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Strahlfäule beim Pferd erkennen und behandeln

Nahaufnahme Kind
Wie erkennt man Strahlfäule beim Pferd und was sind die Ursachen? Foto: Getty Images
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

14. April 2026, 16:47 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Beim Auskratzen der Hufe fällt plötzlich ein unangenehmer Geruch auf, dazu dunkle, schmierige Ablagerungen im Strahl. Auch das Pferd reagiert ungewohnt empfindlich oder tritt vorsichtiger auf. Solche Anzeichen können im Alltag leicht übersehen oder nicht richtig eingeordnet werden. Dahinter kann jedoch Strahlfäule beim Pferd stecken – eine häufige, oft unterschätzte Huferkrankung. PETBOOK erklärt, worauf Halter jetzt achten sollten.

Welche Funktion der Strahl im Huf hat – und was bei Strahlfäule passiert

Der Pferdehuf ist täglich großen Belastungen ausgesetzt – beim Laufen, Stehen und auf unterschiedlichen Untergründen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Strahl, ein keilförmiger, elastischer Bereich an der Unterseite des Hufs. Er federt jeden Schritt ab und unterstützt die Durchblutung im Huf.

Bei Strahlfäule ist genau dieser Bereich betroffen. Bakterien greifen das Hornmaterial an und setzen einen Zersetzungsprozess in Gang. Das Horn wird weich, rissig und verliert an Stabilität. Häufig beginnt die Erkrankung unauffällig in der mittleren Strahlfurche und bleibt zunächst unbemerkt.1

Breitet sich die Infektion weiter aus, können auch angrenzende Bereiche wie die seitlichen Strahlfurchen, die Hufsohle und die Hufwand betroffen sein. Dadurch wird die stoßdämpfende Funktion des Hufs zunehmend eingeschränkt.2, 3

Warum Strahlfäule beim Pferd entsteht

Hauptursache sind Fäulnisbakterien wie Fusobacterium necrophorum, die sich besonders gut in feuchten, warmen und sauerstoffarmen Umgebungen vermehren. Die wichtigsten Auslöser im Überblick:

  • Feuchte Haltungsbedingungen: Nasse Einstreu, matschige Paddocks oder dauerhaft feuchte Ausläufe weichen das Hufhorn auf und begünstigen das Eindringen von Bakterien.
  • Mangelnde Stallhygiene: Kot- und Urinreste setzen Ammoniak frei, der das Hufhorn angreift, porös macht und anfälliger für Keime werden lässt.
  • Unzureichende Hufpflege: Werden die Hufe nicht regelmäßig ausgekratzt, sammeln sich Schmutz und Feuchtigkeit in den Strahlfurchen – ideale Bedingungen für Bakterien.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Bewegung beeinträchtigt die Durchblutung im Huf und schwächt die natürliche Widerstandskraft des Strahls.
  • Anatomische Besonderheiten: Enge Hufstellungen oder tiefe Strahlfurchen schaffen Bereiche, in denen sich Feuchtigkeit und Keime leichter festsetzen.
  • Unausgewogene Ernährung: Eine Über- oder Unterversorgung mit Nährstoffen kann die Qualität des Hufhorns verschlechtern und die Anfälligkeit erhöhen.
  • Geschwächtes Immunsystem: Ist die körpereigene Abwehr reduziert, können sich Bakterien leichter vermehren und Infektionen begünstigen.

In der Regel sind es mehrere dieser Faktoren gleichzeitig, die die Entstehung von Strahlfäule beim Pferd begünstigen.

Woran Halter Strahlfäule erkennen

Die Anzeichen einer Strahlfäule beim Pferd sind oft gut erkennbar. Ein typisches Merkmal ist ein intensiver, fauliger Geruch beim Auskratzen der Hufe.

Hinzu kommt eine dunkle, schmierige Substanz im Bereich des Strahls. Sie entsteht durch den bakteriellen Zersetzungsprozess des Hornmaterials. Gleichzeitig wirkt das Horn weich, brüchig oder löst sich teilweise ab. Auffällig sind auch verengte und vertiefte Strahlfurchen. In diesen Bereichen sammeln sich häufig Feuchtigkeit und Schmutz.

