Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Anreise, Preise, Unterkunft

Wellnessurlaub mit Hund? Diese Fallstricke sollten Sie kennen

Hund liegt a Pool auf der Liege und sonnt sich
Den Wellnessurlaub mit Hund stellen sich viele toll vor – und sind dann enttäuscht: Denn oft dürfen Hunde gar nicht mit an den Pool. Foto: Getty Images
Artikel teilen
Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

10. Oktober 2025, 17:39 Uhr | Lesezeit: 9 Minuten

Wellnessurlaub mit Hund – das stellen sich viele sehr romantisch vor. Doch Achtung! Beim Buchen sollten Sie genau hinschauen, denn es gibt einige Fallstricke – von horrenden Aufpreisen für Vierbeiner über Einschränkungen für bestimmte Rassen und Größen bis hin zu Verbotszonen. Denn nur weil sich ein Hotel als hundefreundlich in Szene setzt, muss das nicht wirklich der Fall sein. PETBOOK erklärt, worauf Hundehalter achten sollten.

Wer mit seinem Hund einen Wellnessurlaub plant, hat meist schon bestimmte Vorstellungen: Mit dem Vierbeiner am Pool liegen, gemeinsam wandern gehen – und natürlich gehört zur Wellness auch ein tolles kulinarisches Angebot. Doch die Entspannung kann schnell ausbleiben, wenn vor Ort klar wird, dass der Hund gar nicht überall dabei sein darf oder sich andere Gäste gestört fühlen und das Hotel horrende Aufpreise verlangt, falls der Hund mal etwas Dreck hinterlässt. Daher lohnt es sich nicht nur genau hinzuschauen: Man sollte sich auch vor der Buchung bewusst machen, was der Vierbeiner für Voraussetzungen mitbringen muss, damit der Wellnessurlaub mit Hund auch für alle zur Erholung wird.

Die Anreise – Flug, Zug oder Auto?

Noch vor der ersten Buchung sollte man sich Gedanken machen, wie man dort hinkommt. Je nach Lage bieten sich verschiedene Optionen an. Ist das Hotel für den Wellnessurlaub mit Hund nur zwei bis drei Autostunden entfernt, ist die Anreise oft unproblematisch, egal ob mit Auto oder dem Zug.

Beträgt die Fahrtzeit jedoch fünf Stunden oder länger, sollte man vorher dafür sorgen, dass der Hund lange Autofahrten gewohnt ist und genügend Zeit für Pausen einkalkulieren. Das gilt auch für Bahnfahrten. Denn hier kann man nicht mal zwischendurch für eine Gassirunde aussteigen. Der Hund muss in der Regel still am Platz sitzen – und braucht gegebenenfalls ein eigenes Ticket.

Bei Zielen im Ausland ist das Auto fast immer die beste Option

Wer seinen Wellnessurlaub in anderen Ländern Europas plant, steht vor der Entscheidung: Anreise per Flugzeug, Bahn oder Auto? Meist ist Letzteres die beste Option, und das hat folgende Gründe: Im Flugzeug dürfen nur kleine Hunde mit in die Kabine. Samt Behälter dürfen diese nicht mehr als acht Kilogramm wiegen. Auch wenn Ihr Hund diesen Anforderungen entspricht, gibt es noch einiges zu beachten, wie wir in diesem Artikel ausführlich erklären: Mit dem Hund in der Kabine fliegen! „Das hätte ich gern vorher gewusst“.

Mit dem Zug kann man auch mit Hund schon bis nach Italien, Österreich oder die Schweiz kommen. Aber: Wer dafür einen Nachtzug nutzen möchte, muss sich klar sein, dass er bei einer Reise mit Vierbeiner ein Extraabteil buchen muss – und das kann teuer werden. Zudem muss die Reise dann früh genug gebucht werden, denn die Züge sind recht schnell ausgebucht.

Hotelangebote genau prüfen – nicht immer sind Hunde überall erlaubt

Gibt man in Suchmaschinen die Begriffe „Wellnessurlaub mit Hund“ ein, bekommt man viele Angebote. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen. Denn manche Hotels und Anlagen kreieren extra sogenannte „Landingpages“ für Hundehalter, in denen sie implizieren, hier würde alles auf das Hundehalter-Herz zugeschnitten sein. Prüfen Sie bei solchen Angeboten unbedingt auch die „normale“ Homepage des Hotels. Meist findet man dort gar nichts mehr über Hunde. Das bedeutet nicht, dass der Vierbeiner dort unwillkommen ist. Aber es gibt meist keine speziellen Angebote oder Vorrichtungen und oft darf der Vierbeiner dann auch nicht einmal mit in den Frühstückssaal.

