13. März 2026, 13:41 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Kaninchen gehören, was die Ernährung betrifft, zu den anspruchsvollsten Haustieren. Frisst ein Kaninchen nicht mehr, kann das schnell zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Auch das falsche Futter kann verheerende Folgen für die Kleintiere haben. PETBOOK erklärt daher, welche Lebensmittel für Kaninchen giftig sind.
Nicht alles, was wir kaufen, kann bedenkenlos verfüttert werden
Viele Halter gehen davon aus: Was in der Obst- und Gemüseabteilung im Einkaufswagen landet, kann auch bedenkenlos im Napf des Kaninchens landen. Schließlich handelt es sich um frische, pflanzliche Lebensmittel – was sollte daran schon problematisch sein? Doch so einfach ist es nicht. Nicht alles, was für Menschen gesund ist, ist auch für Kaninchen geeignet.
In freier Wildbahn kommt es vergleichsweise selten vor, dass Kaninchen giftige Pflanzen und Feldfrüchte fressen und daran sterben. Jungtiere lernen früh von ihrer Mutter, was bekömmlich ist und was sie meiden sollten. Hauskaninchen fehlt diese natürliche Auswahl jedoch weitgehend. Sie sind vollständig darauf angewiesen, dass ihre Halter ihnen geeignete Nahrung anbieten. Und tatsächlich ist längst nicht jede Obst- oder Gemüsesorte, die uns schmeckt und gut bekommt, auch für die empfindlichen Tiere verträglich. 1, 2, 3
Giftig oder nur ungeeignet? Das ist der Unterschied
Nicht alles, was Kaninchen krank macht, ist automatisch giftig. Experten unterscheiden zwischen toxischen Lebensmitteln, die bereits in kleinen Mengen schwere Vergiftungserscheinungen auslösen können, und solchen, die „nur“ ungeeignet sind, weil sie den empfindlichen Verdauungstrakt der Tiere überfordern.
Daneben gibt es Lebensmittel, die zwar keine klassischen Giftstoffe enthalten, für Kaninchen aber dennoch gesundheitsschädlich sind. Dazu zählen vor allem stark zucker- oder stärkehaltige Produkte. Sie können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen und Verdauungsprobleme verursachen – im schlimmsten Fall bis hin zur lebensgefährlichen Darmstase.
Avocados sind hochgiftig für Kaninchen
Zu den Lebensmitteln, die für Kaninchen tatsächlich giftig sind, zählt die Avocado. Sie enthält den natürlichen Giftstoff Persin. Während Menschen diesen Stoff in der Regel problemlos vertragen, kann er bei Kaninchen schwere Vergiftungserscheinungen auslösen. Schon kleinere Mengen können zu Atemnot, Herzproblemen, Schwäche oder Kreislaufstörungen führen. Im schlimmsten Fall endet eine Vergiftung tödlich. Avocado sollte daher grundsätzlich niemals an Kaninchen verfüttert werden – auch nicht in kleinen Mengen.
Kartoffeln sind für Kaninchen nicht geeignet
Kartoffeln gehören ebenfalls nicht in den Futternapf von Kaninchen. Rohe Kartoffeln enthalten Solanin, einen natürlichen Giftstoff, der bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Besonders hoch ist der Solaningehalt in grünen oder keimenden Stellen.
Doch auch gekochte Kartoffeln sind für Kaninchen ungeeignet. Sie enthalten große Mengen Stärke, die der empfindliche Verdauungstrakt der Tiere nur schlecht verarbeiten kann. Die Folge können Fehlgärungen im Darm, Blähungen und Durchfall sein.
Grüne Tomaten sind gefährlich
Tomaten gelten grundsätzlich nicht als giftig für Kaninchen – allerdings nur, wenn sie vollreif sind und ohne Stiel sowie Blätter verfüttert werden. Anders sieht es bei grünen, unreifen Tomaten aus. Sie enthalten wie auch die grünen Pflanzenteile Solanin, einen natürlichen Giftstoff.
