die Fat Bear Week bereits 2019.
Als Jährling erlitt Backpack 2007 eine schwere Beinverletzung, die ihn kaum noch laufen ließ. Parkranger befürchteten damals, er könnte die Saison nicht überleben. Auch viele Fans der Bärenkameras baten die Parkverwaltung um ein Eingreifen. Die Verantwortlichen entschieden sich jedoch bewusst dagegen, denn ein Eingriff hätte das Jungtier möglicherweise von seiner Mutter getrennt und aus der Wildnis entfernt. Ganz ohne menschliche Hilfe erholte sich Backpack an der Seite seiner Mutter und wuchs zu einem der markantesten Bären des Parks heran. Heute wiegt er laut Schätzungen der Parkverwaltung zwischen 450 und 545 Kilogramm.5,6,7
Nach Einschätzung der Parkverwaltung zeichnet sich Backpack zudem durch eine „stille Zähigkeit“ aus. Anders als viele andere ausgewachsene Männchen weist er nur vergleichsweise wenige Kampfnarben auf, was Parkmitarbeiter als Zeichen für sein wenig aggressives Wesen werten.
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Die Finalgegnerin: Bärin 910
Bärin 910 wird von manchen Fans wegen ihrer auffälligen Kopfbewegungen beim Fischen liebevoll „Dancing Queen“ genannt. Sie ist die Tochter der früheren Fat-Bear-Week-Siegerin Bär 409 „Beadnose“, die die Fat Bear Week in den Jahren 2015 und 2018 gewann. Bekannt wurde 910 zudem, weil sie 2022 ihre Familie mit der eines anderen Weibchens, Bär 909, zusammenschloss. Das gilt als eine der seltenen sogenannten Adoptionen unter Wildtieren, die am Brooks River bislang erst zum zweiten Mal beobachtet wurde.
Warum müssen Bären so viel Fett anfressen?
Hintergrund des Wettbewerbs ist ein biologisches Phänomen namens Hyperphagie. Dabei verfallen Braunbären im Spätsommer in einen regelrechten Fressrausch, um genug Fettreserven für die bevorstehende Winterruhe aufzubauen.
Während der Winterruhe verlieren die Bären am Brooks River schätzungsweise ein Drittel ihres Körpergewichts. Wie es Rangerin Sarah Bruce vom Katmai-Nationalpark formuliert: „Ein fetter Bär ist ein erfolgreicher Bär.“
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Was ist der Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe?
Viele denken, dass Bären Winterschlaf halten, jedoch halten sie nur Winterruhe. Konkret bedeutet das, dass in dieser Zeit ihre Körpertemperatur nicht so tief absinkt wie bei anderen Tieren, die Winterschlaf halten. Die Bären bleiben außerdem leicht weckbar und in Alarmbereitschaft, falls sie ihre Höhle verteidigen müssen oder Futter suchen wollen.8
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Wie die Fat Bear Week bekannt wurde
Die Fat Bear Week begann 2014 zunächst als eintägige Facebook-Aktion namens „Fat Bear Tuesday“ (mit weniger als 1.700 Stimmen), aus der später, aufgrund der großen Beliebtheit, eine ganze Wettbewerbswoche wurde. Mittlerweile ist daraus ein globales Phänomen geworden! Bekannte frühere Gewinner sind etwa Bär 747 „Bear Force One“ (2022), der auf rund 635 Kilogramm geschätzt wurde, oder Bärin 128 „Grazer“ (2023), die sich in einem besonders knappen Finale gegen Chunk durchsetzte. Wer die Arbeit des Parks unterstützen möchte, kann laut Veranstaltern an den nach dem viermaligen Champion Bär 480 „Otis“ benannten Otis Fund der Katmai Conservancy spenden, der Forschung, Naturschutz und Bildungsangebote im Park finanziert.9,10