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„Ist komplett verschwunden!“

Halterin heilt Tumor im Ohr ihrer Katze mit Manuka-Honig und Salz

Katze Kicia und ein blutiger Polyp im Ohr (Kreis)
Katze Kicia litt Jahre unter einem Tumor im Ohr – bis ihre Halterin eine besondere Behandlung startete und der Polyp schließlich verschwand. Foto: Rey Spandel
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

8. Januar 2026, 6:43 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Ein gutartiger Polyp im Ohr kann Katzen jahrelang belasten. Meist bleibt als Therapie nur eine Operation – oft ein größerer Eingriff mit Risiken. Der Fall der Katze Kicia ist jedoch außergewöhnlich: Ihre Halterin berichtet, dass sich die Wucherung nach einer Behandlung mit einer Mischung aus Manuka-Honig und Salz vollständig zurückgezogen hat. PETBOOK hat den Verlauf rekonstruiert und eine Stellungnahme der behandelnden Tierärztin eingeholt.

„Es lief ihr ein stinkendes, braunes Sekret aus dem Ohr“

Gutartige Tumore wie Ohrpolypen sind für Katzen meist kein akutes, aber ein langfristiges Problem. Sie wachsen langsam, verursachen immer wieder Entzündungen, Juckreiz oder Schmerzen – und verschwinden in der Regel nicht von selbst. Oft bleibt am Ende nur eine Operation. Der Fall der Katze Kicia zeigt jedoch, dass Krankheitsverläufe manchmal eine überraschende Wendung nehmen können.

Bei Kicia wurde ein Ohrpolyp im rechten Ohr diagnostiziert, der laut tierärztlicher Einschätzung bereits seit mehreren Jahren bestand und langsam wuchs. Halterin Rey Spandel erinnert sich noch gut an die ersten Symptome: „Es lief ihr ein stinkendes, gelbliches und braunes Sekret aus dem Ohr, und sie hat sich oft geschüttelt.“ Anfangs war der Polyp nicht sichtbar, da er tief im Gehörgang saß und erst Stück für Stück nach außen wuchs. Mit der Zeit wurde er für die Katze zunehmend belastend – vor allem durch Juckreiz und wiederkehrende Entzündungen.

Viele Tierärzte rieten zur Operation

Zwischen 2023 und 2024 wurde Kicia mehrfach tierärztlich untersucht. Die Tierarztpraxis am Vogelsfeldchen betreute die Katze erstmals im September 2023. Die geht aus Unterlagen hervor, die der PETBOOK-Redaktion vorliegen. Weitere Termine folgten im Oktober und November 2024. Zu diesem Zeitpunkt war der Polyp weiterhin vorhanden, zusätzlich hatte sich eine Entzündung des rechten Ohrs entwickelt. Um diese zu behandeln, wurden Ohrentropfen verordnet, die neben einem Antibiotikum auch einen Wirkstoff gegen Pilzinfektionen sowie Cortison enthalten.

Auch andere Tierärzte und Kliniken, in denen Rey Spandel ihre Katze vorstellte, kamen im Laufe der Jahre zu ähnlichen Einschätzungen. Die Empfehlungen lauteten eigentlich immer Operation oder eine teure Lasertherapie, fasst Spandel zusammen. Besonders belastend war für sie die Empfehlung, das komplette Ohr samt Gehörgang zu entfernen, um die Wurzeln des Polypen zu beseitigen. Die möglichen Folgen erschienen zu gravierend. „Es wäre auch sehr riskant für sie gewesen“, so Spandel.

Manuka-Salbe brachte erste Erfolge

Im Oktober 2024 kam es dann zu einem Zwischenfall, den auch die zu diesem Zeitpunkt behandelnde Tierärztin, Dr. Lidia Lesniczak, beschreibt: Das Ohr reagierte stark entzündlich, teilweise ging sogar Haut an der Ohrmuschel verloren. Daraufhin wurde eine Manuka-Salbe verordnet. Der Polyp war zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden, wenn auch bereits etwas kleiner. Nach einigen Wochen besserte sich der Zustand des Ohrs deutlich: Die Entzündung ging zurück, die Haut regenerierte sich. Dennoch kratzte sich Kicia weiterhin stark, sodass der Polyp immer wieder blutete. Zusätzlich wurde deshalb ein Ohrmedikament eingesetzt.

Auf PETBOOK-Nachfrage äußert sich Tierärztin Dr. Lidia Lesniczak positiv zum Einsatz von Honig in der Tiermedizin. Sie schreibt, sie habe „sehr gute Erfahrungen mit Honig/Manuka gemacht“, betont aber auch, dass häufig weitere Medikamente wie Kortison oder lokale Antibiotika notwendig seien. Aus fachlicher Sicht bleibt für sie die operative Entfernung – bevorzugt mittels Laser – die empfohlene Standardtherapie bei Ohrpolypen.

Ohrpolyp von Katze Kicia vor (links) und nach der Behandlung mit Manuka-Honig
Ohrpolyp von Katze Kicia vor (links) und nach der Behandlung mit Manuka-Honig und Salz. Foto: Rey Spandel

Polyp verschwand nach einem Monat Behandlung vollständig

Die entscheidende Veränderung trat aus Sicht der Halterin in einer Phase intensiver täglicher Behandlung ein. Über mehrere Wochen hinweg reinigte sie das Ohr regelmäßig und behandelte es mit Manuka-Honig und Salz. Bereits nach der ersten Anwendung zeigte sich eine deutliche Reaktion. „Am nächsten Tag war [der Polyp] dann kleiner, der Geruch war weg und das Ohr war trocken“, wie Spandel PETBOOK berichtet. „Ich habe diese Behandlung ca. einen Monat durchgeführt, bis der Polyp vollständig verschwunden ist. Er kam danach auch nicht wieder.“

Auch die behandelnde Tierärztin bestätigt diesen Ausgang indirekt. In ihrer Stellungnahme schreibt sie, die Besitzerin habe im Oktober 2025 berichtet, dass die Polypen nach einigen Wochen intensiver Therapie mit Otisur, Manuka und Salz verschwunden seien. Eine Kontrolluntersuchung ist für Anfang Januar geplant. Der PETBOOK-Redaktion legen Fotos der Katze vor und nach der Behandlung vor.

