27. Dezember 2025, 15:42 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Es steckt in Lippenpflege, Salben und Spezialcremes – doch was genau ist Lanolin eigentlich? Die wenigsten wissen, dass der beliebte Hautpflegewirkstoff aus Schafwolle stammt. Was zunächst unappetitlich klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als echter Allrounder – allerdings nicht ohne Schattenseiten. PETBOOK erklärt, warum das Wollfett umstritten ist.
Übersicht
Was Lanolin ist und wie es gewonnen wird
Lanolin, auch unter dem Namen Wollwachs bekannt, ist ein Nebenprodukt der Schafschur. Es entsteht in den Talgdrüsen der Tiere und wird nach dem Scheren durch ein spezielles Waschverfahren aus dem Wollvlies extrahiert. Die wachsartige Substanz schützt die Schafwolle vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit oder Schmutz – und bietet ähnliche Schutzfunktionen auch für menschliche Haut.1
Warum Lanolin so gut für die Haut ist
Ein entscheidender Vorteil von Lanolin liegt in seiner strukturellen Ähnlichkeit zur natürlichen Fettschicht der menschlichen Haut. Dadurch ist es besonders gut verträglich und vielseitig einsetzbar. In Kosmetikprodukten kommt es zum Einsatz, da es weichmachend, feuchtigkeitsspendend und heilend auf die Haut wirkt, Entzündungen hemmt und die Hautregeneration fördert.2
Wann Lanolin hilft – und wann nicht
Pflege bei trockener Haut
Insbesondere bei trockener, rissiger oder empfindlicher Haut können lanolinhaltige Produkte wertvolle Dienste leisten. Sie eignen sich zur Pflege rauer Lippen im Winter oder bei gereizter Haut durch Neurodermitis. Auch in speziellen Cremes für stillende Mütter findet sich der Wirkstoff – etwa „in speziellen Cremes für wundgenuckelte und rissige Brustwarzen.“
Trotz der generell geringen Allergiegefahr sollte Lanolin nicht blind angewendet werden. Wie bei allen Pflegeprodukten gilt: Der individuelle Hauttyp spielt eine entscheidende Rolle.
Nicht ideal bei fettiger oder unreiner Haut
Bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut ist Vorsicht geboten. Der durch Lanolin entstehende Fettfilm kann die Poren zusätzlich verstopfen und so Hautprobleme wie Pickel oder Mitesser begünstigen. Wer also ohnehin zu unreiner Haut neigt, sollte lieber auf alternative Produkte zurückgreifen.
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Kritik: Tierwohl und Schadstoffe nicht außer Acht lassen
Trotz seiner natürlichen Herkunft ist Lanolin nicht per se unbedenklich – vor allem aus ethischer Sicht. Die Schur kann für Schafe zur Tortur werden, wenn sie unter schlechten Bedingungen durchgeführt wird. In einigen Ländern wird zudem das sogenannte Mulesing praktiziert, bei dem Lämmern ohne Betäubung die Schwänze entfernt werden – eine Praxis, die in Deutschland verboten ist.3
Auch Rückstände von Pestiziden, mit denen Tiere gegen Parasiten behandelt werden, sind problematisch. Diese Stoffe können sich im Lanolin anreichern und Hautreaktionen hervorrufen – etwa in Form von Allergien oder Rötungen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte zertifizierte Produkte aus unbehandelter Wolle bevorzugen oder auf Lanolin ganz verzichten.
Vorsicht bei sensibler Haut
Da Lanolin als mögliches Kontaktallergen gilt, sind Hersteller verpflichtet, es auf Verpackungen klar auszuweisen. Aus diesem Grund dürfen lanolinhaltige Produkte zum Beispiel keine Allergie- und Asthmasiegel enthalten. Besonders Menschen mit empfindlicher oder neurodermitischer Haut sollten beim Kauf entsprechender Pflegeprodukte genau auf die Inhaltsstoffe achten.4