Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Beim Experten nachgefragt

Dürfen Hunde Zimt essen und sollten sie das überhaupt?

Hund mit Weihnachtsmütze schaut auf Backblech mit Keksen
Viele kochen oder backen für ihren Vierbeiner. Zimt ist dabei ein beliebtes Gewürz, aber dürfen auch Hunde davon essen? Foto: Getty Images
Artikel teilen

2. Dezember 2025, 6:18 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ein Gewürz, das uns jetzt in der Winterzeit besonders häufig begegnet, ist Zimt. Jetzt, wo das Gewürz in fast jedem Gebäck steckt, fragen Sie sich möglicherweise, ob ihr Hund Zimt fressen darf und Zimt vielleicht sogar gesund für Hunde sein kann. PETBOOK hat mit Tierarzt Dr. Hölter gesprochen und verrät, ob Zimt für Hunde gesund ist, wann Vorsicht geboten ist und in welchen Fällen Zimt sogar Vorteile für ihren Hund haben kann.

Dürfen Hunde Zimt essen?

Ja, Hunde dürfen Zimt essen, aber nur in kleinen Mengen und nicht in jeder Lebenssituation. „Zimt kann in geringer Menge bei Bauchgrummeln und Blähungen unterstützend gegeben werden“, erklärt Tierarzt Dr. Hölter. „Es hat antimikrobielle und krampflösende Eigenschaften, regt aber gleichzeitig die Darmtätigkeit an und steigert die Speichel- und Magensaftproduktion.“

In kleinen Dosen kann Zimt also Verdauungsprobleme erleichtern und sogar antibakteriell wirken. Doch wie immer bei Gewürzen gilt: Auf die Menge kommt es an.

Wie viel Zimt ist für Hunde erlaubt?

Hunde sollten nicht beliebig viel Zimt essen. Je nach Größe, vertragen sie unterschiedlich viel von dem Gewürz. Für gesunde Hunde gilt folgende Faustregel:

  • Kleine Hunde: eine Messerspitze (0,1-0,5 Gramm)
  • Mittelgroße Hunde: ¼ Teelöffel
  • Große Hunde: maximal ½ Teelöffel (ca. 1,5 bis 2 Gramm)

Größere therapeutische Mengen sollten ausschließlich unter tierärztlicher Anleitung verabreicht werden. Denn Zimt ist zwar ein Naturprodukt, es kann aber in hoher Dosierung starke Reaktionen hervorrufen. Besonders bei großen Hunden sei Vorsicht geboten, da diese Zimt aufgrund einer höheren Stoffwechselaktivität schlechter vertragen als kleine Hunde. „Ich würde für große Hunde maximal ein Viertel Teelöffel für ein paar Tage angeben. Ohne tierärztlichen Rat sollte man Zimt nicht über längere Zeit in größerer Menge füttern“, so Dr. Hölter.

Auch interessant: Gesunde Hundekekse selber backen

Warum Zimt für Hunde sogar gesund sein kann

Wieso sollten Sie Ihrem Hund überhaupt Zimt geben? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zimt wird in der Naturheilkunde seit Jahrhunderten für diverse Zwecke eingesetzt und soll von seiner Wirkung auf den Verdauungstrakt bis zu seiner antibakteriellen Wirkung jede Menge positiven Nutzen mit sich bringen. Auch für Hunde können einige Effekte positiv ausfallen.

  1. Verdauungsunterstützung: Die antimikrobiellen und krampflösenden Eigenschaften können bei Ihrem Hund Magen-Darm-Beschwerden beruhigen. Besonders bei leichten Blähungen oder Bauchgrummeln kann Zimt helfen.
  2. Starker Antioxidans-Effekt: Zimt enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die freie Radikale reduzieren – ein Effekt, der auch beim Hund zur allgemeinen Zellgesundheit beitragen kann.
  3. Mögliche Unterstützung bei Diabetes: „Zimt kann zur Senkung des Blutzuckerspiegels beitragen“, sagt Tierarzt Dr. Hölter. Dieser Effekt ist wissenschaftlich auch aus der Humanmedizin bekannt.
  4. Leichte antibakterielle Wirkung: Zimt kann dabei helfen, krankmachende Bakterien im Darm zu reduzieren. Dabei wirkt es allerdings nur unterstützend und sollte nicht als Ersatz für Medikamente eingesetzt werden.

