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Alopezie

Haarausfall beim Hund – was Halter wissen müssen  

Hund wird gebürstet
Wann ist es nicht normaler Fellwechsel, sondern schon Haarausfall? PETBOOK geht der Sache auf die Spur. Foto: Getty Images
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Porträtaufnahme von Autorin Manuela Lieflaender mit Hund Elvis
Freie Autorin

9. März 2026, 9:05 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Manchmal fällt uns der Haarausfall bei unseren Hunden lange Zeit nicht auf. Wir bemerken gar nicht, dass der Fellwechsel vielleicht stärker als vorher ist, die Rute plötzlich dünner oder die Haut schuppig. Hinter Haarausfall beim Hund können ernsthafte Krankheiten stecken. PETBOOK erklärt, welche Symptome darauf hindeuten und welche Krankheiten am häufigsten infrage kommen.  

Der Fellwechsel-Check  

Normalerweise leisten die Haarfollikel zweimal Schwerstarbeit. Einmal im Frühjahr und im Herbst. Dabei werfen sie das alte Fell ab, um Platz für ein neues zu machen, dessen Länge und Dichte exakt auf die kommende Jahreszeit abgestimmt sind.

Spannenderweise ist nicht nur das Thermometer entscheidend. Der Körper unserer Hunde orientiert sich vor allem an der Tageslichtlänge. Wenn die Tage kürzer oder länger werden, kann das der Startschuss für den Fellwechsel sein. Gleiches gilt übrigens auch für starke Temperaturschwankungen.  

Es gibt aber auch Rassen, die ihren eigenen Fellwechsel-Rhythmus haben. Die Phase ist beim Pudel etwa lang, beim Schäferhund oder Retriever hingegen kurz.  1

Und wenn mein Hund gar nicht in den Fellwechsel kommt?  

Tatsächlich befinden sich viele Hunde in einem permanenten, leichten Fellwechsel. Der Grund? Unsere gemütlichen Wohnzimmer! Wenn Hunde den Großteil des Tages bei konstanter Heizungsluft und künstlichem Licht verbringen, kommt die innere „Wetterstation“ durcheinander. Die kurzen Reize beim Gassigehen reichen oft nicht aus, um den natürlichen Rhythmus anzukurbeln. Das Ergebnis: Ein ständiger Haarverlust, der vollkommen gesund, aber eben ein wenig lästig ist. 

Haarausfall verstehen – wie der Haarzyklus beim Hund funktioniert 

Wenn wir verstehen wollen, warum unsere Vierbeiner Haare verlieren, müssen wir einen Blick unter das Fell werfen. Alles beginnt in den Haarfollikeln (auch Haarbälge genannt). Das sind winzige, röhrenförmige Vertiefungen in der Haut, an deren unterem Ende die Haarwurzel sitzt. 

In dieser „Produktionsstätte“ passiert Folgendes: In der Tiefe der Haut wird ununterbrochen neues Haar produziert, das langsam nach oben schiebt und das sichtbare Fell bildet. Ist das Haar ausgewachsen, bleibt es oft über viele Monate fest im Follikel verankert. 

Irgendwann lockert sich das Haar und fällt aus. Sofort bildet sich am Grund des Follikels eine neue Wachstumszone, und das Spiel beginnt von vorn. Experten nennen diesen ständigen Kreislauf den Haarzyklus. Haarzyklusstörungen wiederum können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden.  

Wie unterscheidet man normalen Fellwechsel von Krankheiten beim Hund

Den normalen Fellwechsel beim Hund erkennt man in der Regel daran, dass der Haarverlust gleichmäßig und ohne klar abgegrenztes Muster auftritt. Das Fell wirkt trotz des vermehrten Haarens weiterhin insgesamt glänzend und dicht. Die Haut bleibt unauffällig, es zeigen sich weder Rötungen noch Krusten, starke Schuppenbeläge oder ein unangenehmer Geruch. Zudem ist das Allgemeinbefinden des Hundes gut, und er zeigt keinen oder nur minimalen Juckreiz.

Weicht der Haarausfall jedoch von diesem typischen Bild ab, unterscheidet man grundsätzlich zwei Formen des Haarausfalls: den entzündlichen und den nicht-entzündlichen Haarausfall. Um zu unterscheiden, welche Form infrage kommt, wird der Tierarzt zuerst fragen, ob der Hund unter Juckreiz leidet. Ist das der Fall, liegt meistens eine Hauterkrankung vor, die beispielsweise durch einen Milbenbefall, eine Pilzinfektion oder durch eine Hautentzündung verursacht worden ist. Allergien kommen ebenfalls in Betracht.

Nicht-entzündlicher Haarausfall 

Bei nicht-entzündlichem Haarausfall fehlt Fell, aber die Haut selbst sieht normal aus. Die Ursache sind in der Regel Hormonstörungen. Häufig ist der Grund für nicht-entzündlichen Haarausfall bei Hunden in 60 bis 80 Prozent der Fälle die Schilddrüsenunterfunktion. Neben kahlen Stellen treten Symptome wie Gewichtszunahme trotz gleichem Futter, Trägheit, Apathie, verlangsamter Herzschlag, Kälteintoleranz, Unfruchtbarkeit oder Libidoverlust auf. Hormonelle Imbalancen können außerdem verursacht werden durch Nebennierenrindenüberfunktion und ‑unterfunktion sowie Geschlechtshormonimbalancen. 

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Was macht der Tierarzt?  

Die Ursache für den Haarausfall beim Hund herauszufinden, kann schwierig sein. Tipp: Machen Sie einen Termin bei einem Tierarzt, der auf Dermatologie spezialisiert ist. Der Tierarzt wird sich nach der Fütterung, nach Juckreiz und nach der Parasitenprophylaxe erkundigen. Meistens werden Blutuntersuchungen gemacht sowie klinische Hautuntersuchungen wie Hautgeschabsel oder Pilzdiagnostik.  

Wie ist die Prognose?  

Es gibt leider kein „Wundermittel“ oder Haarwuchsmittel für Hunde, das einfach so Haare sprießen lässt. Ob das Fell wieder nachwächst, hängt von der Ursache für den Fellverlust ab. Damit die Haarwurzel nicht komplett geschädigt wird, sollte mit dem Besuch beim Tierarzt nicht gewartet werden.  

Quellen

  1. laboklin.de, „Alopezie beim Hund“ (aufgerufen am 09.03.2026) ↩︎

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