5. Mai 2026, 13:51 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Im Gegensatz zur menschlichen Akne hat Feline Akne, auch Kinnakne genannt, bei Katzen laut Forschungsergebnissen keine hormonelle Ursache. Dennoch kann sie für die Stubentiger störend sein, da sie Juckreiz und schmerzhafte Hautentzündungen auslösen kann. Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass Katzen schwarze Mitesser am Kinn oder Pickel entwickeln? PETBOOK verrät, wie man Katzenakne erkennt und wie sie richtig behandelt wird.
Symptome von Kinnakne bei Katzen
Katzenakne bleibt bei vielen Tieren oft lange unbemerkt. Leichte Formen der felinen Akne sehen eher wie kleine Abschürfungen aus oder fallen besonders in dunklem Fell gar nicht erst auf. Erst wenn sie schwerwiegender ausfällt und Beschwerden verursacht, wird sie in der Regel entdeckt.
Typisch für die Erkrankung sind Mitesser (schwarze Punkte), kleine Knötchen (Papeln) oder Eiterpickel (Pusteln), die vor allem am Kinn auftreten. Die Kinnakne äußert sich damit ähnlich wie die menschliche Hautkrankheit. Die Talgproduktion ist hierbei häufig erhöht. Dies ist bei weißen oder hellen Katzen auch durch gelblich eingefärbtes Fell erkennbar, denn der Talg ist gelblich. Hinzu kommt eine Verhornungsstörung der Haut, die schließlich dazu führt, dass Poren verstopfen und sich Pickel und Schwellungen bilden.1
Oft bleibt es bei harmlosen Mitessern, die der Katze keine Beschwerden bereiten. In schwereren Fällen kommt es jedoch zu Entzündungen: Die Haut kann gerötet, geschwollen und schmerzhaft sein. Bei vielen Katzen führt dies zu blutigen und anschließend verkrusteten Hautstellen, die auch starken Juckreiz und damit einhergehende Unruhe auslösen können.
Oft tritt die feline Akne zunächst am Kinn auf, weshalb sie umgangssprachlich auch als Kinnakne bezeichnet wird. Bei schwerem Verlauf können die betroffenen Hautstellen auch an anderen Partien des Kopfs sowie am Schwanzansatz auftreten, haarlos werden und Blutungen aufweisen. Häufig sind die Stellen zudem schuppig, auch weil Katzen dort vermehrt kratzen oder reiben.
Zur besseren Einordnung lässt sich der Verlauf grob in drei Schweregrade einteilen:
- Leicht: Mitesser ohne Entzündung, meist keine Beschwerden
- Mittel: Papeln und Pusteln, erste Entzündungen
- Schwer: ausgeprägte Entzündungen, Abszesse, Schmerzen und Haarausfall
Ursachen von Kinnakne
Menschliche Akne und Katzenakne haben unterschiedliche Ursachen. Während bei menschlicher Akne meist ein hormonelles Ungleichgewicht verantwortlich ist, ist die genaue Ursache der Katzenakne nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken.
Grundsätzlich liegt der Erkrankung häufig eine Störung der Haut zugrunde: Durch eine Verhornungsstörung können die Ausführungsgänge der Talgdrüsen verstopfen. Der Talg staut sich, Haarfollikel werden blockiert und es entstehen Mitesser. Vermehren sich zusätzlich Bakterien oder Hefepilze in dem angestauten Sekret, kann sich die Haut entzünden und es bilden sich Pusteln.
Zu den möglichen Auslösern zählen unter anderem:
- Stress
- eingeschränktes oder mangelhaftes Putzverhalten
- Nährstoffmangel
- geschwächtes Immunsystem (z. B. durch andere Erkrankungen)
- gestörte Talgproduktion
Auch äußere Faktoren spielen eine Rolle. Besonders häufig wird eine sogenannte Futternapf-Akne beobachtet: Vor allem bei Plastiknäpfen können sich durch die poröse Oberfläche leichter Bakterien ansiedeln, die die Haut zusätzlich reizen.2
Warum manche Katzen betroffen sind und andere nicht, ist bislang unklar. Wahrscheinlich handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen, bei dem mehrere Auslöser zusammenkommen.
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Kinnakne bei Katzen behandeln
Laien können Katzenakne meist kaum von anderen Hautkrankheiten unterscheiden und sollten deshalb bei auffälligen Hautveränderungen umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Erst dieser kann andere Krankheiten wie Parasitenbefall oder Pilzinfektionen ausschließen und die passende Behandlung empfehlen.
