12. März 2026, 13:43 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Bei Eiern denken wir fast automatisch an Hühnereier. Im Supermarkt begegnen sie uns meist in Weiß oder Braun – und zu Ostern färben wir sie bunt. Was viele jedoch nicht wissen: Manche Hühner legen von Natur aus bunte Eier. Von Zartrosa über Schokoladenbraun bis hin zu Blau, Türkis oder Grün ist alles möglich. PETBOOK hat sich angeschaut, wie diese Farben entstehen – und welche Hühnerrassen für echte „Ostereier“ im Nest sorgen.
Können Hühner wirklich bunte Eier legen?
Ja, können sie – und das nicht nur in Weiß und Braun. Aber mehr dazu später. Entscheidend für die Eierschalenfarbe ist allein die Genetik – also die Hühnerrasse, nicht Lebensmittelfarbe oder Spezialfutter. Die Farbe des Gefieders spielt dabei übrigens keine Rolle. Ein braunes Huhn legt nicht automatisch braune Eier. Einen kleinen Hinweis kann allerdings die Ohrscheibe (Ohrmuschel) geben:
- Rote Ohrscheiben → meist braune Eier
- Weiße Ohrscheiben → meist weiße Eier
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in diesem Artikel: Dieses Merkmal von Hühnern verrät vor dem Legen ihre Eierfarbe.
Wie entsteht die Farbe in der Eierschale?
Die Schale eines Hühnereis besteht hauptsächlich aus Kalk und wird in der sogenannten Schalendrüse im Legedarm gebildet. Ein Ei braucht rund 24 bis 26 Stunden, bis es vollständig entwickelt und gelegt wird – der Großteil dieser Zeit entfällt auf die Bildung der Schale.
Während dieses Prozesses werden Farbpigmente eingelagert:
- Protoporphyrin (verwandt mit Hämoglobin) sorgt für braune Farbtöne.
- Biliverdin bzw. Oocyanin erzeugt blaue Farbtöne.
Bei braunen Eiern liegt das Pigment meist nur auf der äußeren Schicht – innen ist die Schale weiß. Aber neben diesen Standardfarben gibt es noch weitere: Bei blauen Eiern ist die Schale innen und außen blau, da das Pigment vollständig eingelagert wird. Grüne Eier entstehen, wenn eine blaue Grundfarbe zusätzlich mit einem braunen Pigment überlagert wird. Wichtig: Die Eierfarbe hat keinen Einfluss auf Geschmack oder Qualität. 1
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Diese Hühner legen bunte Eier
Wer eigene Hühner hält, kann sich das Färben zu Ostern theoretisch sparen – vorausgesetzt, die richtigen Rassen sind im Stall. 2
Leghorn – weiß und extrem produktiv
Die weißen Leghorn-Hennen sind für ihre lebhafte Art und hohe Legeleistung bekannt. Gleichzeitig legen sie reinweiße, glänzende Eier.
- Bis zu 300 Eier pro Jahr
- sehr flugfreudig
Araucana – die „Grünleger“
Die aus Chile stammende Rasse ist berühmt für ihre grünen bis türkisfarbenen Eier. Viele andere blau- oder grünlegende Rassen gehen genetisch auf Araucana zurück.
- Legeleistung: ca. 180–200 Eier pro Jahr
- Charakter: freundlich und zutraulich
Ameraucana – die „Easter Egger“
Diese amerikanische Rasse wurde aus Araucana gezüchtet. Sie legt meist blaue Eier, je nach Einkreuzung auch türkis oder grünlich.
- Legeleistung: ca. 180–200 Eier pro Jahr
- In Deutschland noch eher selten
Cream Legbar – hellblaue bis olivfarbene Eier
Auch das Cream Legbar ist durch die Kreuzung mit dem Araucana entstanden. Hierbei wurden Leghorn und Plymouth Rock dazugeholt. Die Hennen legen hellblaue bis leicht olivfarbene Eier.
