12. Januar 2026, 14:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer Pferde besser verstehen will, sollte einen genauen Blick auf bestimmte Gesichtspartien werfen – denn gerade das Maul und die Nüstern geben wichtige Hinweise auf ihr Wohlbefinden. Besonders spannend: Viele dieser Signale bleiben Reit-Laien oft verborgen. PETBOOK klärt auf, welche Signale Pferde senden, um zu kommunizieren.
Übersicht
Körpersprache des Pferdes für Anfänger
Gerade Anfänger in der Pferdehaltung kann dies schnell verunsichern. Denn nicht nur wissen sie die Körpersprache von Pferden manchmal schlecht zu deuten. Pferde lesen unsicheres Verhalten bei Menschen auch anhand von Körperhaltung und ‑bewegungen andersherum ab, und wissen so meist ganz genau, wer ein versierter Pferdefreund ist und wer völlig planlos an die Reiterei herangeht.1
Wiehern und Brummen in allen Tonlagen
Auch wenn Körpersprache für Pferde das wichtigste Kommunikationsmittel ist, ist auch das Wiehern charakteristisch. Der natürliche Lebensraum von Pferden, weite Steppen und Graslandschaften, erstreckt sich oft über viele Kilometer. Artgenossen können über solche Entfernungen nicht mittels Körpersprache erreicht werden. Hier hilft ein mehr oder weniger schrilles Wiehern, Herdenmitgliedern oder freundlich gesonnenen Pferden „Hallo“ zu sagen. Stuten rufen ihre Fohlen eher mit einem tiefen Brummen, auch bekannte Menschen werden gerne so begrüßt.2 3
Ein weiteres typisches Geräusch ist das Schnauben. Dieses kann in ruhigen Momenten ein Zeichen von Entspannung sein, etwa beim Ausatmen nach Anspannung. In anderen Situationen – etwa bei Nervosität oder Überforderung – kann lautes, wiederholtes Schnauben jedoch auch auf Stress hinweisen. Entscheidend ist hier, den Gesamtkontext und die übrige Körpersprache mit zu beachten.
Körperhaltung
Entspannte Pferde erkennt man auch als Laie schnell. Meist haben sie eine ebenfalls entspannte Körperhaltung, der Kopf ist eher gesenkt als aufrecht, ein Bein angewinkelt und der Schweif streift maximal ein paar Fliegen vom Hinterteil, ist ansonsten aber ruhig. Manche Pferde wälzen sich im entspannten Modus auch gerne im Sand oder dösen eine Runde im Liegen. Ist das Pferd hingegen aufgeregt, zeigt sich dies im ganzen Muskeltonus des Körpers. Das Pferd ist mit jeder Faser angespannt, die Beine durchgedrückt, der Kopf aufrecht, die Nüstern leicht geweitet und die Ohren stehen aufrecht und aufmerksam in Richtung des Interesses des Pferdes. Zudem wird der Schweif nun auch aufgeregt hin und her gepeitscht.
Augen
Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Das gilt auch für Pferde. Ein entspannter, klarer Blick des Pferdes heißt schlicht und ergreifend: Dem Tier geht es gut. Weit aufgerissene Augen, bei denen der weiße Teil des Augapfels zu sehen ist, stehen hingegen für Angst oder Aggression. Hier ist Vorsicht geboten.
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Pferdeohren
Oft heißt es, Pferde kommunizieren über ihre Ohren – und tatsächlich lassen sich an der Stellung der Ohren viele Emotionen und Reaktionen zuverlässig ablesen. Sind die Ohren aufrecht und spitz nach vorn gerichtet, zeigt das Tier Aufmerksamkeit und Interesse an seiner Umgebung. Leicht nach hinten oder zur Seite geneigte Ohren deuten hingegen auf Entspannung oder eine Dösphase hin.
Kritisch wird es, wenn die Ohren eng nach hinten an den Kopf gelegt sind: In solchen Momenten ist das Pferd meist schlecht gelaunt oder sogar aggressiv. Diese Haltung dient oft auch als Drohgebärde gegenüber Artgenossen. Zeigen die Ohren in unterschiedliche Richtungen – etwa eines nach vorn, das andere nach hinten oder zur Seite –, versucht das Pferd, mehreren Reizen gleichzeitig Aufmerksamkeit zu schenken.
Beim Reiten sind nach hinten gerichtete Ohren hingegen nicht automatisch ein schlechtes Zeichen: In diesem Fall bedeuten sie in der Regel lediglich, dass sich das Pferd auf den Reiter oder die Reiterin konzentriert.
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Pferdemaul und -lippen
Obwohl das Maul eines Pferdes zu den sensibelsten Körperregionen gehört, wird es von Laien oft nicht weiter beachtet, um die Stimmungen des Pferdes zu erkennen. Dabei sind auch hier Pferdegefühle sichtbar. Ein entspanntes Pferd lässt die Lippen entspannt hängen, manchmal öffnet sich in Dösphasen dann sogar das Maul und die Unterlippe hängt herunter. Angespannte Pferde pressen die Lippen eher fest zusammen. Auch Pferde, die Schmerzen haben oder krank sind, zeigen dieses Verhalten.
Nüstern
Die Nüstern, also die Nasenlöcher des Pferdes über dem Maul, verändern sich bei Angst oder Anspannung ebenfalls. Dann bläht das Pferd diese auf und der Atem wird schneller. Pferde sind Fluchttiere und erschrecken sie sich oder sind beunruhigt, ist das auch an den Nüstern schnell ablesbar.