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Bildet Metastasen

Dieser Tumor ist beim Hund oft bösartig – so erkennen Sie ihn

Mammatumor beim Hund
Mammatumore sind die am häufigsten vorkommende Krebsart bei Hündinnen. Foto: Getty Images
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Porträtbild Mareike Schmidt
Redakteurin

23. Oktober 2025, 5:49 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Ein kleiner Knoten am Gesäuge der Hündin kann harmlos sein – oder ein Warnsignal für eine ernsthafte Erkrankung. Bei vielen Haltern löst dieser Fund zunächst Unsicherheit aus. Dabei ist schnelles Handeln entscheidend, denn hinter solchen Veränderungen kann ein Tumor stecken – gutartig oder bösartig. Wer die Symptome früh erkennt und die Risiken kennt, kann viel für die Gesundheit seines Hundes tun.

Was sind Mammatumore?

Mammatumore gehören zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei älteren Hündinnen. Dabei handelt es sich um Neubildungen in den Milchdrüsen. Da es sich um Gesäugetumoren handelt, sind vor allem Hündinnen betroffen. Etwa die Hälfte dieser Tumore ist bösartig und kann in andere Organe wie Lunge oder Lymphknoten streuen. Eine rechtzeitige Diagnose durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt ist deshalb entscheidend.

Ursachen und Risikofaktoren von Mammatumoren

Grundsätzlich können Hunde jeden Alters an Mammatumoren erkranken. Die Entstehung dieser Tumore bei Hunden ist aber eng mit hormonellen Einflüssen verknüpft. Inwiefern eine Kastration das Risiko für gutartige oder bösartige Mammatumore senkt, hängt vom Zeitpunkt des Eingriffs ab. Kastriert man Hündinnen vor ihrer ersten Läufigkeit, liegt das Risiko nur bei etwa 0,5 Prozent. Bei einer Kastration nach der ersten Läufigkeit steigt das Risiko auf 8 Prozent. Bei einem Eingriff nach der zweiten Läufigkeit steigt es sogar auf 26 Prozent. Eine Kastration ab dem Alter von 2,5 Jahren wirkt sich nicht mehr verringernd auf das Tumorrisiko aus.

Wer seine Hündin nicht kastrieren lassen möchte und die Läufigkeit mit Hormonpräparaten unterdrückt, sollte dies gut abwägen, da sie die Entstehung von Mammatumoren begünstigen können.

Generell erkranken nicht kastrierte Hündinnen etwa zweieinhalb bis viermal häufiger an Tumoren der Milchdrüse als kastrierte Hündinnen. Ist eine Hündin bereits erkrankt, hat eine nachfolgende Kastration keinen Einfluss mehr auf die Erkrankung oder auf einen möglichen Rückfall.

Neben der hormonellen Komponente spielen auch Alter und Rasse eine Rolle: Mammatumore treten meist bei Hunden im Alter zwischen acht und zwölf Jahren auf und bestimmte Rassen wie Pudel, Cocker Spaniel, Terrier und Deutsche Schäferhunde zeigen eine erhöhte Anfälligkeit. Ein Zusammenhang zwischen der Tumorbildung und Übergewicht und einem hohen Fettverbrauch wurde ebenfalls festgestellt.1

Symptome

Erste Anzeichen für Mammatumore beim Hund zeigen sich oft in Form von tastbaren Knoten oder Verhärtungen entlang der Gesäugeleiste. Sie können einzeln oder mehrfach auftreten und betreffen häufig eine oder mehrere Milchleisten gleichzeitig. In manchen Fällen kommt es zu sichtbaren Veränderungen der Haut über dem Tumor, etwa zu Rötungen, Schwellungen oder gar Geschwüren. Bei bösartigen Tumoren können Schmerzen auftreten, insbesondere wenn sie schnell wachsen oder sich entzünden.

Hat der Tumor bereits gestreut, können unspezifische Allgemeinsymptome wie Husten, Abgeschlagenheit oder Gewichtsverlust hinzukommen. Da selbst kleine Knoten Hinweise auf bösartige Veränderungen sein können, ist eine frühzeitige tierärztliche Abklärung dringend geraten.

Auch interessant: Scheinschwangerschaft bei Hündinnen – Anzeichen, Risiken und Behandlung

Verlauf und Wachstumsgeschwindigkeit von Mammatumoren

Mammatumoren beim Hund können sich über einen langen Zeitraum hinweg unauffällig verhalten und dann plötzlich ein aggressives Wachstum zeigen. Selbst sehr bösartige Tumoren können zunächst stabil erscheinen und dann innerhalb kurzer Zeit deutlich an Größe zunehmen. Oft ist ein schnelles Wachstum mit Schmerzen verbunden, was sich im Verhalten des Tieres widerspiegeln kann.

