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Flüssigkeitsbedarf

Wie viel sollte ein Hund am Tag trinken?

Hund trinkt
Gerade im Sommer sollten Halter auf das Trinkverhalten ihres Hundes achten Foto: Getty Images
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Porträt Manuela Bauer
Freie Autorin

5. Juli 2026, 12:05 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wasser ist für Hunde lebenswichtig. Je nach Alter besteht ihr Körper zu 50 bis 70 Prozent daraus, entsprechend wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Doch wie viel sollte ein Hund eigentlich täglich trinken? Das hängt unter anderem von Gewicht, Fütterung, Aktivität und den Außentemperaturen ab. PETBOOK erklärt, wie Sie den Wasserbedarf Ihres Hundes berechnen können – und wann zu viel oder zu wenig Trinken ein Warnsignal sein kann.

Wovon hängt der Flüssigkeitsbedarf eines Hundes ab?

Wie viel Wasser ein Hund täglich benötigt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der individuelle Flüssigkeitsbedarf hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen vor allem:

  • Alter
  • Körpergewicht
  • Fütterungsart (Nass- oder Trockenfutter)
  • Aktivität
  • Außentemperatur
  • mögliche Erkrankungen, etwa eine Niereninsuffizienz

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, damit Stoffwechsel, Verdauung, Gehirn und viele weitere Körperfunktionen reibungslos arbeiten können. Deshalb lohnt es sich, den Wasserbedarf des eigenen Hundes im Blick zu behalten.

So berechnet man die Trinkmenge

Bestimmen Sie das Gewicht des Hundes!

Zunächst benötigt man das Körpergewicht des Vierbeiners. Dies lässt sich leicht ermitteln. Im ersten Schritt steigt man allein auf die Waage und notiert das eigene Gewicht. Im zweiten Schritt nimmt man den Hund auf den Arm und notiert nun wieder die Gewichtsanzeige. Anschließend zieht man vom gemeinsamen Gewicht das eigene ab und erhält so das Hundegewicht. Falls das Tier zu schwer ist, um es auf den Arm zu nehmen, hilft nur eine professionelle Waage beim Tierarzt.

Die weitere Berechnung hängt nun von der Fütterungsart ab.

Formel für Trinkmenge bei Nassfutter

Der Feuchtigkeitsgehalt von Nassfutter beträgt ca. 60 bis 85 Prozent. Hier rechnet man pro Körpergewicht des Hundes mit einem Bedarf von 5 bis 10 Milliliter. Wiegt der Hund beispielsweise 20 Kilogramm, lautet die Formel:

20 kg x 5 – 10 ml = 0,1 – 0,2 Liter

Formel für Trinkmenge bei Trockenfutter 

Da dem Trockenfutter die Feuchtigkeit während eines Garvorgangs entzogen wurde, hat der Hund einen deutlichen höheren Trinkbedarf. Hier rechnet man pro Kilo Körpergewicht mit einem Wasserbedarf von 40 bis 50 Milliliter. Für einen 20 Kilogramm schweren Hund lautet die Formel dann:

20 kg x 40 – 50 ml = 0,8 – 1 Liter

Achtung: An heißen Tagen und bei vermehrter Aktivität, z. B. beim Hundesport, liegt der Flüssigkeitsbedarf höher. Ein 20 Kilogramm schwerer Hund kann dann rund 2 Liter am Tag benötigen, damit er nicht dehydriert.

Dokumentieren Sie die Trinkmenge

Man kann eine Art „Wassertagebuch“ führen, um zu überprüfen, ob der Hund ausreichend trinkt. Dazu nimmt man einen Messbecher und füllt ihn mit einer etwas größeren als der errechneten Wassermenge. Am Tag darauf schüttet man das verbliebene Wasser aus dem Napf wieder in den Messbecher und sieht an der Differenz, wie viel der Vierbeiner getrunken hat.

Ein Hund trinkt aus einem faltbaren Wassernapf
Wenn es warm ist und man lange mit dem Hund spazieren geht, lohnt es sich, Wasser für das Tier dabei zu haben Foto: Pexels, Doug Brown
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Mögliche Ursachen, warum Hunde zu wenig trinken

Trinkt ein Hund dauerhaft zu wenig, kann das verschiedene Ursachen haben. Manche Vierbeiner mögen schlicht kein abgestandenes Wasser oder bevorzugen einen anderen Napf. Keramik- oder Edelstahlnäpfe werden oft besser angenommen als Plastiknäpfe, da diese den Geschmack des Wassers verändern können. Auch der Standort spielt eine Rolle: Manche Hunde trinken lieber an einem ruhigen Ort, an dem sie sich ungestört fühlen.

Manchmal hilft es außerdem, das Wasser für den Hund attraktiver zu machen. So kann ein kleiner Schuss ungewürzte Hühnerbrühe oder Fleischbrühe die Trinklust steigern. Bei Hunden mit bestimmten Erkrankungen, etwa einer Niereninsuffizienz, sollte dies jedoch vorher mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Auch Wasser mit Zimmertemperatur wird von manchen Hunden besser angenommen als sehr kaltes oder warmes Wasser.

Nimmt ein Hund überwiegend Trockenfutter zu sich, kann auch ein Wechsel auf Nassfutter oder eine Kombination aus beiden Fütterungsarten dazu beitragen, die tägliche Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen. Trinkt ein Hund über längere Zeit auffallend wenig oder zeigt zusätzlich Krankheitsanzeichen, sollte er tierärztlich untersucht werden.

Auch interessant: Tipps und Tricks, damit Hunde mehr trinken

Mögliche Ursachen, warum Hunde zu viel trinken

Bei hohen Temperaturen im Sommer, nach einer Fahrt im heißen Auto oder nach großer körperlicher Belastung, wie nach der Hundeschule oder dem Hundesport, ist es völlig normal, dass Hunde vermehrt trinken. Manchmal vertragen die Vierbeiner auch Stress nicht oder reagieren auf einen Futterwechsel.

Es kommt aber auch vor, dass eine Krankheit oder die Gabe von Medikamenten die Gründe für den erhöhten Flüssigkeitsbedarf sind. Der Hund kann beispielsweise ein Problem mit den Nieren haben, wobei eigentlich eher Katzen zu Niereninsuffizienz neigen. Auch das Cushing-Syndrom, eine hormonelle Erkrankung, bei der Cortisol ausgeschüttet wird, könnte dahinterstecken. Hier kann man zusätzlich auch eine Gewichtszunahme und Fellverlust beobachten. Die seltenere Wasserspeicherkrankheit (Diabetes Insipidus) führt dazu, dass zu viel Flüssigkeit über die Niere ausgeschüttet wird. Wichtig ist es, die Ursache für das vermehrte Trinken zu klären, weshalb ein Besuch beim Tierarzt empfohlen wird.

Trink-Tipp für unterwegs

Auf Gassi-Gängen oder bei sportlichen Aktivitäten sollte man einen mobilen Trinknapf und eine Wasserflasche dabeihaben. So steht dem Vierbeiner immer frisches Wasser zur Verfügung und er muss sich nicht auf die nächste Pfütze oder Brackwasser stürzen, was eventuell zu Krankheiten führen kann.

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