17. Dezember 2025, 13:37 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Kaninchen gelten fälschlicherweise als pflegeleicht – doch wer sie hält, weiß: Die sozialen Tiere brauchen täglich Aufmerksamkeit. Was aber, wenn ein Tagesausflug oder ein kurzer Trip ansteht? Wie lange können Kaninchen wirklich allein zu Hause bleiben, ohne dass ihr Wohl beeinträchtigt wird?
Kurzzeitige Abwesenheit bis zu 24 Stunden möglich
Ein grundlegender Punkt vorweg: Kaninchen dürfen niemals allein – also ohne Artgenossen – gehalten werden. Sie sind hochsoziale Tiere und brauchen die Gesellschaft von mindestens einem Partnertier. Leben sie zu zweit oder in einer Gruppe, können sie maximal 24 Stunden ohne menschliche Betreuung auskommen – vorausgesetzt, alles ist gut vorbereitet.
Es ist entscheidend, dass man solche Abwesenheiten gut plant, und auch, dass sie nicht dem Regelfall entsprechen. Kaninchen vermissen uns nicht so, wie Hunde oder Katzen es täten, allerdings haben sie natürlich auch Bedürfnisse, um die sich Halter kümmern müssen. Zum Beispiel empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund für Zwergkaninchen 70 Prozent frisches Grünfutter, 20 Prozent Gemüse und 10 Prozent Obst als kleines Leckerli pro Tag. Dies muss bei der Planung von Abwesenheiten berücksichtigt werden. 1
Eine weitere Faustformel, die sich auch für größere Kaninchen eignet, sind 200 Gramm Frischfutter pro Kilogramm Körpergewicht. Der gesamte Bedarf muss den Tieren für den Tag der Abwesenheit zur Verfügung stehen. Allerdings sollte das frische Obst besser nicht 24 Stunden im Käfig liegen, sondern den Tieren besser kurz vor der Abreise als Leckerli angeboten werden, oder man ersetzt es in diesem Fall durch langlebigeres Knollengemüse. Außerdem muss den Tieren auch ausreichend sauberes Wasser zur Verfügung stehen, am besten in großen Näpfen, nicht in Nippeltränken.
Was man bei der Haltung von Zwergkaninchen unbedingt beachten sollte
Wie man Kaninchen artgerecht hält
Bewegung begrenzen – aber Auslauf nicht vernachlässigen
Während der Abwesenheit der Halter sollten Kaninchen keinesfalls unbeaufsichtigt in der ganzen Wohnung herumhoppeln. Um Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten, ist es wichtig, sie in ihrem Gehege oder einem kaninchensicher eingerichteten Zimmer unterzubringen.
Dieses sollte ausreichend Platz zum Hoppeln und Verstecken bieten, aber keine Gefahrenquellen enthalten. Umso wichtiger ist es, dass die Tiere nach der Rückkehr ihrer Bezugspersonen möglichst schnell wieder mehr Auslauf erhalten, um sich ausreichend bewegen und ihre Umgebung erkunden zu können.
Daher ist ein ausreichend großes Gehege wichtig. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) empfiehlt für zwei Tiere eine Mindestfläche von sechs Quadratmetern. Für jedes weitere Kaninchen sollte diese Fläche um 20 Prozent erweitert werden. Diese Faustformel gilt für Tiere bis drei Kilogramm. Für größere Kaninchen muss noch mehr Platz zur Verfügung stehen und man richtet am besten ein Kaninchenzimmer ein.
Mehr als ein Tag? Betreuung muss sein
Wer länger als 24 Stunden nicht zu Hause ist, sollte eine zuverlässige Betreuungsperson organisieren. Diese sollte mindestens einmal, besser zweimal täglich nach den Tieren sehen. Neben der Futterversorgung gehören auch Gesundheitskontrollen, die Reinigung des Geheges, die Ermöglichung von Auslauf und der soziale Kontakt zur Aufgabe.
Neben einer privaten Urlaubsbetreuung kommt auch eine professionelle Unterbringung in einer Tierpension infrage. Hier kümmern sich Fachkräfte täglich um das Wohl der Tiere. In der Regel wird hier eine Tagespauschale fällig und die Anmeldung für die Betreuung muss (gerade in den Ferien) rechtzeitig im Voraus erfolgen.
Allerdings reagieren auch viele Kaninchen empfindlich auf die Abwesenheit vertrauter Personen und einen Umgebungswechsel. Ihr Gehege ist bekannt und ihr sicherer Rückzugsort. Längere Transporte, etwa im Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, sind sehr stressig für die empfindlichen Kleintiere. Geht es nicht anders, sollte man eine kaninchengerechte Transportbox benutzen, in der mindestens zwei Tiere Platz haben. So können sie gemeinsam reisen und einander beruhigen.
Zur Autorin
Louisa Stoeffler hielt viele Jahre Kaninchen, bevor sie sich der Katzenhaltung verschrieben hat – und setzt sich seither dafür ein, dass auch kleinere Heimtiere die Aufmerksamkeit und artgerechte Pflege bekommen, die sie verdienen. Als Fachredakteurin bei PETBOOK schreibt sie seit 2022 über Tierhaltung, Tierschutz und naturkundliche Themen.