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Frisch von der Wiese

Ungiftige Pflanzen für Kaninchen

Kaninchen im Kleefeld
Kaninchen lieben Klee, allerdings sollten sie sich nicht den kompletten Bauch damit vollschlagen Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

15. September 2025, 17:48 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Frisches Grünzeug ist für Kaninchen nicht nur ein Leckerbissen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Zahnpflege und Verdauung. Doch Vorsicht: Nicht jede Pflanze, die im Garten wächst oder beim Spaziergang gepflückt wird, ist für Kaninchen auch ungiftig. Wer seine Tiere frei im Garten laufen lässt oder gern selbst Futter sammelt, sollte daher unbedingt wissen, welche Pflanzen für die Langohren unbedenklich sind. PETBOOK-Redakteurin Louisa Stoeffler hat selbst stets für ihre Kaninchen frisches Grün gesammelt und weiß, was die Tiere ohne Bedenken zu sich nehmen können. Folgende Übersicht hilft, sichere Pflanzen schnell zu erkennen.

Diese Pflanzen sind für Kaninchen unbedenklich

Gerade, wenn man einen strukturreichen, naturnahen Garten hat, können Kaninchen sich im Freilauf an vielen Stellen bedenkenlos bedienen. Die folgende Liste enthält viele bei Kaninchen besonders beliebte und ungiftige Pflanzen, hat aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Pflanzen, die Kaninchen im Garten futtern dürfen

Löwenzahn
Löwenzahn erkennt man leicht an seinen leuchtend gelben Blüten, die sich später zu kugelförmigen Samenständen – umgangssprachlich „Pusteblumen“ – entwickeln. Seine gezackten Blätter werden von Kaninchen sehr gern gefressen. Neben den Blättern knabbern viele Kaninchen auch gern an der Wurzel des Löwenzahns. In kleinen Mengen kann sie sowohl frisch oder getrocknet angeboten werden – als gelegentliche Beschäftigung und zur Unterstützung der Zahnpflege. Da sie jedoch Bitterstoffe enthält, sollte sie nur selten und nicht in großen Mengen verfüttert werden.

Ringelblume
Mit ihren auffälligen gelben, orangen oder weißen Blüten ist die Ringelblume nicht nur ein Blickfang im Garten – auch die federförmigen Blätter an der Basis der Pflanze sind für Kaninchen genießbar.

Rosen
Sowohl Rosenblätter als auch -blüten können bedenkenlos verfüttert werden. Achtung: Dies gilt nur für Rosen aus dem eigenen Garten. Holt man sich Rosen aus dem Blumengeschäft, kann es sein, dass diese mit Pestiziden belastet sind. Entsprechend sollten Kaninchen keinen Mümmelkontakt mit diesen Pflanzen bekommen.

Hirtentäschelkraut
Diese robuste Pflanze blüht häufig das ganze Jahr über. Sie bringt kleine weiße Blüten hervor und hat spitze Blätter, die direkt aus dem Stängel wachsen. Obwohl sie bei vielen Gärtnern oft als Unkraut gilt, ist sie für Kaninchen ungefährlich.

Ackerdistel
Die gezackten, dornenbesetzten Blätter der Ackerdistel sind weiter unten am Stängel am ausgeprägtesten. Ihre gelben Blüten ähneln denen des Löwenzahns. Trotz der Stacheln ist sie für Kaninchen geeignet.

Sonnenblumen
Auch Sonnenblumen stehen auf dem Speiseplan vieler Kaninchen. Blätter und andere Pflanzenteile können gefahrlos geknabbert werden.

Weidenblätter
Weidenbäume mit ihren lanzenförmigen Blättern liefern ebenfalls geeignetes Futter – insbesondere Zierweiden werden von Kaninchen gern angenommen.

Schafgarbe
Diese Pflanze besitzt kleine weiße oder rosafarbene Blüten in Büscheln. Ihre länglichen, fein behaarten Blätter sind gleichmäßig entlang des Stängels verteilt und für Kaninchen unbedenklich.

Diese Wiesenpflanzen dürfen in die Raufe

Wer seinem Kaninchen eine besonders natürliche Ernährung bieten möchte, kann auf Wiesen und am Wegesrand eine Vielzahl geeigneter ungiftiger Pflanzen sammeln. Wichtig ist dabei, nur an unbelasteten Stellen (nicht direkt an Straßen oder in intensiv gedüngten Flächen) zu pflücken und die Pflanzen sicher zu bestimmen.

Klee (Rotklee und Weißklee)
Kaninchen lieben Klee – ob Rotklee mit seinen rötlich-violetten Blüten oder der weißblühende Weißklee. Beide Sorten sind nährstoffreich, sollten aber nur in kleinen Mengen gegeben werden, da sie blähend wirken können.

Gänseblümchen
Diese kleinen Blumen mit weißem Blütenkranz und gelber Mitte sind weitverbreitet und bei Kaninchen sehr beliebt. Sowohl Blätter als auch Blüten dürfen bedenkenlos gefüttert werden.

Vogelmiere
Vogelmiere wächst bodennah und bildet zarte, grüne Blätter mit kleinen weißen Blüten. Sie ist besonders mild und gut bekömmlich und somit auch ideal für junge oder empfindliche Tiere.