- Aktiv und robust
- Legeleistung: bis zu 200 Eier jährlich
Croad-Langschan – klassisch dunkelbraun
Eine alte, ursprünglich aus China stammende Rasse, die dunkelbraune Eier legt.
- Ruhiges, robustes Wesen
- Legeleistung: 150–175 Eier pro Jahr
Altenglische Kämpfer – gelbliche Eier
Die Altenglischen Kämpfer wurden im 19. Jahrhundert in Großbritannien für Hahnenkämpfe gezüchtet. Die Hennen legen pro Jahr ca. 175 gelbliche Eier.
La Fleche – ein Hauch von Rosa
La-Fleche-Hühner stammen aus Frankreich und kamen 1860 nach Deutschland. Sie legen durchgehend, auch im Winter, ca. 180 Eier im Jahr, deren Färbung zwischen weiß und zartrosa liegt.
- Legeleistung: ca. 180 Eier jährlich
- Auch im Winter relativ legefreudig
Marans – schokoladenbraun bis tiefrot
Die französische Rasse ist für besonders dunkle Eier bekannt. Dafür benutzen sie beim Legen eine besondere Färbe-Technik: Eigentlich ist das Ei weiß, doch die Hennen verfügen über Schleimdrüsen, die das Ei mit einer Schleimschicht überziehen. Ist diese getrocknet, wird das Ei schokoladenbraun bis tiefrot und hat manchmal Punkte.
- Legeleistung: ca. 150–180 Eier pro Jahr
- Optisch wie geschliffen und oft gesprenkelt
Barnevelder – dunkle Schokoeier
Diese niederländische Rasse legt dunkelbraune, teils gesprenkelte Eier.
- Legeleistung: 175–200 Eier pro Jahr
- Gilt als anfängerfreundlich
Unser Tipp: Bunt gefärbte Eier aus dem Supermarkt stammen meist aus Mastbetrieben und nicht tiergerechten Haltungsformen, und das, obwohl Käfighaltung in Deutschland bereits seit Jahren verboten ist. In der Kategorie der „verarbeiteten“ Produkte fällt diese Deklarationspflicht allerdings weg, sodass auch Eier dieser Tiere noch im Supermarkt landen können. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel: „Warum man keine bunten Eier zu Ostern kaufen sollte“.
Färben Sie ihre Eier aus artgerechter, regionaler Haltung für Ostern lieber selbst. Inspirationen dafür haben unsere Kollegen von myHOMEBOOK für Sie vorbereitet: 4 kreative Ideen, um Eier für Ostern zu färben.
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Was ist die seltenste Eierfarbe?
Als besonders selten gilt Kohlegrau. Diese Farbe tritt gelegentlich bei Hennen auf, die eigentlich blaue Eier legen. In manchen Fällen erscheinen die Eier violett-grau oder sehr dunkelgrau – vorhersagbar ist das allerdings nicht.
Welche Hühner mit bunten Eiern eignen sich für Einsteiger?
Wer jetzt den Wunsch verspürt, direkt mit der Hühnerhaltung zu starten, sollte bedenken: Nicht jede Hühnerrasse, die bunte Eier legt, ist automatisch für Anfänger geeignet. Wer mit der Hühnerhaltung liebäugelt, sollte auf robuste, ruhige und unkomplizierte Tiere setzen.
Als besonders einsteigerfreundlich gelten Barnevelder, Marans und meist auch Croad-Langschan. Sie sind widerstandsfähig, relativ ausgeglichen im Temperament und kommen mit typischer Hobbyhaltung gut zurecht. Auch Araucana können gut funktionieren – hier lohnt es sich aber, auf eine ruhige Zuchtlinie zu achten.
Etwas lebhafter und damit nur bedingt anfängertauglich sind Cream Legbar und Ameraucana, da sie je nach Linie recht aktiv oder schreckhaft sein können. Weniger geeignet für Einsteiger sind La Fleche (oft scheu und flugfreudig) sowie Leghorn, die zwar extrem viele Eier legen, aber sehr temperamentvoll und wenig zutraulich sind.
Mit textlicher Mitarbeit von Manuela Bauer