Diese kann beispielsweise folgende Maßnahmen umfassen:
- Reinigung: Bei Katzenakne entzünden sich die betroffenen Hautstellen häufig durch Bakterien. Deshalb kann es sinnvoll sein, den Kinnbereich vorsichtig zu reinigen. Geeignet sind tierärztlich empfohlene antiseptische Lösungen, etwa mit Chlorhexidin oder spezielle Shampoos mit Benzoylperoxid. Aggressive Hausmittel wie Alkohol oder Teebaumöl sind für Katzen ungeeignet und können schädlich sein. Die Mitesser oder Pickel sollten außerdem nicht ausgedrückt werden, da dies Entzündungen verschlimmern kann.
- Geeignete Fress- und Trinknäpfe: Bei Katzen mit Kinnakne sollten Näpfe regelmäßig gereinigt werden. Materialien wie Metall, Glas oder Keramik sind Plastik vorzuziehen, da sich dort weniger Keime festsetzen.
- Fell entfernen: Bei ausgeprägten Fällen können betroffene Stellen geschoren werden, um die Behandlung zu erleichtern.
- Medikamente: Bei stärkeren Entzündungen verschreibt der Tierarzt Antibiotika oder entzündungshemmende Salben. In schweren Fällen kann auch eine systemische Therapie notwendig sein. Liegt zusätzlich ein Pilzbefall vor, kommen Antimykotika zum Einsatz.
- Shampoo: Leichte Formen lassen sich häufig mit speziellen medizinischen Shampoos behandeln, die überschüssigen Talg entfernen.
- Blutbild: Besteht der Verdacht auf einen Nährstoffmangel oder eine Grunderkrankung, kann ein Blutbild sinnvoll sein.
In vielen Fällen bessert sich die Katzenakne durch die Behandlung. Allerdings kann sie immer wieder auftreten und einen chronischen Verlauf nehmen.
Wie kann man Kinnakne vorbeugen?
Eine gezielte Vorbeugung ist nur eingeschränkt möglich, da die genaue Ursache der Katzenakne nicht bekannt ist. Ein hochwertiges Futter versorgt die Tiere mit allen wichtigen Nährstoffen und kann die Hautgesundheit unterstützen. Hierbei kann auch die regelmäßige Fütterung von fischreichem Futter sinnvoll sein, da dieses höhere Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthält. Es gibt Hinweise, dass diese Fettsäuren den Verlauf positiv beeinflussen können.
Zusätzlich können einige Maßnahmen helfen, das Risiko für Kinnakne oder Rückfälle zu senken. Futter- und Wassernäpfe sollten regelmäßig gereinigt werden und möglichst aus Keramik, Glas oder Metall bestehen, da sich in Plastiknäpfen leichter Keime festsetzen können. Auch flache Näpfe können sinnvoll sein, damit das Kinn beim Fressen weniger Kontakt mit dem Napfrand hat. Bei anfälligen Katzen kann es außerdem helfen, das Kinn nach dem Fressen vorsichtig zu reinigen. Stressreduktion und Unterstützung bei der Fellpflege, etwa bei älteren oder übergewichtigen Katzen, können ebenfalls vorbeugend wirken.
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Ist Kinnakne ansteckend und kommt sie wieder?
Katzenakne ist sowohl für andere Tiere als auch für Menschen nicht ansteckend. Zudem ist die Prognose in der Regel gut, da es sich meist um eine harmlose Hauterkrankung handelt. Allerdings neigt die Kinnakne dazu, wieder aufzutreten. Das ist jedoch bei jedem Tier unterschiedlich. Während viele Katzen nur einmal Symptome haben, kommt es bei anderen regelmäßig zu Rückfällen oder einem chronischen Verlauf.3
Wann sollte man zum Tierarzt?
Leichte Formen von Kinnakne mit wenigen Mitessern sind oft harmlos und müssen nicht zwingend behandelt werden. Dennoch ist es sinnvoll, die Hautveränderungen einmal tierärztlich abklären zu lassen, um andere Ursachen auszuschließen.
Ein Tierarztbesuch ist besonders wichtig, wenn:
- die Haut stark gerötet oder geschwollen ist
- Eiter, Blutungen oder Krusten auftreten
- die Katze Schmerzen zeigt oder sich häufig kratzt
- die Beschwerden nicht besser werden oder sich verschlimmern
In diesen Fällen sollte die Katze immer untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.