Die Tapezierspinne hat mächtige Kieferklauen und ist mit den Vogelspinnen verwandt. Sie ist in Deutschland heimisch, lebt aber sehr versteckt Foto: picture alliance / blickwinkel/H. Bellmann
Spinnen spalten die Gemüter: Die einen finden sie faszinierend, die anderen bekommen schon beim Anblick einer Achtbeiners Gänsehaut. Fest steht jedoch: Auch in Deutschland leben giftige Spinnen – und einige breiten sich durch die steigenden Temperaturen immer weiter aus. Welche Arten hierzulande vorkommen, wie gefährlich ihre Bisse wirklich sind und wann Vorsicht geboten ist, zeigt PETBOOK im Überblick.
Welche Spinnen in Deutschland sind gefährlich?
Menschen mit Arachnophobie müssen jetzt ganz stark sein. Auch wenn die meisten Spinnen in Deutschland für Menschen harmlos sind, gibt es giftige Arten. Einige können schmerzhaft zubeißen oder in seltenen Fällen stärkere Beschwerden verursachen. Das sind die wichtigsten Giftspinnen Deutschlands im Überblick.
Die Nosferatu-Spinne
Die Nosferatu-Spinne sieht auf den ersten Blick nicht nur für viele Phobiker abschreckend aus Foto: Von rankingranqueen from Tokyo, Japan – guess who's coming to dinner, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2891376
In den vergangenen Jahren sorgten die Nosferatu-Spinne immer wieder für Schlagzeilen. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum, inzwischen ist sie in vielen Regionen Deutschlands nachgewiesen. Ihr Biss kann schmerzhaft sein und wird oft mit einem Wespenstich verglichen. Für gesunde Erwachsene gilt er jedoch in der Regel als ungefährlich.
Die Gemeine Tapezierspinne gehört zu den Vogelspinnenartigen und nimmt unter den heimischen Spinnen eine Sonderstellung ein. Sie lebt in selbst gebauten Erdröhren und verlässt diese nur selten. Begegnungen mit Menschen sind deshalb äußerst selten. Zwar verfügt auch sie über Gift, ein Biss kommt jedoch kaum vor.
Die Gartenkreuzspinne
Kreuzspinnen kann man vor allem in den Sommermonaten finden, wenn sie ihre Netze spinnen Foto: Getty Images
Die Gartenkreuzspinne gehört zu den bekanntesten heimischen Spinnenarten. Zwar besitzt auch sie Gift, dieses dient jedoch ausschließlich dazu, Beutetiere zu überwältigen. Da ihre Giftklauen die menschliche Haut meist kaum durchdringen, ist ein Biss selten und in der Regel nicht schmerzhafter als ein Mücken- oder leichter Wespenstich.1
Der Ammen-Dornfinger
Siegilt als giftigste Spinne in Deutschland. Der Ammen-Dornfinger ist die einzige Spinnenart Mitteleuropas, die theoretisch in der Lage ist, dem Menschen relevante Vergiftungen zuzufügen. Foto: Getty Images
Der Ammen-Dornfinger gilt als die medizinisch relevanteste Spinne Deutschlands. Er lebt bevorzugt in hohem Gras an Wegrändern, Wiesen und Böschungen. Fühlt sich das Tier bedroht, kann es zubeißen und ein Gift injizieren. Die Folge sind meist starke Schmerzen und Schwellungen, gelegentlich treten auch Kreislaufprobleme oder Fieber auf. Lebensgefährlich ist ein Biss für gesunde Menschen jedoch nur in absoluten Ausnahmefällen.2
Die Mächtige Fischernetzspinne
Man erkennt die Mächtige Fischernetzspinne vor allem an ihren blaugrün schimmernden Cheliceren, die sich gut vom schwarzen Körper absetzen Foto: Getty Images
Die Mächtige Fischernetzspinne stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde bislang nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen. Sie lebt bevorzugt in Mauerspalten und geht Menschen eher aus dem Weg. Ein Biss kann Schmerzen, Schwellungen oder grippeähnliche Beschwerden verursachen, Begegnungen sind jedoch äußerst selten.
Die Europäische Schwarze Witwe
Die Europäische Schwarze Witwe ist in Deutschland bislang nicht dauerhaft heimisch. Einzelne Funde sind jedoch möglich – etwa durch Warentransporte oder eine Ausbreitung aus wärmeren Regionen. Ihr Biss gilt als einer der gefährlichsten unter den europäischen Spinnen: Das Nervengift kann starke Schmerzen, Krämpfe, Übelkeit und in seltenen Fällen auch Atem- oder Herzprobleme verursachen. Wer den Verdacht hat, von einer Schwarzen Witwe gebissen worden zu sein, sollte umgehend ärztliche Hilfe suchen.34
Auch in Deutschland gibt es die Schwarze Witwe. Dank des Klimawandels breitet sich die Art von Südeuropa in den Norden aus Foto: Getty Images
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