Grob lassen sich Hotelangebote für Hundehalter in drei Kategorien einteilen:

  1. Normale Hotels, in denen Hunde zwar erlaubt sind, in denen der Hund aber in der Regel weder mit in die Restaurants noch in andere Bereiche auf der Anlage darf und im Zimmer bleiben muss.
  2. Hotels, in denen Hunde zwar in viele Bereiche mitdürfen und die den Haltern auch Napf, Hundedecke und Bett bereitstellen, in denen es aber auch reguläre Gäste ohne Vierbeiner gibt, die auf keinen Fall gestört werden dürfen.
  3. Hotels, die sich auf Hundehalter spezialisiert haben. Hier darf der Hund (fast) überall mit hin und es gibt auch spezielle Angebote wie Hundeschulen, eingezäunte Auslaufbereiche oder spezielle Trainings- und Spa-Angebote.

Achtung: Manche Hotels machen es von der Größe oder Rasse des Hundes abhängig, ob und wohin der Vierbeiner mitdarf. Mit kleinen Hunden ist man hier fast immer im Vorteil. So heißt es auf manchen Seiten von Anbietern: „Kleine, wohlerzogene Hunde dürfen mit ins Restaurant, wenn sie unter dem Tisch bleiben“ oder „Hunde bis zu 50 Zentimeter dürfen gern mitgebracht werden“.

Andere Länder – andere Sitten

Wer seinen Wellnessurlaub mit Hund in Spanien, Griechenland oder Italien verbringen möchte, sollte sich nicht nur über die Unterkunft informieren, sondern auch über Gegebenheiten im Land oder am besten der entsprechenden Ortschaft oder Region. Italien etwa gilt als extrem hundefreundlich. Der Vierbeiner darf hier sogar mit in den Supermarkt, sofern er getragen wird oder sich in den speziell dafür bereitstehenden Einkaufswagen durch den Laden schieben lässt.

In Rom allerdings gibt es im Vergleich zum Rest des Landes relativ viele Einschränkungen für Hunde. Auch Länder wie Dänemark, das bei vielen Hundehaltern extrem beliebt ist, haben oft Einschränkungen. Hunde dürfen hier in der Regel nicht mit ins Restaurant – auch nicht im Außenbereich.

Diese Voraussetzungen sollte Ihr Hund für einen Wellnessurlaub mitbringen

Grundgehorsam

Wer nicht gerade ein Hotel bucht, das uneingeschränkt auf Hunde ausgelegt ist und viel Verständnis hat, wenn der Vierbeiner auch mal länger bellt, das Bett dreckig macht oder in die Restaurantküche laufen möchte, sollte sicher gehen, dass der Grundgehorsam sitzt und der Hund auch mal alleine auf dem Zimmer bleiben kann, ohne Schaden anzurichten oder ein Konzert zu geben.

Sozialisation

Vor allem in hundefreundlichen Hotels ist es üblich, dass Ihr Vierbeiner nicht der Einzige ist. Ein gut sozialisierter Hund ist hier Voraussetzung für einen entspannten Aufenthalt – und das gilt nicht nur Vier-, sondern auch Zweibeinern gegenüber. Vor allem in Bereichen wie Restaurants, Außenanlagen oder der Lobby ist ständiger Betrieb. Wenn der eigene Hund jedes Mal anschlägt und die vermeintlichen Eindringlinge vertreiben will, sollte man vielleicht über ein Ferienhaus nachdenken.

Fitness und Gesundheit

Für viele gehören zum Wellnessurlaub mit Hund auch Aktivitäten wie Schwimmen und Wandern. Wer sonst eher einen Büroalltag mit wenig Bewegung – auch für den Hund – hat, sollte nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Vierbeiner auf geplante Wanderungen vorbereiten. Denn auch Hunde können Muskelkater bekommen oder sogar Schmerzen bei ungewohnten Bewegungen. Auch beim Schwimmen gibt es einiges zu beachten, wie Sie hier nachlesen können: 11 Dinge, die Sie beim Schwimmen mit Hund beachten sollten.