Viele Pferde reagieren bei Druck auf den Strahl empfindlich. Mit fortschreitender Erkrankung können Schmerzen zunehmen und zu Lahmheit führen. In länger bestehenden Fällen zeigen sich zudem sogenannte Ballenhornringe an der Hufwand, die auf einen chronischen Verlauf hinweisen.

Wie Tierärzte die Diagnose stellen

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gründliche Untersuchung des Hufs. Tierärzte beurteilen dabei Geruch, Aussehen und Struktur des Strahls.

Zusätzlich wird geprüft, ob das Pferd auf Druck empfindlich reagiert. Dies gibt Hinweise darauf, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Bei Verdacht auf tiefere Schäden können bildgebende Verfahren wie Röntgen eingesetzt werden, um die inneren Strukturen des Hufs zu beurteilen.

Eine frühzeitige Abklärung ist wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung zu begrenzen.

Wie Strahlfäule behandelt wird

Die Behandlung der Strahlfäule erfolgt schrittweise. Zunächst wird der Huf gründlich gereinigt, um Schmutz und bakterielle Beläge zu entfernen. Anschließend wird geschädigtes Hornmaterial fachgerecht entfernt. Dieser Schritt ist entscheidend, da sich Bakterien im erkrankten Gewebe weiter ausbreiten können.

Danach folgt die Desinfektion der betroffenen Bereiche. Je nach Schweregrad kommen unterschiedliche Mittel zum Einsatz. Die Auswahl erfolgt durch den Tierarzt.

Parallel dazu müssen die Haltungsbedingungen verbessert werden. Saubere, trockene Einstreu und regelmäßige Bewegung unterstützen die Heilung. Zudem sind wiederholte Kontrollen notwendig, um den Behandlungserfolg zu sichern. Die Dauer der Behandlung variiert: Während leichte Fälle innerhalb von etwa zwei Wochen abklingen können, dauert die Therapie bei fortgeschrittenen Verläufen mehrere Monate.

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Welche Heilungschancen bestehen

Die Prognose ist stark vom Zeitpunkt der Behandlung abhängig. Wird Strahlfäule früh erkannt und konsequent behandelt, sind die Heilungschancen in der Regel gut.

Unbehandelt kann sich die Infektion jedoch weiter ausbreiten und zu erheblichen Schäden am Huf führen. In schweren Fällen sind Folgeerkrankungen möglich, die mit Schmerzen und dauerhaften Einschränkungen verbunden sind.

Wie sich Strahlfäule vorbeugen lässt

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist eine konsequente Hygiene. Saubere und trockene Einstreu sowie regelmäßig gereinigte Ausläufe reduzieren das Risiko deutlich. Auch die tägliche Hufpflege spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Durch regelmäßiges Auskratzen werden Schmutz und Feuchtigkeit entfernt, bevor sich Bakterien ansiedeln können. Regelmäßige Hufbearbeitung durch Hufschmiede hilft, Fehlstellungen zu korrigieren und die Hufgesundheit zu erhalten.

Auch eine ausgewogene Ernährung trägt zur Hufgesundheit bei. Sowohl Mangel- als auch Überversorgung mit Nährstoffen können die Qualität des Hufhorns beeinträchtigen und die Anfälligkeit erhöhen.

Quellen

  1. uelzener.de, „Strahlfäule: eine bakterielle Huferkrankung, der du vorbeugen kannst“ (aufgerufen am 14.04.2026) ↩︎
  2. pferdeklinik-sorpesee.de, „Strahlfäule: Ursachen, Symptome, Behandlung & Prävention“ (aufgerufen am 14.04.2026) ↩︎
  3. dr-susanne-weyrauch.de, „Strahlfäule, Fühligkeit oder Hornspalten“ (aufgerufen am 14.04.2026) ↩︎

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