28. August 2026, 17:16 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Artischocken gelten lange nicht mehr als extravagantes Gourmetgemüse, sondern haben sich im Speiseplan vieler Menschen fest etabliert. Die Artischocke ist beliebt, vielseitig, lecker und unwahrscheinlich gesund. Überall werden Artischocken aktuell angeboten, aber kaum jemand weiß, was in diesem Blütengemüse steckt und ob dieses Superfood eigentlich auch für unsere Hunde geeignet ist. Ernährungsberaterin und PETBOOK-Autorin Philine Ebert verrät Ihnen alles Wissenswerte zu diesem wunderbaren Gemüse.
Was ist eine Artischocke?
Die Artischocke ist eine distelartige Kulturpflanze aus dem Mittelmeerraum. Essbar ist ihr Blütenkopf, der vor dem Aufblühen geerntet wird. Unter den harten Blättern und dem „Heu“ liegt das saftige Artischockenherz. Es schmeckt feinherb, zartbitter und nussig.
Artischocken haben von Juli bis Oktober Hauptsaison. Baby-Artischocken sind bereits im Frühjahr erhältlich und können im Ganzen gegessen werden.
Warum ist die Artischocke auch für Hunde so gesund?
Was viele nicht wissen: Auch Hunde dürfen von den wertvollen Inhaltsstoffen der Artischocke profitieren. Im Jahr 2003 erhielt die Artischocke die Auszeichnung „Arzneipflanze des Jahres“ aufgrund ihrer vielen wertvollen Nährstoffe. Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphat, Beta-Carotin, die Vitamine E, B1, B6, C und Folsäure machen dieses Gemüse zu einem wahren Superfood. Außerdem sind die Blätter reich an Bitterstoffen und Flavonoiden, die Leber und Galle unterstützen, die Verdauung und Fettverbrennung ankurbeln, was sich wiederum positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkt.
Artischocken stärken die Herz-Kreislauffunktion, sorgen für ein intaktes Immunsystem und wirken gegen oxidativen Stress. Das hilft bei der Entgiftung und steigert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch die Agilität für ein langes, gesundes Hundeleben.
Dabei haben Artischocken nur wenig Fett, kaum Kalorien, liefern dafür viele wichtige Ballaststoffe.
Wie verfüttere ich Artischocke an meinen Hund?
Wie für den Menschen sind auch für den Hund die unteren, fleischigen Teile der Blätter und das Artischockenherz essbar. Nachdem das „Heu“, die holzigen und haarigen Fasern, die das Herz bedecken, entfernt wurde, können die essbaren Teile für Hunde ungewürzt gekocht werden.
Aufgrund des besonderen und oft nussigen Geschmacks lieben viele Hunde dieses Gemüse und es sorgt für eine willkommene, gesunde Abwechslung im Napf oder als Snack. Artischocke kann in geringen Mengen und klein geschnitten verfüttert werden, roh oder gekocht. Bei rohem Gemüse ist der Nährstoffgehalt zwar grundsätzlich am höchsten, für sensible Tiere ist es in gekochter Form aber immer leichter verdaulich. Dies gilt auch insbesondere für die Fütterung von Welpen.
Wichtig: Gemüse sollte Hunden naturbelassen gegeben werden. Es kann gekocht sein, sollte aber weder Gewürze noch Sud, Marinade oder andere Zusätze enthalten.
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Wie viel und für welche Hunde eignet sich Artischocke?
Die empfohlene Menge an Artischocke richtet sich nach der Größe des Hundes. Empfohlen werden 1 bis 4 Teelöffel rohe oder gegarte Artischocke für ein Tier bis ca. 15 Kilogramm.
Das Gemüse ist als Ergänzung zum Futter oder als Snack gedacht. Demnach sollten Halter auch bei guter Verträglichkeit Ihrem Hund Artischocke nur gelegentlich geben. Durch den hohen Anteil an Ballaststoffen kann eine zu große Menge an Artischocke Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Erbrechen verursachen.
Hunde, die von Haus aus allergisch auf Korbblütler wie Ringelblume, Löwenzahn oder auch Kamille reagieren, sollten besser keine Artischocken fressen. Vorsicht ist auch bei Hunden geboten, die zu Harnsteinen neigen. Die in der Artischocke enthaltenen Oxalate können eine Bildung von Harnsteinen fördern. Auch für trächtige und säugende Hündinnen ist Artischocke ungeeignet, da die enthaltenen Bitterstoffe die Milchbildung hemmen können.
Die Artischocke als natürliches Heilmittel
Die Artischocke wird zudem in der naturheilkundlichen Hundeernährung als Gemüse, Pulver, Extrakt, Kraut oder Saft eingesetzt. Die enthaltenen Bitterstoffe können bei Hunden, die unter Sodbrennen leiden, Beschwerden lindern. Außerdem kann das Gemüse durch die Bitterstoffe appetitanregend wirken und zu einer ausgewogenen Ernährung sowie einer normalen Leberfunktion beitragen. Nicht nur die Verdauung, sondern auch Muskel-, Nerven- und Zellfunktionen werden so auf natürliche Weise unterstützt.
Besonders Artischockenpulver eignet sich für Hunde als natürliches Heilmittel. Es enthält eine höhere Konzentration an Bitterstoffen als das reine Gemüse oder Frischpflanzenpresssaft. Das Pulver wird als Nahrungsergänzung einfach dem Futter beigemischt. Bei einer längeren Fütterung von höher dosierter Artischocke als Nahrungsergänzung sollte immer der Tierarzt miteinbezogen werden.
Meine Rezeptidee für einen erfrischenden, gesunden Smoothie mit Artischocke für Hunde
Zutaten:
1 Artischockenherz
1 Karotte
Kokosmilch (naturbelassen)
Brühe
Chia-Samen oder Leinsamen
Zubereitung:
Kochen Sie das Artischockenherz und eine mittlere Karotte in ungesalzenem Wasser und lassen beides abkühlen.
Pürieren Sie das Gemüse mit etwas ungesalzener Brühe und 2 Esslöffel Kokosmilch, verfeinern Sie nach Belieben mit einem halben Teelöffel gequollenen Chia-Samen oder Leinsamen.
Fertig!
Leicht gekühlt eignet sich dieser Smoothie portioniert als Snack oder Futtertopping, eingefroren im Kong oder auf einer Schleckmatte im Sommer als erfrischender Schlecksnack.