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Bei Gelenkbeschwerden

Goldimplantate für Hunde können bei chronischen Schmerzen helfen

Schäferhund beim Tierarzt mit Röntgenbild
Goldimplantate sollen Hunden bei Gelenkschmerzen helfen. Dabei werden winzige Teilchen des Edelmetalls an ganz bestimmte Stellen ins Gewebe eingebracht. Foto: Getty Images / Zen Rial / Antonio_Diaz
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26. Dezember 2025, 8:21 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Schmerzhafte Gelenkbeschwerden sind eine häufige Alterserscheinung bei Hunden. Neben vielen verschiedenen Heil- und Arzneimitteln gibt es die Möglichkeit, die Gelenkfunktion mithilfe von Goldimplantaten dauerhaft zu verbessern und die damit verbundenen Schmerzen zu reduzieren. Wie diese spezielle Methode funktioniert und für welche Hunde sie geeignet ist, erklärt Philine Ebert, PETBOOK-Autorin und Gesundheitsberaterin für Hunde.

Was ist eine Goldimplantation?

Die Goldimplantation sowie die Goldakupunktur gehören zu einer schonenden, anhaltenden Therapie, die bei Hunden eingesetzt wird, die unter chronischen, schmerzhaften Gelenkerkrankungen leiden. Dazu gehören etwa degenerative Gelenkerkrankungen, Hüftgelenksdysplasien, Ellenbogengelenkdysplasien, Kniegelenkarthrosen, Spondylosen, Kreuzbandrisse oder Wirbelsäulenveränderungen.

Oft sind durch jahrelange Schonhaltung und dadurch entstandene Bewegungsstörungen zusätzliche Defekte und Schmerzen entstanden, die effektiv mitbehandelt werden können.

Was sind Goldimplantate?

Goldimplantate werden bei Hunden zur Behandlung von epileptischen Anfällen, Zahnfleischentzündungen, Narbengewebsschmerzen chronischen Erkrankungen von Immunsystem oder Verdauungstrakt und bei entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt. Dabei werden in einem minimalinvasiven Eingriff Goldkügelchen, Goldstückchen oder Goldfäden ins Gewebe um das betroffene Gelenk oder in die umliegende Muskulatur dauerhaft eingebracht.

Inzwischen ist diese Therapie für Haustiere (im besonderen Hunde, Katzen und Pferde) weit verbreitet und es existieren dazu etwa 20 Studien allein im Bereich der Tiermedizin. In einer norwegischen Studie konnte bei 78 Hunden mit Hüftdysplasie schon nach 14 Tagen der Behandlung – und in den darauf folgenden drei bis sechs Monaten – ein Behandlungserfolg verzeichnet werden. Die Therapie mit Gold zeigte eine große Schmerzreduktion und eine erhebliche Verbesserung der Beweglichkeit. In der Folgestudie hielt die Wirkung sogar für zwei weitere Jahre an.

Woher kommt die Therapieform?

Der US-amerikanische Tierarzt Dr. Terry Durkes begann 1975 mit der Behandlung von Hüftdysplasien bei Hunden durch Goldimplantate. Das Ziel war es, die Schmerzleitung so gezielt zu beeinflussen und das Nervensystem zu modulieren, dass chronische Schmerzen unterbrochen werden. Seit den Neunzigerjahren wird die Methode auch in Deutschland praktiziert.

Wie funktionieren Goldimplantate?

Bisherige Forschungsergebnisse zeigen, dass das lokale Einbringen von Gold nicht nur das Immunsystem beeinflusst, sondern wahrscheinlich sogar Gene reguliert werden können, die an Entzündungsvorgängen und rheumatoider Arthritis beteiligt sind. Weitere Ergebnisse dazu stehen noch aus.

Die schmerzhaften Veränderungen können durch die Goldakupunktur zwar nicht rückgängig gemacht werden, der Degenrationsprozess wird aber deutlich verlangsamt und die Schmerzen dauerhaft reduziert.

Für welche Hunde eignen sich Goldakupunktur und Goldimplantate?

Die Therapie ist für alle Hunderassen geeignet. Einige Rassen sind leider immer noch zuchtbedingt vorbelastet für Gelenkerkrankungen, wie Old English Bulldog, English Bulldog, Dackel, Terrier und Möpse. Die häufigste orthopädische Erkrankung, die Hüftgelenkdysplasie, betrifft leider oft Deutsche Schäferhunde, Labradore und Golden Retriever.