Auch die Bildung multipler Tumoren innerhalb einer Gesäugeleiste ist möglich, wobei jede dieser Veränderungen individuell beurteilt werden muss. Eine klare Abgrenzung vom umliegenden Gewebe ist dabei oft erschwert – selbst für erfahrene Tierhalter. Daher gilt: Jede tastbare Veränderung im Gesäuge sollte umgehend tierärztlich abgeklärt werden, unabhängig von deren Größe oder Wachstumsgeschwindigkeit.2

Diagnose

Die Diagnose eines Mammatumors beginnt mit einer gründlichen klinischen Untersuchung des Hundes, bei der nicht nur die Gesäugeleiste, sondern auch die umliegenden Lymphknoten abgetastet werden. Um Metastasen auszuschließen oder nachzuweisen, werden meist Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und ein Ultraschall der Bauchorgane durchgeführt. In vielen Fällen wird auch eine Probe aus dem Tumor gewonnen – entweder durch eine Feinnadelaspiration oder eine Gewebebiopsie – um die Art des Tumors mikroskopisch zu bestimmen.

Ergänzend dazu liefern Blutuntersuchungen wichtige Informationen über den allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes.

Behandlung

Die Therapie von Mammatumoren bei Hunden richtet sich nach Größe, Ausdehnung und bösartigem Potenzial der Veränderung. In den meisten Fällen wird der Tumor chirurgisch entfernt. Je nach Befund wird entweder nur der Tumor selbst, die betroffene Milchdrüse oder ein größerer Teil der Milchleiste entfernt. In schweren Fällen kann auch eine vollständige Entfernung der Gesäugeleiste notwendig sein.

Ist der Tumor bösartig oder hat sich bereits in andere Organe ausgebreitet, kann zusätzlich eine Chemotherapie in Erwägung gezogen werden. Ziel dabei ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität der Hündin so lange wie möglich zu erhalten.3

Prognose

Die Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Art und Größe des Tumors, dem Stadium der Erkrankung und ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Gutartige Tumore haben in der Regel eine gute Prognose, wenn sie früh erkannt werden.

Bösartige Tumore haben meist eine schlechtere Prognose. Das rechtzeitige Erkennen und Entfernen des Tumors kann die Prognose allerdings verbessern, vorwiegend wenn sich noch keine Metastasen gebildet haben.

Pauschal kann man keine Aussage hinsichtlich der Prognose oder der Lebenserwartung der Hündin treffen. Wichtig ist zu betonen, dass eine frühzeitige Erkennung entscheidend sein kann, weshalb man selbst bei der kleinsten Veränderung an der Gesäugeleiste einen Tierarzt aufsuchen sollte.4

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Nachsorge nach der Operation

Nach der operativen Entfernung eines Mammatumors ist eine sorgfältige Nachsorge entscheidend für die Wundheilung und das Wohlbefinden der Hündin. Direkt nach dem Eingriff sollte dem Tier erst wieder Wasser und Futter angeboten werden, wenn es vollständig wach und sicher auf den Beinen ist. Die Operationswunde wird in der Regel vernäht und muss nach zwei Tagen kontrolliert, die Fäden nach zwölf bis vierzehn Tagen entfernt werden.

Zur Unterstützung der Heilung wird häufig ein Bauchverband angelegt, der in den ersten Tagen regelmäßig gewechselt werden sollte. Wurde eine Drainage eingesetzt, ist diese zu entfernen, sobald das Wundsekret deutlich zurückgegangen ist. Zusätzlich erhalten Hunde in den Tagen nach der Operation häufig erneut Schmerzmittel oder Antibiotika, um Komplikationen zu vermeiden. Übermäßiges Belecken der Wunde sollte verhindert werden, auch wenn leichtes Putzen im Bereich erlaubt ist. Sollte sich das Verhalten der Hündin nach dem ersten Tag nicht normalisieren oder Unsicherheiten bestehen, ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Praxisteam dringend empfohlen.5

Kann man Mammatumoren vorbeugen?

Die effektivste Maßnahme zur Vorbeugung ist die frühe Kastration vor oder nach der ersten Läufigkeit. Auch eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, da Übergewicht Mammatumore begünstigen kann.

Die Behandlung mit Hormonen sollte ebenfalls gut überlegt sein, da sie das Auftreten von Mammatumoren beim Hund fördern können. Wer eine Hormonbehandlung in Erwägung zieht, sollte dies mit seinem behandelten Tierarzt besprechen.

Außerdem helfen regelmäßige tierärztliche Kontrollen, Veränderungen im Gesäuge frühzeitig zu entdecken.

Quellen

  1. zentrum-kleintiermedizin.de, „Mammatumoren beim Hund“ (aufgerufen am 22.10.2025) ↩︎
  2. tierklinik-hofheim.de, „Mammatumoren beim Hund“ (pdf-Datei) ↩︎
  3. tierarzt-kleinmachnow.de, „Mammatumor-OP“ (aufgerufen am 22.10.2025) ↩︎
  4. tgz-suedharz.de, „Mammatumor beim Hund“ (aufgerufen am 22.10.2025) ↩︎
  5. tgz-suedharz.de, „Mammatumor beim Hund“ (aufgerufen am 22.10.2025) ↩︎

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