28. Oktober 2026, 15:51 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Fast jeder kennt den typischen Katzenbuckel. Doch was die Katze damit sagen will, ist längst nicht immer eindeutig: Mal steckt Angst dahinter, mal Abwehr – und manchmal etwas ganz anderes. PETBOOK-Redakteurin Louisa Stoeffler erklärt, wie Halter die Körpersprache richtig deuten.
Was bedeutet es, wenn eine Katze einen Buckel macht?
1. Aufmerksamkeit
In der Kommunikation mit Menschen machen sich Katzen auch häufig die Tatsache zunutze, dass der Buckel sie optisch größer erscheinen lässt. Zeigt die Katze also den gekrümmten Rücken und schaut den Halter mit offenen und geweiteten Pupillen an, möchte sie wahrscheinlich Aufmerksamkeit. Mein Kater Remo streckt zusätzlich noch die Pfote nach mir aus, wenn das Buckel-Signal nicht deutlich genug bei mir angekommen ist.
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2. Katze macht Buckel und läuft seitlich
Remo zeigt im Spiel häufig einen Buckel, wenn er antäuscht, auf eine Beute zuzulaufen. Dabei stellt er auch den Schwanz auf, um zu zeigen, dass er freudig erregt ist. Mit diesem Verhalten lebt er seine ganze Energie aus, besonders wenn er versucht, Flummis oder Spielangeln zu erwischen.
Manchmal zeigt er dabei auch eine spielerische Drohgebärde und läuft auf mich zu, als ob er sagen wolle: „Komm nicht zu nahe, merkst du nicht, dass ich dich bedrohe?“ – was mich immer sehr zum Lachen bringt. Diese positive Reaktion meinerseits verstärkt das Verhalten natürlich noch, sodass Remo es gern und häufig zeigt.
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3. Zeichen von Angst oder Aggression
Ein häufiger Grund ist der Buckel, der aus Aggression gebildet wird. Ein fremdes Tier taucht plötzlich im Revier auf. Meist gehen die Katzen dann mit einem Buckel aufeinander zu. Dieser lässt sie optisch größer wirken, auch die Haare an Schwanz und Rücken stellen sich auf – wobei der Schwanz wie ein Fragezeichen herunterhängt. Ist die Katze bereit zur Verteidigung oder zum Angriff, zeigt sie dies zusätzlich mit Fauchen oder einem tiefen Brummen an.1
Aber auch wenn Katzen Angst haben, machen sie einen deutlichen Buckel. In diesem Fall legt die Katze zudem noch die Ohren an, oder leckt sich zur Beschwichtigung über die Lippen. Der Schwanz liegt dabei oft zwischen den Beinen.
4. Buckel beim Duftmarke setzen
Besonders wenn Kater noch nicht kastriert sind und in die Pubertät kommen, zeigt sich ein Markierverhalten, bei dem sie den Schwanz nach oben recken und sich ihr Rücken zu einem Buckel rundet. Daraufhin setzen sie einen Strahl übel riechenden Urins ab. Warum dieser seinen Geruch verändert, können Sie in diesem Artikel nachlesen: Studien zeigen, warum Katzenurin mal mehr, mal weniger stark riecht.
5. Dehnübung
Katzen zeigen aber auch – besonders nach dem Schlafen – häufig kurz einen Buckel, weil sie sich ausgiebig dehnen und strecken wollen. Das fällt mir persönlich immer nach der Arbeit auf. Remo hat ein gutes Zeitgefühl dafür, wenn der Feierabend naht. Dann reckt und streckt er sich auf seiner Decke auf meinem Schreibtisch und drückt alle vier Pfoten genüsslich in den Stoff. Dabei dehnt er seinen Rücken zu einem Buckel. Anschließend streckt er die Vorderbeine lang aus und schaut mit dem Kopf nach oben. Man könnte fast meinen, die Katze macht dann Entspannungsyoga.
6. Buckel beim Köpfchengeben
Beim Köpfchengeben – also wenn sich die Katze nach der Hand des Halters reckt, um Zuneigung auszudrücken und Streicheleinheiten abzugreifen – zeigen sie häufig einen Buckel.
Bei mir zeigt Remo dieses Verhalten besonders morgens, wenn wir ins Badezimmer gehen. Er schaut mich dann auffordernd an, vokalisiert sogar mit Miauen, dass es jetzt Zeit zum Streicheln ist. Wenn ich dann schlaftrunken die Hand nach ihm ausstrecke, gibt er mir zunächst Köpfchen. Wenn ich zu langsam oder nicht ausreichend streichle, macht er einen Buckel, mit dem er über meine Hand streicht.
Wann ein Buckel bei Katzen ein Warnzeichen ist
Der Katzenbuckel ist also ein vielfältiges Kommunikationsmittel. Allerdings sollte man sich schon Gedanken machen, wenn die Katze den Buckel häufig macht und dabei aggressiv wirkt. Oder wenn sie dabei sogar faucht, oder mit der Pfote nach Menschen oder anderen Tieren schlägt. Denn das kann ein Zeichen sein, dass sich das Tier in der aktuellen Situation oder dem Sozialverbund absolut unwohl fühlt.
Wenn das Tier den Buckel plötzlich übermäßig oft zeigt, kann dies auch ein Zeichen von unklaren Schmerzen sein. Weitere Anzeichen dafür können Sie in diesem Artikel nachlesen: Woran man erkennt, dass eine Katze Schmerzen hat.
Schließlich kann ein Buckel auch ein Anzeichen für Gelenkprobleme sein. Ich habe einmal einen älteren Kater kennengelernt, der nur noch sehr ungern über den Rücken gestreichelt wurde, weil er bereits Arthrose in den Hüftgelenken hatte. Er hat, wann immer man ihn unbewusst über den Rücken streichelte, den Rücken gekrümmt, damit man nicht an die schmerzende Stelle gelangte. Wenn man ihn dort doch berührte, drückte er dagegen den Rücken nach unten weg.2