Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Invasive Giftpflanze

Riesenbärenklau kann für Hund und Katze gefährlich werden

Riesenbärenklau
Der Riesenbärenklau ist eine invasive Giftpflanze, die für Haustiere gefährlich werden kann Foto: picture alliance / imageBROKER | A. Scholz
Artikel teilen
Louisa Stoeffler
Redakteurin

2. August 2025, 15:48 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wer mit Hund oder Katze in der Natur unterwegs ist, sollte von Juni bis August besonders aufmerksam sein – denn an vielen Ufern, Waldrändern und sogar in Gärten wächst eine Pflanze, die für Haustiere zur ernsten Gefahr werden kann: der Riesenbärenklau. Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten warnt eindringlich vor den Risiken, die von der giftigen Pflanze ausgehen – und erklärt, woran man sie erkennt und was im Notfall zu tun ist.

Tückischer Neophyt ohne natürliche Feinde

Riesenbärenklau wächst entlang von Bächen und Flüssen, aber auch auf Feldern, in Wäldern oder sogar in kultivierten Gärten. Wer mit seinem Hund dort Gassi geht oder seiner Katze Freigang gewährt, sollte das Haustier besser im Blick behalten. Wie man die giftige Pflanze erkennt und welche Symptome auftreten können, erklärt die Tierschutzstiftung Vier Pfoten.

Der ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) hat sich in Europa stark ausgebreitet. So ist er auch an Straßenrändern oder auf Brachflächen häufig anzutreffen – doch auch private Grundstücke bleiben nicht verschont. Die mehrjährige Pflanze kann bis zu vier Meter hoch wachsen und verdrängt dabei heimische Gewächse, da sie keine natürlichen Feinde hat. In Europa und Nordamerika gilt sie daher als invasive Pflanze (Neophyt). Mehr über die Bekämpfung der Pflanze im Garten erfahren Sie bei unseren Kollegen von myHOMEBOOK: Riesenbärenklau – was das Herkuleskraut so gefährlich macht.

Ihre eigentliche Gefahr liegt jedoch im Pflanzensaft: Dieser enthält sogenannte Furocumarine – toxische Verbindungen, die bei Kontakt mit Sonnenlicht zu schweren Hautreizungen führen können. Dabei reicht schon eine leichte Berührung, um Rötungen, schmerzhafte Blasen und in schweren Fällen sogar allergische Reaktionen auszulösen. Auch die Dämpfe können Atemwege reizen, besonders bei empfindlichen Personen und Kindern – und eben Haustieren.

So erkennen Sie den Riesenbärenklau

Durch seine enorme Größe ist der Riesenbärenklau relativ leicht zu identifizieren. Auffällig sind die kräftigen, behaarten Stängel mit violetten Flecken sowie die großflächigen, gezackten Blätter. In der Blütezeit von Juni bis Juli bildet die Herkulesstaude beeindruckende weiße Blütendolden, die einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen.

Die Pflanze bevorzugt sonnige bis halbschattige, feuchte Standorte. Ihre Gefahr geht vor allem vom Pflanzensaft aus, der sich in allen Pflanzenteilen befindet. Gelangt er auf die Haut und trifft dort auf Sonnenlicht, kann er eine phototoxische Reaktion auslösen – mit teils schweren Folgen.

Zunächst zeigen sich nur Juckreiz und Hautrötungen. Doch innerhalb von zwölf Stunden können schmerzhafte Blasen, Schwellungen, Geschwüre oder sogar Verbrennungen entstehen. Schnüffeln oder lecken Hunde oder Katzen an den Pflanzenteilen, können Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder starker Speichelfluss auftreten.

Mehr zum Thema

Wie sich der Riesenbärenklau vom harmloseren Wiesenbärenklau unterscheidet

Wer auf Spaziergängen auf große Doldenblütler trifft, sollte aber genau hinschauen – denn der gefährliche Riesenbärenklau sieht dem heimischen Wiesenbärenklau auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Dabei gibt es klare Unterschiede, die man kennen sollte, um das Risiko richtig einzuschätzen, denn der heimische Wiesenbärenklau stellt in der Regel keine vergleichbare Gefahr für Haustiere dar.

Der Wiesenbärenklau bleibt deutlich kleiner als der Riesenbärenklau – meist zwischen ein und zwei Meter. Auch die Blätter sind ein Unterscheidungsmerkmal: Beim Riesenbärenklau sind sie tief eingeschnitten und sehr groß, teils über einen Meter breit. Unterschiede zeigen sich auch beim Stängel: Beim Wiesenbärenklau ist er meist gleichmäßig grün oder nur leicht gefleckt. Beim Riesenbärenklau zeigen sich dagegen starke Rillen und die typischen rot-violetten Flecken.

Auch die weißen Blütendolden des Wiesenbärenklaus sind wesentlich kleiner und kompakter. Wer unsicher ist, sollte im Zweifel jedoch trotzdem Abstand halten, denn auch wenn der Wiesenbärenklau keine so starke phototoxische Wirkung wie sein invasiver Verwandter hat, ist dennoch Vorsicht geboten. In sehr seltenen Fällen kann auch der Kontakt mit Wiesenbärenklau bei empfindlichen Tieren Hautreaktionen hervorrufen. Besonders bei sonnigem Wetter oder wenn das Tier besonders empfindlich reagiert, sollte man also auch hier lieber auf Nummer sicher gehen.

Schnelle Reaktion ist entscheidend

Wer die beschriebenen Symptome nach dem Kontakt mit einem Riesenbärenklau bei seinem Tier beobachtet, sollte die betroffenen Hautstellen so schnell wie möglich mit Wasser abwaschen. Und: schnell in den Schatten gehen, denn direkte Sonne verstärkt viele Symptome noch einmal.

Auch der Weg zum Tierarzt ist laut der Tierschutzstiftung in solch einem Fall ein Muss. Dort wird das Tier gründlich untersucht und die Beschwerden werden entsprechend behandelt. Zur Nachsorge könne ein spezielles Sonnenschutzmittel helfen, die gereizte Haut zu schützen.

Mit Material der dpa

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.