Brennnessel
Frisch ist die Brennnessel durch ihre Brennhaare problematisch, doch nach dem Trocknen verlieren sie ihre Wirkung. Getrocknete Brennnesseln sind eine wertvolle Mineralstoffquelle und können unter das Heu gemischt werden.

Labkraut
Labkräuter sind für Kaninchen gut geeignet. Besonders das Klettenlabkraut mit seinen kleinen, klebrigen Blättern wird gern gefressen. Es kann frisch gesammelt und direkt verfüttert werden.

Wiesenkerbel
Dieses zarte Doldenblütengewächs ist mit der Petersilie verwandt und wird von Kaninchen meist gern gefressen. Wichtig: Nicht verwechseln mit giftigem Schierling oder anderen Doldenblütlern! Hier ist eine sichere Bestimmung entscheidend.

Spitzwegerich
Spitzwegerich wächst häufig zwischen anderen Gräsern und ist an seinen langen Stängeln mit blütenartigen Büscheln am Ende gut zu erkennen. Die speerförmigen Blätter reißen beim Auseinanderziehen in Fasern – ähnlich wie Sellerie – und sind für Kaninchen gut bekömmlich.

Breitwegerich
Neben dem schon erwähnten Spitzwegerich eignet sich auch der verwandte Breitwegerich mit seinen breiteren Blättern sehr gut zur Fütterung. Beide Arten sind leicht zu erkennen und häufig anzutreffen.

Sauerampfer
Sauerampfer enthält Oxalsäure, weshalb er nur in kleinen Mengen verfüttert werden sollte. Er ist gut erkennbar an seinen länglichen, spitz zulaufenden Blättern und dem säuerlichen Geschmack.

Diese Gartenkräuter dürfen Kaninchen ebenfalls fressen

Nicht nur Wiesenpflanzen und Blätter bieten gesunde Knabbereien – auch viele heimische Gartenkräuter sind für Kaninchen gut verträglich und können abwechslungsreich ins Futter integriert werden. Sie liefern wertvolle Vitamine, wirken appetitanregend und unterstützen die Verdauung.

Petersilie
Kaninchen dürfen Petersilie in Maßen genießen. Die frischen, kräftigen Blätter enthalten viel Vitamin C und eignen sich gut als Ergänzung im Futternapf. Allerdings sollte Petersilie nicht in zu großen Mengen gegeben werden, da sie ätherische Öle enthält.

Basilikum
Basilikum bringt Abwechslung ins Kräuterangebot. Kaninchen schätzen vor allem die jungen Blätter. Wie bei allen stark duftenden Kräutern gilt auch hier: in kleinen Mengen füttern und auf die individuelle Verträglichkeit achten.

Dill
Dill kann appetitanregend und verdauungsfördernd wirken. Die Spitzen und Stiele dürfen problemlos verfüttert werden.

Zitronenmelisse
Mit ihrem frischen Duft und milden Geschmack ist Zitronenmelisse ein echtes Lieblingskraut vieler Kaninchen. Außerdem wirkt sie beruhigend und kann auch nervöse Tiere positiv beeinflussen.

Thymian
Thymian hat eine stark aromatische Note und sollte daher nur sparsam gegeben werden. In kleinen Mengen kann das Kraut jedoch bei Atemwegserkrankungen unterstützend wirken.

Oregano
Auch Oregano gehört zu den verträglichen Kräutern für Kaninchen. Aufgrund seines intensiven Geschmacks sollte er nur gelegentlich und in kleinen Mengen angeboten werden.

Kamille
Kamille ist bekannt für ihre beruhigende und entzündungshemmende Wirkung. Sowohl frische Blüten als auch zarte Blätter dürfen Kaninchen fressen – besonders bei empfindlichem Magen kann das Kraut hilfreich sein.

Salbei
Salbei sollte nur selten und in sehr kleinen Mengen gefüttert werden. Er ist zwar grundsätzlich nicht giftig, enthält aber viele ätherische Öle. Gelegentlich kann er jedoch bei Erkältungssymptomen oder Verdauungsproblemen unterstützend eingesetzt werden.

Minze (z. B. Pfefferminze)
Viele Kaninchen mögen den frischen Geschmack von Minze. Auch sie wirkt positiv auf die Verdauung – doch wegen des starken Aromas sollte sie ebenfalls nur in kleinen Mengen verfüttert werden.

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Freigang nur unter Aufsicht

Auch wenn alle hier genannten Pflanzen für Kaninchen ungiftig sind, gilt: Wer seinem Tier Freilauf im Garten gewährt, sollte vorab genau kontrollieren, welche Pflanzen dort wachsen. Zudem ist es ratsam, das Kaninchen während des Auslaufs immer im Blick zu behalten – vor allem, um sicherzugehen, dass keine unbekannten oder übersehenen Pflanzen angeknabbert werden.

Wann ist tierärztlicher Rat notwendig?

Falls der Verdacht besteht, dass das Kaninchen eine giftige oder nicht identifizierbare Pflanze gefressen hat, oder es plötzlich auffällige Symptome zeigt, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Nur so lässt sich eine mögliche Vergiftung frühzeitig erkennen und behandeln.

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