10. November 2025, 17:29 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wenn Regen, Schnee und eisiger Wind den Spaziergang ungemütlich machen, greifen viele Hundebesitzer zur wetterfesten Kleidung für den Spaziergang. Doch während Halter sich mit Mütze und Mantel wappnen, steht der Hund oft nur mit seinem Fell da – was bei vielen Rassen durch die Zucht so verändert wurde, dass es den Vierbeiner bei tiefen Temperaturen überhaupt nicht warmhält. Genau das kann im Winter zum Problem werden – und sogar gesundheitliche Folgen haben.
Schutz vor Nässe und Kälte ist mehr als Komfort
Ein Hundemantel ist kein reines Modegadget, sondern erfüllt einen funktionalen Nutzen. Tierschützer warnen immer wieder vor unsachgemäßer Hundebekleidung. Wichtig ist, dass Mäntel keine Schnüre oder lose Elemente enthalten, an denen sich das Tier verletzen könnte. Auch zu enge Kleidung oder rein modische Verkleidungen ohne Funktion widersprechen dem Tierschutzgedanken.
Ein guter Wintermantel dagegen kann dem Tier echten Schutz bieten – insbesondere bei nasskaltem Wetter. „Nasses, kaltes Fell kann bei Hunden außerdem zu Entzündungen der Atemwege führen und in durchnässtem Fell können sich leicht Bakterien und Pilze vermehren, was wiederum zu Hautentzündungen führen kann“, warnt Sabrina Karl von der Tierschutzstiftung Vier Pfoten.
Insbesondere bei längeren Gassirunden kann ein Mantel für den Vierbeiner sinnvoll sein – und laut der Expertin sind manche Hunde sogar ganz besonders auf wärmende Kleidung angewiesen.
Für welche Hunde ein Mantel besonders wichtig ist
Nicht jede Hunderasse bringt genügend natürlichen Kälteschutz mit. Sabrina Karl empfiehlt Hundebekleidung vor allem für:
- Welpen
- ältere Tiere
- kranke Hunde
- Rassen ohne Unterwolle wie Dobermann, Pudel oder Magyar Vizsla
- kurzbeinige Hunde wie Dackel, Malteser oder Französische Bulldogge
Bei ihnen reicht das Fell oft nicht aus, um den Körper ausreichend warm und trocken zu halten – gerade an nasskalten Tagen.
Die richtige Passform für den Hunde-Wintermantel finden
Ganz gleich, ob ungefütterter Regenmantel oder dick gefüttertes Wintermodell – entscheidend ist, dass der Mantel gut sitzt. Zu enge Kleidung kann scheuern oder die Bewegungsfreiheit einschränken. Am besten probiert man im Fachgeschäft verschiedene Modelle an oder nimmt vorher die Maße seines Lieblings, rät Sabrina Karl.
Wichtig sind vor allem diese Maße:
- Rückenlänge: gemessen vom höchsten Punkt der Schulter bis zum Ansatz der Rute
- Brustumfang: Maßband um die breiteste Stelle des Brustkorbs legen
„Je nach Felldichte und -länge sollten ein bis zwei Finger zwischen Maßband und Brustkorb passen. Dasselbe gilt für den Umfang von Hals und Bauch Ihres Hundes“, so Heimtier-Expertin Karl.
Auch das Anziehen sollte behutsam geübt werden. Der Hund darf nicht unter Druck gesetzt werden, sondern sollte sich mit Geduld und positiver Verstärkung an die neue Kleidung gewöhnen. Mit Zwang sollte auf keinen Fall gearbeitet werden, der Hund braucht Zeit, um sich an den Wintermantel zu gewöhnen.
Zeigt der Hund beim Anziehen Angst oder Abwehrverhalten, sollte das Training behutsam aufgebaut werden. Empfehlenswert sind kleine Schritte, Belohnungen, viel Geduld – und wenn nötig: eine kurze Eingewöhnungszeit mit dem Mantel erst im Innenbereich. So lässt sich vermeiden, dass der Spaziergang zum Stressfaktor wird.