Was kostet ein Wellnessurlaub mit Hund?

Wer seinen Hund nicht nur mitbringen, sondern den Wellnessurlaub gemeinsam in der Hotelanlage mit ihm erleben will, muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Preise liegen hier im Schnitt zwischen 300 und 600 Euro pro Person – wobei nach oben natürlich keine Grenze gesetzt ist.1

Tractive GPS Tracker Hund

Live-Ortung | Weglaufalarm | Aktivitätstracking | Gesundheitswarnungen | Bellverhalten

Auch sollte man sich die Bedingungen für Hunde im Hotel genau ansehen. Manche verlangen höhere Preise für größere Hunde oder berechnen die Übernachtungspauschale pro Tier, was für Mehrhundehalter schnell ins Geld gehen kann. Auch gibt es manchmal Reinigungspauschalen, die locker mal 100 Euro betragen können, sollte der Vierbeiner die Betten beschmutzen.

Achtung: Oft beziehen sich die angegebenen Einzelzimmerpreise nur auf Personen. Der Hund kostet noch einmal extra. Auch hier gibt es große Schwankungen. In der Regel liegt der Aufpreis zwischen 12 und 20 Euro. In manchen Hotels darf der Vierbeiner auch kostenlos übernachten; andere verlangen horrende Summen von 30 oder 60 Euro pro Nacht. Das sollte man unbedingt vorher prüfen – vor allem, wenn man über Portale bucht. Denn hier wird der Preis für den Hund oft erst vor Ort bezahlt und ist auf der Buchungsseite der Portale nicht ersichtlich, da dort nur „Hunde erlaubt“ angegeben ist.

Mehr zum Thema

Diese Wellnessangebote sind nichts für Hunde

So verlockend es auch ist, mit dem Hund im Whirlpool zu sitzen – heiße Wasserbäder sind für Hunde tabu! Erst recht, wenn das Wasser mit Chlor versetzt ist. Vor allem kurzköpfige Rassen haben ohnehin schon Probleme, ihre Körpertemperatur zu regulieren und auch, sich über Wasser zu halten.

Wer mit seinem Hund gern gemeinsam ins Wasser will, kann dies im Meer oder in einem Badesee tun. Manchmal gibt es auch Schwimmteiche oder ungechlorte Pools speziell für Mensch und Hund.

Auch Sauna-Angebote sind nichts für Hunde. Die Vierbeiner dürfen zwar generell nicht mit in den Sauna-Bereich, doch manche Hotels bieten eine private Sauna im Zimmer an. Auch die ist absolute Tabuzone, denn Hunde regulieren ihre Körpertemperatur nicht wie wir durch Schwitzen über den ganzen Körper, sondern durch Hecheln. Diese Regulierung funktioniert nicht bei hoher Luftfeuchtigkeit, und der Hund droht schnell zu überhitzen, was in einem lebensbedrohlichen Hitzschlag enden kann.

Wo finde ich gute Angebote?

Wer wirklich Wert darauf legt, dass der Hund im Wellnessurlaub willkommen ist, sollte eher nicht auf großen Vergleichsseiten oder den gängigen Urlaubsportalen suchen. Manche Reisebüros haben sich auf Urlaub mit Hund spezialisiert, kennen die Anbieter vor Ort und können auch auf Sonderwünsche der Hundebesitzer eingehen.

Mittlerweile gibt es auch Buchungsseiten, die ihre Angebote speziell auf die Bedürfnisse der Hundebesitzer zugeschnitten haben, wie top-hunderurlaub.de, hundehotel.info oder hundeurlaub.de.

Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

Zur Autorin

Dr. Saskia Schneider ist promovierte Biologin. In ihrem Studium an der Freien Universität Berlin widmete sie sich vor allem der Zoologie und dem Verhalten von Tieren. Mit Hündin Yumi hat sie schon viele Reisen hinter sich – zu Fuß und per Flugzeug – und weiß, welche Hürden Hundebesitzer im Urlaub begegnen können.

Quellen

  1. meintophotel.de, „16 TOP Wellnesshotels mit Hund“ (aufgerufen am 10.10.2025) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.