Wann Zimt für Hunde gefährlich werden kann

So viele Vorteile Zimt für Ihren Hund haben kann – in manchen Fällen ist Zimt absolut tabu. Leidet Ihr Hund an einer der folgenden Symptome, sollten Sie darauf verzichten, mit Zimt herumzuexperimentieren.

  • gereizte Magenschleimhaut oder Magengeschwür: Hier kann Zimt die Schleimhaut zusätzlich reizen. „Hunde mit gereizter Magenschleimhaut oder Ulkus sollten keinen Zimt bekommen“, warnt Dr. Hölter.
  • Allergien: Wie bei jedem pflanzlichen Produkt kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Anzeichen können sein: Juckreiz, Rötungen, Durchfall oder Erbrechen.
  • Trächtigkeit: Zimt kann Gebärmutterkontraktionen auslösen und sollte daher in der Trächtigkeit nicht gegeben werden.

Nicht für Katzen geeignet!

Falls im Haushalt auch Katzen leben, ist Vorsicht geboten. „Für Katzen ist Zimt eher ungeeignet“, sagt Dr. Hölter. Der Grund: Ihre Leber baut viele pflanzliche Stoffe deutlich schlechter ab.

Welche Zimtsorte ist für Hunde besser?

Es gibt zwei gängige Sorten, über die sich ihr Hund freut:

  • Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum)
  • Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia)

Für Hunde – wie für Menschen – ist Ceylon-Zimt die bessere Wahl. Denn Cassia-Zimt enthält deutlich mehr Cumarin, eine natürliche Substanz, die in hoher Dosis Leberprobleme verursachen kann. Für gelegentliche, sehr kleine Mengen ist Cassia nicht gefährlich. Wenn Sie aber Zimt bewusst füttern möchten, greifen Sie immer zu Ceylon.

Zimt in Hundekeksen und Snacks – ist das okay?

Viele Hundebäckereien nutzen Zimt für Weihnachtskekse oder Winter-Leckerlis. Das ist prinzipiell kein Problem, solange die Menge gering ist und kein Zucker oder Xylit enthalten ist (Xylit ist für Hunde hochgiftig!). Die Kekse sollten nicht als täglicher Snack dienen.

Zimtsterne sollte Ihr Hund dennoch nicht naschen. Die darin enthaltenen Mandeln sind für Hunde unverträglich. Zucker, der sich in Weihnachtskeksen ebenfalls häufig findet, ist schädlich für die Zähne und schlichtweg unnötig

Woran erkenne ich, dass mein Hund Zimt nicht verträgt?

Typische Symptome einer Unverträglichkeit sind:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • starkes Speicheln
  • Innere Unruhe
  • Bauchgeräusche
  • gereizte Haut (selten)

Bei solchen Anzeichen sollten Sie Zimt weglassen und den Tierarzt kontaktieren.

Mehr zum Thema

Wie füttert man Hunden Zimt am besten?

Zimt sollte niemals pur verfüttert werden, da der feine Staub die Schleimhäute reizen kann. Um ihn zuzufüttern sollten Sie ihn

  • unter etwas Naturjoghurt mischen
  • in selbstgebackenen Hundekeksen verarbeiten
  • über den Kürbis- oder Reisbrei streuen
  • in Honiglösungen für Hunde (1 Mal pro Woche) anwenden

Grundregel: Fangen Sie mit einer niedrigen Dosis an und beobachten Sie, wie Ihr Hund es verträgt.

Fazit: Darf mein Hund Zimt essen?

Ja, Ihr Hund darf Zimt essen. Füttern Sie Zimt nur in Maßen, nicht in jeder Lebensphase und niemals unkontrolliert. Wenn Sie dies beachten, kann auch Ihr Hund von den zahlreichen positiven Effekten von Zimt profitieren.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.