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Keine Brotkrumen

Was fressen Tauben eigentlich in der Natur?

Taube frisst Maiskorn
Wissen Sie, was Tauben eigentlich wirklich fressen? Foto: Getty Images
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

11. Mai 2026, 14:18 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Eine heruntergefallene Pommes oder die Krümel von dem belegten Brötchen? Viele denken, für Tauben sei das ein Festmahl. Doch in der Realität sorgt diese Art von Speiseplan nicht nur bei Bauchgrummeln bei den Tauben, sondern auch bei vielen Autobesitzern. Was Tauben wirklich fressen und was die Ernährung mit Autolackschäden zu tun hat, erfahren Sie bei PETBOOK.

Was fressen Tauben eigentlich?

Tauben sind aus unseren Städten nicht wegzudenken – und doch wird ihre Ernährung oft missverstanden. Viele halten sie für Allesfresser, dabei haben die Tiere ganz klare Ansprüche an ihr Futter.

Die Stadttaube geht auf die Felsentaube zurück und ist von Natur aus ein Körnerfresser. Für ein gesundes Leben braucht sie täglich etwa 30 bis 40 Gramm Nahrung.

Auf ihrem Speiseplan steht vor allem pflanzliche Kost: Samen und Körner bilden die Basis, ergänzt durch Blätter, Knospen, Früchte, Wurzeln und anderes Grün. Genau diese Mischung versorgt Tauben mit allem, was sie brauchen, zumindest dann, wenn sie davon auch genug finden.1

„Darm mit Charme“ – warum Taubenkot oft flüssig ist

In der Natur ernähren sich Tauben vor allem, wie bereits erwähnt, von Samen und Getreide. Genau auf diese pflanzliche Kost ist ihr Verdauungssystem ausgelegt.

In der Stadt sieht das jedoch oft anders aus. Statt artgerechter Nahrung fressen viele Tauben Brot, Pommes oder andere Essensreste. Diese ungeeignete Nahrung kann der Körper nur schwer verarbeiten, mit erheblichen Folgen: Verdauungsprobleme und der typische flüssige Kot, der vielen als „normal“ erscheint.2

Tatsächlich ist dieser sogenannte „Hungerkot“ ein deutliches Zeichen von Fehlernährung. Bekommen Tauben hingegen das, was sie wirklich brauchen, verändert sich auch ihr Kot: Er ist fester, weniger auffällig und deutlich unproblematischer. Die Folgen dieser falschen Ernährung zeigen sich nicht nur bei den Tieren selbst, sondern landen oft auch direkt auf Autos – in Form von auffälligem, flüssigem Kot.

Kurz gesagt: Nicht die Taube ist das Problem – sondern das falsche Futter.

Tauben produzieren „Kropfmilch“

Eine außergewöhnliche Fähigkeit macht Tauben besonders: während viele Vögel ihren Nachwuchs mit Insekten als Eiweißquelle füttern, sind Tauben nicht auf tierisches Protein angewiesen. Sie können ihren Nachwuchs mit sogenannter Kropfmilch ernähren.

Diese entsteht aus pflanzlicher Nahrung wie Samen, Blättern und Beeren und ist besonders reich an Fett und Eiweiß. Dadurch wachsen die Küken sehr schnell heran. Anders als viele andere Vogelarten müssen Tauben keine tierische Nahrung für ihre Jungen suchen.

Das ermöglicht ihnen, über einen langen Zeitraum im Jahr Nachwuchs großzuziehen , etwa von Februar bis November.

Warum Stadttauben oft Essensreste fressen

In Städten finden Tauben oft nicht genug von ihrem natürlichen Futter. Versiegelte Flächen und fehlende Grünbereiche erschweren die Nahrungssuche.

Deshalb greifen sie notgedrungen auf das zurück, was verfügbar ist, häufig Essensreste von Menschen. Dabei sind sie oft den ganzen Tag zu Fuß unterwegs, um ausreichend Nahrung zu finden.

Diese unnatürliche Ernährung hat jedoch Folgen:

  • schlechtes Gefieder
  • schwächeres Immunsystem
  • Verdauungsprobleme
  • auffälliger, flüssiger Kot

Bei einer artgerechten Ernährung wäre der Kot deutlich fester.

Mehr zum Thema

Darf man Tauben füttern?

Ob man Tauben füttern darf, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Stattdessen legen Städte und Gemeinden eigene Vorschriften fest. In vielen Fällen ist das Füttern sogar verboten und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Gleichzeitig ist die rechtliche Lage nicht so eindeutig, wie oft angenommen wird: Fachgutachten kommen zu dem Schluss, dass Stadttauben keine klassischen Wildtiere, sondern verwilderte Haustiere sind. Pauschale Fütterungsverbote stehen damit teilweise im Spannungsfeld zum Tierschutz.

Hinzu kommt ein wichtiger Aspekt: Unkontrolliertes Füttern – etwa mit Brot oder Essensresten – kann den Tieren schaden und zu Krankheiten sowie Verdauungsproblemen führen. Gleichzeitig sind Stadttauben auf den Menschen angewiesen, da sie aus gezüchteten Haus- und Brieftauben hervorgegangen sind und sich nicht vollständig selbst versorgen können. Entscheidend ist daher weniger, ob gefüttert wird, sondern wie: Artgerechtes Futter in kleinen Mengen und kontrollierte Maßnahmen gelten als sinnvoller Ansatz als unüberlegtes Füttern oder pauschale Verbote.

Tauben sind keine Allesfresser

Tauben sind spezialisierte Körnerfresser, auch wenn ihr Verhalten in Städten oft einen anderen Eindruck vermittelt. Dass sie Abfälle fressen, liegt vor allem an fehlenden natürlichen Nahrungsquellen.

Eine artgerechte Ernährung könnte nicht nur die Gesundheit der Tiere verbessern, sondern auch viele Probleme im Zusammenleben mit Menschen reduzieren.

Quellen

  1. stadttaubenwien.at, „Die Nahrung der Stadttaube“ (aufgerufen am 11.05.2026) ↩︎
  2. scinexx.de, „Kot und Krankheit“ (aufgerufen am 11.05.2026) ↩︎

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