Warum Honig auch heilende Wirkung hat

Honig wird schon lange nicht nur als Lebensmittel, sondern auch wegen seiner antimikrobiellen Eigenschaften geschätzt. Entscheidend dafür ist unter anderem das Enzym Glucoseoxidase, das in naturbelassenem, nicht erhitztem Honig enthalten ist. Wird Honig verdünnt, setzt dieses Enzym Wasserstoffperoxid frei, das die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmen kann.

Übrigens gilt das nicht nur für Manuka-Honig. Auch heimische Sorten können für Wundversorgung eingesetzt werden. Untersuchungen zeigen, dass insbesondere schonend verarbeitete Honige aus der Imkerei – etwa Sorten wie Edelkastanie oder Sommertracht – hier relevante Enzymaktivitäten aufweisen.

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Manuka-Honig wirkt auch gegen resistente Bakterien

Manuka-Honig unterscheidet sich von anderen Honigen durch seinen hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO), einem besonders stabilen antibakteriellen Wirkstoff, der auch in saurem oder enzymreichem Milieu aktiv bleibt. Studien zeigen, dass Manuka-Honig und hochwertige lokale Honige eine vergleichbare antibakterielle Wirkung entfalten können – selbst gegen Keime, die gegenüber vielen Antibiotika resistent sind.

Der Vorteil von Manuka-Honig liegt vor allem in der gleichbleibenden und messbaren Wirkstärke, während die Wirksamkeit anderer Honige stark von Sorte, Verarbeitung und Lagerung abhängt. Wichtig ist dabei: Die positiven Eigenschaften von Honig sind empfindlich gegenüber Licht und Hitze und bleiben nur erhalten, wenn der Honig naturbelassen, kühl und dunkel gelagert wird. Mehr zur Wirkung des Manuka-Honigs erfahren Sie bei den Kollegen von FITBOOK.

Keine allgemeine Lösung

Rey Spandel ist überzeugt: „Die Kombination aus Manuka-Honig und Salz war ausschlaggebend.“ Der Honig habe antibakterielle Eigenschaften und halte das Gewebe geschmeidig, während Salz osmotisch wirke und dem Polypen Wasser entziehe. Wissenschaftlich belegt ist dieser Mechanismus bislang nicht – und genau das ist der Halterin von Kicia auch wichtig zu betonen.

Heute geht es der Katze gut. „Der Polyp ist vollständig weg, sie hat ihr Ohr behalten, keine Probleme mehr und ist für eine ältere Katzendame komplett gesund.“ Gleichzeitig warnt Rey Spandel ausdrücklich davor, den eigenen Weg als allgemeine Lösung zu verstehen. „Meine Methode müsste erst bei anderen Katzen ausprobiert werden.“ Wer mit ähnlichen Problemen konfrontiert ist, sollte sich gut informieren und Verantwortung übernehmen.

Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

Erfahrungen mit Honig bei Tierwunden

„Als Imkerin und Biologin, die seit Jahrzehnten mit Bienen arbeitet, ist mir auch die Apitherapie nicht fremd. Darunter versteht man die therapeutische Nutzung von Bienenprodukten wie Honig, Propolis oder Bienengift zur Vorbeugung und Behandlung verschiedener Beschwerden. Als meine Katze Kimmie eine schlimme Hautentzündung am After hatte, haben wir auf alles Mögliche getestet und gegen Pilze und Bakterien behandelt. Leider half nichts auf Dauer und die Wunde wurde immer schlimmer. Weil ich ohnehin immer Honig zu Hause habe, schmierte ich davon etwas auf die Wunde. Nach ein paar Tagen sah die Wunde deutlich besser aus und nach zwei Wochen wuchs endlich wieder Fell und ich konnte die Behandlung einstellen. Seitdem kommt Honig öfter mal bei uns bei kleinen Wunden zum Einsatz – am besten eignet sich dafür dickflüssiger, bereits auskristallisierter Honig, der kühl und dunkel gelagert wurde.“

Wichtiger Hinweis der PETBOOK-Redaktion

Der hier geschilderte Fall beschreibt einen individuellen Verlauf und stellt keine Therapieempfehlung dar. Ohrpolypen bei Katzen sind ernstzunehmende Erkrankungen, die immer tierärztlich abgeklärt und begleitet werden müssen. Die operative Entfernung gilt weiterhin als medizinischer Standard. Auch wenn Manuka-Honig in der Tiermedizin unterstützend eingesetzt wird, ist die Anwendung von Honig- oder Salzlösungen im Katzenohr nicht wissenschaftlich untersucht und kann – falsch angewendet – zu schweren Entzündungen oder Verletzungen führen.

Tierhalter sollten daher keine Selbstversuche ohne tierärztliche Rücksprache durchführen. PETBOOK übernimmt keine Haftung für Schäden, die aus der Nachahmung des beschriebenen Vorgehens entstehen.

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