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Auf diese Merkmale kommt es beim Kauf an
Ein guter Wintermantel für Hunde sollte in jedem Fall wasserdicht sein – nicht nur wasserabweisend. Hier lohnt sich ein Blick auf die sogenannte Wassersäule, die die Dichtigkeit des Materials angibt. „Ein WS-Wert von 10.000 Millimetern ist ein guter Richtwert“, empfiehlt Sabrina Karl.
Neben Wasserdichtigkeit ist auch Atmungsaktivität entscheidend – besonders bei aktiven Hunden. Synthetische Materialien wie Softshell oder Mischgewebe mit Membran bieten hier meist eine gute Balance aus Schutz und Luftzirkulation. Modelle mit reiner Kunststoffoberfläche können dagegen schnell zu Hitzestau führen.
Von Kapuzen rät die Expertin hingegen ab: Sie können die Beweglichkeit und auch die Kommunikation mit Artgenossen beeinträchtigen – und schlimmstenfalls das Sichtfeld stören.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Sichtbarkeit. Reflektierende Nähte, Logos oder sogar Neonfarben machen den Hund bei Dunkelheit besser sichtbar und erhöhen damit seine Sicherheit im Straßenverkehr. Auch hier gilt: Funktion vor Optik – zum Wohle des Tieres.
Pflegehinweise für Hundemäntel
Ein funktionaler Hundemantel sollte nicht nur gut sitzen und schützen, sondern sich auch unkompliziert reinigen lassen. Ideal sind Modelle, die bei 30 oder 40 Grad in der Waschmaschine waschbar sind. Wichtig: keine Weichspüler verwenden, da sie die Imprägnierung des Materials beeinträchtigen können. Manche Modelle sind zudem mit abnehmbaren Innenfuttern ausgestattet – praktisch für wechselhafte Wetterlagen.
Nach mehreren Waschgängen oder bei nachlassender Wasserabweisung kann es sinnvoll sein, den Mantel nachzuimprägnieren. Dabei sollte ein tierfreundliches Imprägniermittel auf Wasserbasis verwendet werden, das frei von aggressiven Lösungsmitteln ist. Die Imprägnierung wird am besten auf den sauberen, trockenen Mantel aus etwa 20 bis 30 Zentimetern Entfernung gleichmäßig aufgesprüht. Einige Mittel entfalten ihre volle Wirkung erst durch Wärme – hierfür kann der Mantel bei niedriger Temperatur kurz in den Trockner oder vorsichtig mit einem Föhn behandelt werden, sofern das Pflegeetikett dies erlaubt.
Nach dem Imprägnieren sollte der Mantel mindestens 24 Stunden an einem gut belüfteten Ort auslüften – besser 48 Stunden, wenn der Geruch noch deutlich wahrnehmbar ist. Dies sollte außerhalb geschlossener Räume geschehen. Idealerweise im Freien, aber nicht in direkter Sonne. So kann der Geruch verfliegen und die Imprägnierung vollständig trocknen und aushärten. Falls das Wetter kein Auslüften im Freien zulässt, ist ein gut belüfteter Raum ohne direkte Heizungsluft eine Alternative. Dabei den Mantel möglichst aufhängen, damit alle Bereiche gleichmäßig auslüften können.
Wichtig: Nicht jedes Imprägniermittel eignet sich für atmungsaktive Funktionsstoffe wie Softshell – deshalb vor dem Auftragen die Materialverträglichkeit prüfen. Als Faustregel gilt: Spätestens nach jeder dritten bis fünften Wäsche sollte die wasserabweisende Schicht aufgefrischt werden. Wenn der Stoff keine Wassertropfen mehr abperlen lässt, ist es Zeit für eine Nachbehandlung.
Mit Material der dpa
