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Artgerechtes Gehege

Kaninchen draußen halten – was Halter wissen sollten

Kaninchen draußen im garten
Kaninchen draußen halten: Was viele unterschätzen – ohne richtige Vorbereitung kann es für die Tiere gefährlich werden. Foto: Wirestock
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

12. April 2026, 12:08 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Kaninchen im Garten halten – für viele klingt das nach einer besonders artgerechten Lösung. Frische Luft, viel Platz und natürliches Verhalten scheinen dafür zu sprechen. Doch so einfach ist es nicht: Wer seine Tiere draußen halten will, muss einiges beachten – sonst kann es schnell gefährlich werden.

Kaninchen draußen halten – wann geht das?

Grundsätzlich gilt: Kaninchen können draußen gehalten werden. Allerdings müssen Halter auf einige Dinge achten. Angefangen bei der richtigen Gruppierung bis hin zur richtigen Auswahl des Geheges. Draußen gibt es allerdings auch andere Temperaturschwankungen als drinnen, weswegen man eben hierfür auch entsprechende Vorkehrungen treffen sollte. Und im Falle eines Fuchsbesuches sollte das Gehege ebenfalls gewappnet sein.

Ab wann können Kaninchen draußen gehalten werden?

Ein entscheidender Faktor bei der Außenhaltung ist die richtige Gewöhnung an die Temperaturen. Kaninchen, die bereits ganzjährig draußen leben oder draußen geboren wurden, können in der Regel problemlos auch im Winter im Freien bleiben. Sie entwickeln ein dichtes Winterfell und passen sich gut an die Witterung an.1

Anders sieht es bei Wohnungskaninchen aus: Sie dürfen nicht einfach im Winter nach draußen gesetzt werden. Stattdessen müssen sie schrittweise an die Außentemperaturen gewöhnt werden, damit sich ihr Körper entsprechend anpassen kann.2

Der beste Zeitpunkt für die Umstellung ist das Frühjahr, idealerweise zwischen April und Mai, wenn keine starken Nachtfröste mehr zu erwarten sind. So haben die Tiere genügend Zeit, sich an wechselnde Temperaturen zu gewöhnen und bis zum Herbst ein schützendes Winterfell auszubilden.

Für Kaninchen kommt keine Einzelhaltung infrage

Zu einer artgerechten Haltung – egal ob drinnen oder draußen – gilt als allererstes: Kaninchen dürfen niemals alleine gehalten werden. Vor allem früher wurden oftmals ein Meerschweinchen mit einem Kaninchen zusammen gehalten – mittlerweile gilt das aber als überholt. Es sollten immer mindestens zwei Kaninchen gehalten werden, am besten bietet sich eine Gruppe mit bis zu sechs Kaninchen an. Allerdings sollten Halter dabei auf die Geschlechterverteilung achten.

Wie sollte das Gehege beschaffen sein?

Das Gehege sollte für zwei Kaninchen mindestens sechs Quadratmeter groß sein. Für jedes weitere Tier sollte die Fläche um etwa 20 Prozent erweitert werden. Viele handelsübliche Ställe sind dafür zu klein und daher ungeeignet. Grundsätzlich gilt: Je mehr Platz zur Verfügung steht, desto besser.

Neben der Größe ist auch die Einrichtung entscheidend. Kaninchen brauchen Verstecke und Rückzugsorte, erhöhte Flächen, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie ausreichend Platz zum Rennen und Buddeln. Unterschiedliche Untergründe und ein geschützter Futterplatz tragen zusätzlich zum Wohlbefinden bei.

Wichtig ist außerdem die Sicherheit: Das Gehege muss rundum – auch nach oben und unten – gegen Raubtiere wie Marder oder Füchse geschützt sein. Stabiler Volierendraht ist hier unerlässlich. Gerade wenn Halter ihre Tiere nicht täglich vor der Dämmerung sichern können, sollte das Gehege dauerhaft sicher gebaut sein.

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Außengehege benötigen Buddelschutz

Kaninchen buddeln für ihr Leben gern – und genau das kann schnell zum Problem werden. Ohne Sicherung graben sie sich im schlimmsten Fall aus dem Gehege heraus oder schaffen ungewollt einen Zugang für Fressfeinde. Deshalb sollte auch der Untergrund gut durchdacht sein.

Eine bewährte Lösung sind Gehwegplatten: Sie gelten als hygienisch, lassen sich leicht reinigen und verhindern zuverlässig, dass sich die Tiere nach draußen graben. Damit die harten Flächen die empfindlichen Pfoten nicht belasten, sollten sie jedoch mit Einstreu oder Mulch bedeckt werden.

Wer den natürlichen Buddeltrieb fördern möchte, kann alternativ mit einem gesicherten Erdaushub arbeiten, bei dem Draht unter und an den Seiten des Geheges verlegt wird. Das ist naturnäher.

In der Praxis hat sich oft ein Mittelweg bewährt: feste, sichere Flächen kombiniert mit Buddelmöglichkeiten wie einer Buddelkiste oder einem abgegrenzten Erdbereich.

Wie schütze ich das Gehege vor Wind und Wetter?

Neben der Sicherheit spielt auch der Wetterschutz eine zentrale Rolle. Ideal ist es, wenn zumindest ein großer Teil des Geheges überdacht ist. So bleiben trockene Rückzugsorte auch bei Regen erhalten – und gleichzeitig entstehen schattige Bereiche für heiße Tage. Wichtig: Schatten muss den ganzen Tag über vorhanden sein, da sich die Sonne ständig verändert.

Zusätzlich sollten vor allem die Wetterseiten geschützt werden, etwa durch feste Verkleidungen oder flexible Lösungen wie Planen. Dabei gilt: Im Winter muss das Gehege vor Wind und Nässe schützen, im Sommer aber gut durchlüftet bleiben, damit sich keine Hitze staut.

Kaninchen sind zwar erstaunlich robust, reagieren aber empfindlich auf extreme Temperaturen. Deshalb brauchen sie jederzeit die Möglichkeit, selbstständig geschützte, trockene und schattige Plätze aufzusuchen – egal ob bei Sommerhitze, Regen oder Schnee.

Quellen

  1. kaninchenwiese.de, „Außenhaltung“ (aufgerufen am 11.04.2026) ↩︎
  2. prokaninchen.ch, „Aussenhaltung von Kaninchen“ (aufgerufen am 11.04.2026) ↩︎

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