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Zoomies und miauen

Ist meine Katze normal? Diese Verhaltensweisen sind völlig typisch

Eine orange Katze sitzt auf dem Tisch und hat gerade eine Vase kaputtgemacht
In Haushalten mit Katzen geht schon einmal das gute Porzellan zu Bruch. Aber liegt das daran, dass die Katze nicht „normal“ ist, oder dass die Halter das arttypische Verhalten der Tiere missinterpretieren? Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

30. Juli 2026, 5:59 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Rennt Ihre Katze plötzlich durch die Wohnung, wirft Dinge vom Tisch oder hört nicht auf ihren Namen? Was viele Halter für problematisch halten, ist laut Forschern oft völlig normal. Eine neue Studie hat untersucht, welche Verhaltensweisen tatsächlich typisch für Katzen sind.

Was ist eigentlich normales Katzenverhalten?

Viele Menschen sind überzeugt, dass Katzen manchmal völlig unvorhergesehene Dinge tun, sprich nicht ganz „normal“ oder sogar etwas „verrückt“ sind. Doch was wirklich „normal“ ist oder auffällig, soll der Verhaltenstest Fe-BARQ erklären. Der „Feline Behavioral Assessment & Research Questionaire“ (Feline Verhaltensbewertung und Recherche-Fragebogen) wurde bereits 2017 an der Universität Pennsylvania in den USA entwickelt. Eine neue Studie aus Spanien hat ihn jetzt angewendet und kommt zu bahnbrechenden Ergebnissen.1

90 Prozent aller Katzen sind völlig „normal“

Das Wort „normal“ hat in diesem Zusammenhang einen ziemlich bitteren Beigeschmack, wenn es um das Verhalten von Katzen geht. Denn immer wieder werden Tiere ins Tierheim abgegeben, weil ihr Verhalten bemängelt wurde. Katzen landen zuhauf im Tierheim, da sie sich nichts sagen lassen, ungefragt auf Tische springen, Vasen herunterschmeißen oder auch mal kratzen, wenn ihnen etwas nicht passt.

Doch, dass sich potenzielle Katzenhalter darüber im Klaren sein sollten, wie sich eine Katze verhält, bevor sie sich eine anschaffen, war den Wissenschaftlern der Universität Córdoba in Spanien ein großes Anliegen bei der Recherche. David Menor-Campos, Veterinär und Doktor der Ethologie (Tierverhalten), und seine Kollegen haben sich dabei gefragt, was denn zu normalen, kätzischen Verhalten gehört, und was eben nicht. Dazu werteten sie 816 Fe-BARQ-Blätter aus und veröffentlichten ihre Auswertung im Fachmagazin „Journal of Veterinary Behavior“.2

Es zeigte sich, dass Neugier ein normales Verhalten von Katzen darstellt, das 83 Prozent aller Tiere zeigen. Ebenso offensichtlich war Schnurren beim Streicheln typisch für Katzen, denn ganze 81 Prozent taten dies. Ebenfalls zeigten 80 Prozent der Tiere durch Miauen ihre Bedürfnisse an. Sei es, dass sie Futter haben oder hinauswollten. Ganze 70 Prozent reagierten sogar darauf, wenn sie gerufen wurden, was manche Katzenbesitzer vielleicht doch überraschen dürfte.

Diese Eigenheiten sind meist völlig normal

Viele Katzenhalter fragen sich, ob ihr Tier sich „normal“ verhält. Tatsächlich gehören zahlreiche Verhaltensweisen zum natürlichen Katzenverhalten, auch wenn sie Menschen manchmal seltsam vorkommen:

  • Plötzliches Herumrennen durch die Wohnung, oft ohne erkennbaren Anlass
  • Kratzen an Kratzbaum, Möbeln oder Teppichen
  • Miauen, um Aufmerksamkeit, Futter oder Freigang einzufordern
  • Schnuppern und Erkunden neuer Gegenstände
  • Schlafen über viele Stunden am Tag
  • Rückzug an ruhigen Orten
  • Schnurren beim Streicheln oder in entspannten Situationen
  • Zeitweises Ignorieren von Rufen oder Kommandos

Diese Verhaltensweisen sind in der Regel kein Grund zur Sorge. Problematisch wird es meist erst dann, wenn sich das Verhalten einer Katze plötzlich verändert oder sie dauerhaft Auffälligkeiten zeigt.

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Seltene und auffällige Verhaltensweisen waren unter anderem Markieren und Wasserlassen außerhalb der Toilette. Hinzu kamen weitere Formen der Unsauberkeit, hektisches Lecken, Beißen und Putzen. Diese Verhaltensweisen zeigten sich in 88 bis 90 Prozent der Fälle nicht. So waren nur 10–12 Prozent der untersuchten Katzen tatsächlich verhaltensauffällig.

Ebenfalls nur sehr selten schlichen Katzen herum und versteckten sich, fauchten oder jaulten. Des Weiteren gab es ebenfalls nur einen kleinen Prozentsatz an Katzen, die Menschen angriffen – mit der Absicht diese zu verletzen. Äußerst selten zeigte sich auch ein Kratzen an Möbeln und Tapete, wenn die Tiere allein waren. Dies könnte darauf hindeuten, dass Katzen manche Verhaltensweisen nur an den Tag legen, wenn sie Aufmerksamkeit möchten – sei sie auch negativ.

Nicht jede „verrückte“ Katze hat ein Problem

Viele Verhaltensweisen, die Menschen an ihrer Katze irritierend finden, gehören offenbar zum ganz normalen Repertoire der Tiere. Wer weiß, was typisches Katzenverhalten ist, sorgt sich im Alltag oft weniger und kann echte Warnzeichen besser einordnen. Entscheidend ist deshalb weniger, ob eine Katze gelegentlich ungewöhnlich wirkt, sondern ob sie ihr Verhalten plötzlich und dauerhaft verändert.

Quellen

  1. Duffy, D. L., de Moura, R. T. D., & Serpell, J. A. (2017). Development and evaluation of the Fe-BARQ: A new survey instrument for measuring behavior in domestic cats (Felis s. catus). Behavioural processes, 141, 329-341. ↩︎
  2. Menor-Campos, D. J., Ruiz-Soriano, C., & Serpell, J. (2024). Exploring domestic cat behavior using the Fe-BARQ. Journal of Veterinary Behavior. ↩︎

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