12. August 2025, 10:58 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Manchmal sind es die Kleinsten, die den größten Eindruck hinterlassen. Die Falabellas beweisen genau das: Mit ihrer sanften Art, ihrer Intelligenz und ihrer zarten Statur bezaubern sie Menschen jeden Alters. Und nicht nur das: Ihr Einsatz als Blindenführpferde macht sie zu wahren Alltagshelden!
Herkunft
Die Geschichte der Falabellas reicht vielleicht weiter zurück, als man denkt. Nämlich bis in das Jahr 1845 mitten in die Pampa in Argentinien – im wahrsten Sinne des Wortes.
Dorthin verschlug es den irischen Züchter Patrick Newtall, der bei einem indigenen Volk auffallend kleine Ponys entdeckte. Begeistert von den Tieren nahm er einige Exemplare mit. Über mehrere Jahre züchtete er auf seiner Ranch in Argentinien eine eigene kleine Herde. Ende der 1870er-Jahre vermachte Newtall sein Wissen und seine gesamte Zucht seinem Schwiegersohn Juan Falabella.
Damit war der Grundstein für die spätere Namensprägung der Rasse gelegt. In den Folgejahren kreuzte Juan Falabella die Ponys mit anderen Rassen. Zunächst mit Shetlandponys, um die Größe der Falabellas zu erhalten. Später kamen Appalossas und das englische Vollblut, für ein elegantes, sportliches Exterieur hinzu.
Der internationale Durchbruch gelang in den 1960ern. Von da an wurden die Ponys an ausgewählte Käufer verkauft. Einer der ersten Abnehmer war kein Geringerer als der amerikanische Präsident John F. Kennedy. 1970 erfolgte schließlich die offizielle Benennung der Rasse als Falabella.
Aussehen
Zart, zierlich und zauberhaft – mit einem Stockmaß von 65 cm bis 90 cm machen die „Miniaturpferde“ ihrem Namen alle Ehre. Das kleinste dokumentierte Exemplar hatte eine Höhe von gerade einmal 30,4 cm.
Typisch für Falabellas ist ihr zierlicher Körperbau. Besonders auffällig dabei ist der fein geschnittene Kopf mit einem leicht nach innen gewölbten Nasenbein und verhältnismäßig kleinen Ohren. Der Hals ist meist mit einer dicken, dichten, manchmal buschigen Mähne bedeckt. Auch die kurzen, dennoch kräftigen sportlichen Beine fallen sofort ins Auge. Falabellas sind dabei schon fast richtige Leichtgewichte mit einer Körpermasse von 50 kg bis 70 kg. Ihre Fellfarben sind dabei äußerst vielfältig.
Fun Fact: Falabellas haben statt normalerweise 18 Rippenbögen nur 17.
Charakter & Gemüt
Sanft und smart – eine treffende Beschreibung für die charmante Pferderasse. Wie ihre großen Verwandten, gelten sie auch als sehr intelligente Tiere. Dabei zeichnen sie sich durch ihre Neugierde, ihr Interesse und ihre Gelehrigkeit aus. Falabellas sind für jeden Spaß zu haben und sind dabei total gutmütig. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel – auch Ponys können schlechte Tage haben und mal dickköpfig und stur sein. Alles in allem sind und bleiben sie überaus liebenswert.
Gang & Disziplin
Hilfsbereite Kraftpakete – die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp beherrschen die Miniaturpferde einwandfrei. Aufgrund ihrer Körpergröße sollten sie nicht geritten werden. Dafür brillieren sie als Showartisten und stellen das auch gerne mit raffinierten Kunststückchen unter Beweis. Manchmal werden sie auch vor leichte Gespanne gespannt.
Dank ihres sanften Wesens eignen sich Falabellas hervorragend für den therapeutischen Einsatz. Als Blindenführpferde leisten sie in diesem Bereich bereits seit Jahren wertvolle Dienste.
Richtige Haltung & Pflege
Wenig Pferd, viel Platz – nur weil sie deutlich kleiner sind als ihre Artgenossen, brauchen Falabellas nicht weniger Platz. Es sollte auf genug Bewegungsmöglichkeiten geachtet werden. Dabei ist von einer Offenstallhaltung eher abzusehen, da Falabellas aufgrund ihrer geringen Körpermasse dazu neigen, zu frieren. Im Winter ist es daher empfehlenswert, die Ponys einzudecken.
Ansonsten genießen Falabellas die Unterbringung in guter Gesellschaft. Bevorzugt werden dabei Ponys auf ungefährer Augenhöhe.
Ernährung
Raufutter bildet die Basis für eine ausgewogene Ernährung. Da die Ponys zu Übergewicht neigen, ist es nicht verkehrt, das Heu in Netzen anzubieten, um die Nahrungsaufnahme etwas zu entschleunigen. Zusätzliches Kraftfutter ist meist nicht nötig, bei Bedarf ist es natürlich eine mögliche Option. Ähnlich ist es bei Mineralfutter. Hierbei ist eine Abstimmung mit dem Tierarzt notwendig, um dem Tier individuell den bestmöglichen Futterplan bereitzustellen.
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Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten
Leider kann es durch die hohe Selektion in der Zucht zu Inzucht kommen. Nachkommen können dabei ein besonders anfälliges Immunsystem haben. Außerdem können durch schwache Gelenke und Knochen Einschränkungen in der Belastung und Bewegung dazukommen.
Risikoreich bleibt es auch bei den Geburten der Fohlen. Denn die Körper der Stuten sind überwiegend nicht ideal für die Strapazen der Geburt gebaut. So ist es fast eher üblich, einen Kaiserschnitt machen zu lassen.
Das Falabella im Überblick
- Charakter: intelligent, gutmütig, neugierig
- Stockmaß: 65–90 cm, 50–70 kg
- Fellfarbe: alle erlaubt
- Gang: schnellschrittig
- Disziplin: Blindenführpferd, Therapiepferd
- Besonderheiten: neigen zu Übergewicht und schwachen Gelenken