Solanin kann bei Kaninchen zu Vergiftungserscheinungen wie Durchfall, Apathie, Zittern oder Krämpfen führen. Besonders empfindliche Tiere reagieren bereits auf kleinere Mengen. Auch Strunk und Blätter der Tomatenpflanze sollten daher grundsätzlich nicht im Napf landen.
Reife, rote Tomaten sind zwar nicht giftig, sollten aufgrund ihres hohen Wasser- und Zuckergehalts aber nur in kleinen Mengen als gelegentliche Ergänzung gefüttert werden.
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Rhabarber enthält problematische Oxalsäure
Rhabarber zählt ebenfalls zu den Lebensmitteln, die für Kaninchen nicht geeignet sind. Die Pflanze enthält Oxalsäure – einen Stoff, der im Körper Calcium bindet und so den Mineralstoffhaushalt beeinflussen kann.
Nehmen Kaninchen größere Mengen Oxalsäure auf, kann es zu Verdauungsproblemen, Schwäche, Appetitlosigkeit oder Durchfall kommen. In schweren Fällen sind auch Nierenprobleme möglich. Besonders empfindlich reagieren Jungtiere oder Tiere mit Vorerkrankungen.
Rhabarber sollte daher grundsätzlich nicht gezielt verfüttert werden. Auch wenn kleine Mengen nicht zwangsläufig sofort zu einer akuten Vergiftung führen, ist das Risiko für gesundheitliche Probleme unnötig hoch.
Kohl: Nicht giftig, aber mit Vorsicht zu genießen
Kohlsorten wie Weißkohl, Rotkohl, Wirsing oder Rosenkohl sind für Kaninchen grundsätzlich nicht giftig. Sie können jedoch stark blähend wirken. Der hohe Anteil bestimmter Kohlenhydrate kann im Darm zu Gärprozessen führen, die schmerzhafte Aufgasungen verursachen.
Vor allem Tiere, die Kohl nicht gewohnt sind, reagieren empfindlich. Wird Kohl gefüttert, sollte dies nur in kleinen Mengen und langsam angefüttert geschehen. Treten Blähungen, Unruhe oder verminderte Futteraufnahme auf, sollte er wieder vom Speiseplan gestrichen werden.
Spargel ist ungeeignet für Kaninchen
Spargel ist für Kaninchen zwar nicht giftig, aber ebenfalls kein geeignetes Futtermittel. Er enthält vergleichsweise wenig Rohfaser, dafür aber Stoffe, die die Verdauung unnötig belasten können. Zudem entspricht er nicht dem natürlichen Nahrungsspektrum der Tiere.
Gelegentlich kleine Mengen führen in der Regel nicht zu schweren Problemen, einen festen Platz im Speiseplan sollte Spargel jedoch nicht haben.
Mais ist zu stärkehaltig
Mais ist für Kaninchen nicht giftig, jedoch ungeeignet. Sowohl frische Maiskörner als auch getrockneter Futtermais enthalten viel Stärke. Diese kann im empfindlichen Verdauungssystem der Tiere zu Fehlgärungen führen und die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen.
Auch Maiskolben, wie sie häufig als Nagematerial verkauft werden, sind problematisch. Neben dem hohen Stärkegehalt können sich harte Bestandteile zudem zwischen den Zähnen festsetzen. Mais sollte daher nicht auf dem Speiseplan von Kaninchen stehen.
Kürbis nur in kleinen Mengen
Kürbis ist für Kaninchen grundsätzlich nicht giftig. Allerdings enthält er – je nach Sorte – relativ viel Zucker und wenig Rohfaser. Größere Mengen können daher Verdauungsprobleme verursachen. Als gelegentliche kleine Portion, etwa fein gewürfelt, ist Kürbis in der Regel verträglich. Kerne und stark gewürzte oder gegarte Kürbiszubereitungen sind jedoch tabu.