Welches Gold wird verwendet und wie wirkt es?

Für diese Therapie wird 24-karätiges Gold in Form von Kügelchen, Stückchen oder Golddrahtstückchen verwendet. 24-karätiges Gold ist beständig und verhält sich im Körper biologisch inert, das heißt, es löst im Normalfall keine unerwünschten Reaktionen wie Abstoßungsreaktionen oder Entzündungen im Gewebe aus.

Goldimplantate wirken nicht pharmakologisch (wie die Wirkung von Arzneimitteln), sondern durch den dauerhaften Reiz auf das Nervensystem. Das Tier spürt die Implantate nicht. Sie können ein Leben lang im Gewebe bleiben und wandern nicht.

Gold wirkt zudem spannungslösend, entzündungshemmend und schmerzmodulierend. Die Methode ist sehr gut verträglich. Vorübergehende leichte Schwellungen und Müdigkeit aufgrund der Narkose sind mögliche Begleiterscheinungen der Behandlung.

Wie läuft die Behandlung ab?

Der Tierarzt bestimmt anhand von Röntgenaufnahmen und dem spezifischen Gangbild des Hundes den Schweregrad der Erkrankung und den aktuellen Schmerzzustand. Mit der sogenannten Triggerpunktdiagnostik (manuelle Untersuchung) lokalisiert er dann die passenden Akupunkturpunkte für die Implantation.

Die dauerhafte Wirkung von Gold entsteht durch das Einsetzen von Goldkügelchen, Goldstückchen oder Golddrähten mit einer Hohlnadel (Kanüle) unter Narkose. Es handelt sich also um winzige Teilchen.

Bei der klassischen Goldakupunktur werden die Implantate außen rund um das betroffene Gelenk herum eingebracht (zwischen 10 und 50 Stück) und wirken dauerhaft stimulierend auf die jeweiligen Akupunkturpunkte zur Schmerzreduktion.

Setzt man Goldimplantate gezielt im Gewebe ein, wird dadurch der Stoffwechsel aktiviert. Das hat zur Folge, dass Entzündungs- und Schmerzstoffe abgebaut und abtransportiert werden. Der pH-Wert des Gewebes normalisiert sich und die entzündungshemmende Wirkung des Goldes reduziert die Schmerzen.

Wie lange hält das Goldimplantat bei Hunden?

Der Eingriff ist einmalig und die Wirkung hält meist lebenslang an. Eine physiotherapeutische Nachsorge (kontrollierte Bewegung, Massagen, Wassertraining) kann in einigen Fällen nach einer Implantation zusätzlich den Behandlungserfolg unterstützen. Der Tierarzt begleitet den Hund dabei in den darauffolgenden Monaten.

Welche Vorteile hat die Therapie?

Laut einer amerikanischen Studie zeigt die Goldakupunktur bei etwa 80% der Tiere Wirkung und viele Hunde haben danach weniger oder sogar gar keine Schmerzen mehr.

So können Hlater die Gabe von Schmerzmitteln entweder deutlich reduzieren oder manchmal sogar vollständig darauf verzichten. Das schont den restlichen Organismus, besonders den Magen-Darm-Trakt, Leber und Nieren.

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Wie teuer sind Goldimplantate für Hunde?

Die Kosten hängen von der Schwere und dem Fortschritt der Erkrankung, der nötigen Voruntersuchungen und der Anzahl der Goldimplantate ab. Das Implantat für einen einzelnen Akupunkturpunkt kostet circa zwischen 30 und 90 Euro.

Die Kosten für eine gesamte Behandlung mit Voruntersuchungen, Röntgen, Narkose und der Goldimplantate können zwischen 1300 und 4000 Euro liegen.

Der Tierarzt erstellt meistens vorab einen ausführlichen, individuellen Behandlungsplan mit einem Kostenvoranschlag, der zur Kostenübernahme bei der Tierkrankenversicherung eingereicht werden kann.

Fazit

Diese Behandlung ist eine geeignete Alternative für Hunde allen Altersklassen, die unter schmerzhaften, chronischen Gelenkerkrankungen leiden und deshalb oft dauerhaft auf Schmerzmittel angewiesen sind. Durch einen kleinen Eingriff können Schmerzen auf schonende Weise reduziert werden. Viele Hunde können sich nach der Behandlung oft wieder unbeschwert und schmerzfrei bewegen.

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