8. August 2025, 12:43 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Kaum ein Haustier ist in deutschen Haushalten so weit verbreitet wie die Katze: Rund 15,9 Millionen Katzen lebten laut den Zahlen des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e. V. im Jahr 2024 hierzulande. Kein Wunder also, dass die beliebten Haustiere einen eigenen Aktionstag bekommen haben. Doch der Weltkatzentag am 8. August ist weit mehr als nur ein Anlass, um niedliche Fotos zu teilen oder das eigene Haustier mit Leckerli zu verwöhnen. Hinter dem Datum steckt eine klare Botschaft – und ein ernst gemeinter Appell.
Katzen als Seelentröster und Kultobjekte
Dass Katzen so viele Herzen erobern, kommt nicht von ungefähr. Die geschmeidigen Vierbeiner sind längst mehr als nur Haustiere – sie sind Familienmitglieder, emotionale Begleiter und manchmal sogar therapeutische Helfer. Gerade in Zeiten von Stress, Einsamkeit oder psychischer Belastung empfinden viele Menschen die Nähe einer Katze als beruhigend und tröstlich.
Hinzu kommt ihre besondere Präsenz in der Popkultur: Von literarischen Klassikern über Internet-Memes bis hin zu millionenfach geklickten Katzenvideos in den sozialen Medien – die Katze ist längst ein kulturelles Phänomen geworden. Der Weltkatzentag erinnert damit nicht nur an die Verantwortung, die mit ihrer Haltung einhergeht, sondern auch an die tiefe emotionale Verbindung, die Menschen und Katzen weltweit miteinander verbindet.
Woher kommt der Weltkatzentag?
Wer genau den Weltkatzentag ins Leben gerufen hat, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Doch eine Spur führt zum International Fund for Animal Welfare (IFAW). Die Tierschutzorganisation hatte im Jahr 2002 erstmals den 8. August zum Ehrentag für Katzen ausgerufen, um auf deren besondere Rolle im Leben vieler Menschen sowie auf Missstände im Tierschutz aufmerksam zu machen. Seitdem hat sich das Datum in vielen Ländern etabliert. Allerdings: In Japan, den USA oder Russland wird der Weltkatzentag jeweils an anderen Tagen begangen.
Allgemein soll der Aktionstag auf gleich mehrere katzenrelevante Themen aufmerksam machen. Beispielsweise auf Missstände in der Katzenhaltung, die leider noch vielerorts bestehen. Zudem soll auch auf die Bedrohung von Wild- und Großkatzen hingewiesen werden. Denn die wilde Verwandtschaft unserer Hauskatzen wird tagtäglich vor immer schwierigere Herausforderungen gestellt. So schwindet der natürliche Lebensraum der Tiere immer weiter, während Wilderer Jagd auf sie machen.
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Einige Katzenarten sind vom Aussterben bedroht
So sind mittlerweile viele Katzenarten wie Tiger, Rostkatzen, afrikanische Goldkatzen oder auch Schneeleoparden gefährdet und teilweise sogar vom Aussterben bedroht.1 Um dieses düstere Schicksal noch abzuwenden, müssen Politik und Gesellschaft zeitnah aktiv werden. So fordert Dr. Yvonne Würz von der Tierschutzorganisation Peta im Gespräch mit PETBOOK, dass die Politik dringend die Reißleine zieht und die Gesetzeslage entsprechend ändert.
Denn auch hierzulande ist das Leben vieler Katzen – vor allem Straßenkatzen – von massiven Qualen gezeichnet. „In Deutschland fristen rund zwei Millionen heimatlose Katzen ein trauriges Dasein. Sie sind die Nachkommen nicht kastrierter Katzen aus Privathaltung oder wurden selbst als ungewollte Katzenbabys ausgesetzt.“ Dabei seien sie als domestizierte „Haustiere“ auf die Fürsorge des Menschen angewiesen. „Viele der heimatlosen Tiere sind auf sich allein gestellt, fallen Tierquälerei zum Opfer oder sterben durch unbehandelte Krankheiten oder Unfälle einen qualvollen Tod“, so die Tierschützerin weiter.
Tierschützer fordern bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen
Viele dieser heimatlosen Streunerkatzen leiden aber oft nicht nur an Krankheiten, sondern auch an massiver Unterernährung. Besonders tragisch: „Die meisten der streunenden Katzen sind nicht kastriert und vermehren sich unkontrolliert mit anderen Streunerkatzen, nicht kastrierten Hauskatzen oder Wildkatzen. Unter den heimatlosen Katzen sind auch Tiere, die einmal ein Zuhause hatten, jedoch entlaufen sind oder ausgesetzt wurden“, erklärt Pressesprecher Tobias Udave von „Vier Pfoten“.
Daher fordere man für das novellierte Tierschutzgesetz eine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde, führt Karina Omelyanovskaya von „Vier Pfoten“ weiter aus. Zudem sollten auch die Daten der Halter überprüft werden, so die Tierschützerin weiter. „Hiermit könnten viele Probleme auf einmal gelöst werden – von der Rückführung entlaufener Katzen oder dem Ursprung von gefährlichen Krankheiten über die Eindämmung ausgesetzter Tiere bis hin zur finanziellen Entlastung der Tierheime.“
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„Das Tierleid ist enorm“
Doch das sind nicht die einzigen Punkte, in denen Katzen direkte Hilfe aus der Politik benötigen, erklärt Dr. Yvonne Würz. „Hinzu kommt, dass selbst die Privathaltung von exotischen und teils gefährlichen Katzenarten – wie Servale, Geparden oder Tiger – in Deutschland bislang kaum reguliert ist.“ Für viele Menschen sei die Haltung solcher Exoten eine Art Statussymbol. Und das nehme laut der Peta-Sprecherin immer extremere Ausmaße an.
„Es gibt einen regen Schwarzmarkt, wo Wildtiere für Hunderte bis Tausende Euro wie Ware über den Tisch gehen. Das Tierleid ist enorm – die Tiere werden in schlimmen Bedingungen gezüchtet und die Käufer haben meist auch keine Ahnung, wie man die Tiere artgerecht hält. Zoos und Zirkusse können Wildtiere nicht mal artgerecht halten, Privatpersonen erst recht nicht. Daher brauchen wir in Deutschland dringend ein Heimtierschutzgesetz.“
Peta fordert vollständiges Wildtierhaltungsverbot
So sei Würz davon überzeugt, dass eine Kastrations- und Registrierpflicht für Freigängerkatzen viel Tierleid verhindern könne. „Zudem setzen wir uns bei der Politik für ein vollständiges Verbot der Haltung von Wildtieren in Privathand, aber auch in Zirkussen, ein“, so die Peta-Sprecherin abschließend. Um auf diese katzenrelevanten Problematiken hinzuweisen und natürlich auch um das Zusammenleben mit Katzen zu feiern, wird nun weltweit am 8. August der Weltkatzentag gefeiert.
Meine Empfehlungen zum Weltkatzentag
„Zum Weltkatzentag möchte ich Ihnen als leitende Redakteurin folgende PETBOOK-Artikel ans Herz legen:
– Was die kaum bekannte Pallas-Katze so einzigartig macht
– 6 Verhaltensweisen von Katzen, die Menschen oft missverstehen
– Diese 17 Wildkatzen kennt kaum jemand
– So wurden Katzen domestiziert
– Faszinierende Fakten über den Ozelot
– Diese kaum bekannte Wildkatze liebt Wasser und bellt
Viel Spaß beim Lesen!“