Hülsenfrüchte sind für Kaninchen ungeeignet
Hülsenfrüchte enthalten viel Stärke und Eiweiß – Nährstoffe, die nicht zum natürlichen Nahrungsspektrum von Kaninchen gehören. Ihr Verdauungssystem ist auf rohfaserreiche Pflanzenkost spezialisiert. Stärke- und eiweißreiche Lebensmittel können im Darm zu Fehlgärungen, Blähungen und Durchfall führen.
Rohe Hülsenfrüchte können zusätzlich problematische Stoffe enthalten, die Vergiftungserscheinungen auslösen können. Insgesamt gehören sie daher nicht in den Futternapf.
Dazu zählen unter anderem:
- Bohnen (roh besonders gefährlich)
- Erbsen
- Linsen
- Kichererbsen
- Sojabohnen
Banane ist eine Zuckerbombe
Bananen sind für Kaninchen nicht giftig, enthalten jedoch sehr viel Zucker und Stärke. Beides kann die empfindliche Darmflora stören und langfristig Übergewicht oder Verdauungsprobleme begünstigen. Wenn überhaupt, sollte Banane nur in sehr kleinen Stücken und als seltene Ausnahme gefüttert werden. Getrocknete Bananenchips sind aufgrund ihres konzentrierten Zuckergehalts besonders ungeeignet und gehören nicht in den Napf.
Weitere exotische Früchte
Viele tropische Früchte enthalten große Mengen Zucker. Dieser kann die empfindliche Darmflora von Kaninchen aus dem Gleichgewicht bringen und Verdauungsprobleme begünstigen. Zudem entsprechen exotische Obstsorten nicht dem natürlichen Futterangebot der Tiere.
Kleine Mengen führen nicht zwangsläufig zu akuten Problemen, sollten jedoch die Ausnahme bleiben.
Beispiele für ungeeignete oder nur selten zu verfütternde Früchte sind:
- Mango
- Papaya
- Litschi
- Physalis
- Ananas
- Kiwi
- Mandarine
- Orange
Steinobst nur sehr selten und in kleinen Mengen
Steinobst ist für Kaninchen nicht giftig, enthält jedoch ebenfalls vergleichsweise viel Zucker und kann bei empfindlichen Tieren Durchfall oder Verdauungsprobleme auslösen. Zudem bergen die harten Kerne ein Verletzungsrisiko und sollten grundsätzlich entfernt werden.
Die süßen Früchte sollten daher – wenn überhaupt – nur in sehr kleinen Mengen und als gelegentliche Ausnahme gefüttert werden. Für die tägliche Ernährung sind sie nicht geeignet.
Dazu zählen unter anderem:
- Kirschen
- Pfirsiche
- Nektarinen
- Pflaumen
- Mirabellen
- Aprikosen
Wichtig: Kerne und harte Steinbestandteile dürfen keinesfalls mitverfüttert werden.
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Zwiebel- und Knoblauchgewächse reizen den Magen-Darm-Trakt
Zwiebelgewächse enthalten Schwefelverbindungen (Sulfide), die die Schleimhäute reizen und bei Kaninchen zu Verdauungsstörungen führen können. In größeren Mengen können sie sogar zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen beitragen.
Auch wenn viele Kaninchen diese stark riechenden Pflanzen instinktiv meiden, sollten sie grundsätzlich nicht angeboten werden. Ähnliches gilt für Rettich und Radieschen, deren Senföle für Kaninchen nicht bekömmlich sind.
Dazu gehören unter anderem:
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Porree
- Frühlingszwiebeln
- Schnittlauch
So erkennen Sie eine Vergiftung bei Kaninchen
Hat ein Kaninchen Lebensmittel gefressen, die giftig sind, kann sich dies in folgenden Symptomen äußern:
- Krämpfe
- Zittern
- Lähmungen
- Blutiger Kot
- starker Durst
- Speichelfluss
Bei Verdacht sollte man sein Tier sofort zum Tierarzt bringen. Idealerweise nimmt man eine Probe der Pflanze oder des benagten Lebensmittels mit.