26. September 2026, 12:09 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Schlafen Fische eigentlich? Und wenn ja, wie, wenn sie ihre Augen gar nicht schließen können? Die Antwort ist faszinierend: Fische brauchen genauso Erholung wie andere Tiere, haben dafür aber ganz eigene Strategien entwickelt. PETBOOK erklärt, woran man schlafende Fische erkennt und welche Arten sogar träumen könnten.
Übersicht
Wie lange schlafen Fische?
Auch Fische brauchen Schlaf. Allerdings verbringen sie nicht wie wir mehrere Stunden am Stück im Bett, sondern ruhen meist in kürzeren Schlafphasen. Insgesamt schlafen viele Arten etwa fünf bis acht Stunden pro Tag. Damit sie sich ausreichend erholen können, sind sie auf einen regelmäßigen Wechsel von Licht und Dunkelheit angewiesen. In Aquarien wird dieser häufig mit einer Zeitschaltuhr nachgebildet, die das Licht automatisch ein- und ausschaltet.
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Wie wichtig die Beleuchtung für den Schlaf von Fischen ist, zeigt eine Studie von Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Sie fanden heraus, dass Flussbarsche bei Helligkeit weniger Melatonin produzieren. Das Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus. Künstliche Lichtquellen könnten daher dazu führen, dass Fische in städtischen Gewässern schlechter schlafen.
Fazit: Fische schlafen meist in kurzen Abschnitten. Während manche Arten nur für wenige Sekunden ruhen, können andere mehrere Stunden schlafen. Die meisten Fische werden erst mit Einbruch der Dunkelheit richtig müde – auch wenn ihre Augen dabei geöffnet bleiben.
Wann schlafen Fische?
Wie bei vielen anderen Tiergruppen auch gibt es tag- und nachtaktive Fische. Zu den Fischen, die eher am Tag aktiv sind und nachts schlafen, wenn es dunkel ist, gehören etwa die farbenprächtigen Fische, die im Korallenriff leben. Sie nehmen nachts oft eine unauffällige Färbung an, mit der sie hervorragend getarnt sind. Der Papageifisch im indopazifischen Ozean hüllt seinen Körper zum Beispiel jeden Abend in eine schützende Schleimschicht ein, die seinen Eigengeruch unterdrückt und ihn so vor dem Angriff von Räubern wie einer Muräne bewahrt.
Nachtaktive Fische wie Muränen, Aale, Makrelen, Zander oder Zackenbarsche gehen in der Dämmerung auf die Jagd, deshalb schlafen sie tagsüber. Es gibt aber auch tagaktive Fischarten, die sich tagsüber zwischendurch ein Nickerchen gönnen.
In welchen Positionen schlafen Fische?
Manche Meeresbewohner wie Delfine oder Zahnwale schalten eine Gehirnhälfte ab und schließen dabei das entsprechende Auge. Das Auge auf der Seite der aktiven Hirnhälfte bleibt geöffnet. Man bezeichnet dies als „Halbseitenschlaf“.
Manche Meeresbewohner verstecken sich in dunklen Höhlen oder in Pflanzen, um ungestört schlafen zu können. Dies ist dem riesigen Pottwal nicht möglich. Er steht einfach senkrecht und tief schlafend senkrecht im Wasser. Aufgrund seiner Größe muss er sich nicht vor Fressfeinden in Acht nehmen. Allerdings kann es zu Kollisionen mit Schiffen kommen, denn der Wal schläft so fest, dass er diese oft nicht herankommen hört.
Bei Delfinen und Walen handelt es sich allerdings um Säugetiere, die im Laufe ihrer Entwicklung von Land- sekundär wieder zu Meeresbewohnern wurden. Wie sieht es aber nun mit Fischen aus?
Hochseehaie, wie der Weiße Hai, können aufgrund ihres Sauerstoffbedarfs nicht auf dem Boden oder in Höhlen schlafen. Sie müssen ständig in Bewegung sein, damit sauerstoffreiches Wasser durch ihre Kiemen fließt. Sie scheinen nicht wirklich zu schlafen. Jedoch haben sie Ruhephasen, in denen sie langsamer schwimmen. Die Schlafforschung bei Haien ist allerdings noch sehr rudimentär.1
Schwarmfische wiederum, wie etwa der Salmler, dösen im Schutz der Gruppe. Forscher vermuten, dass es in jeder Gruppe Wachposten gibt, die anderen, schlafenden Fische vor Gefahren warnen.
Wovon träumen eigentlich Hunde?
Warum Katzen manchmal mit offenen Augen schlafen
Woran erkennt man, dass ein Fisch schläft?
Wenn Hund und Katze die Augen geschlossen haben, ist uns klar: Sie schlafen. Genau wie wir schützen sie als Landtiere beim Schlaf ihre Augen durch das Schließen der Lider vor dem Austrocknen. Die meisten Fische haben jedoch keine Augenlider, denn diese brauchen sie im Wasser auch nicht. Da Fische also mit offenen Augen schlafen, muss man auf Veränderungen der Vital- und Körperfunktionen achten, wenn man wissen will, ob sie schlafen. Dazu gehört zum Beispiel:
- Ist die Kiemenatmung verlangsamt?
- Reagiert der Fisch auf äußere Reize seiner Umwelt?
- „Schwebt“ er regungslos an einer Stelle im Wasser oder im mittleren oder unteren Teil des Aquariums? (Die Flossen können sich trotzdem leicht bewegen)
- Liegt er vielleicht sogar am Boden unter einem Stein, einem Baumstumpf oder einem Deko-Teil im Aquarium?
Achtung: Liegt der Fisch seitlich am Boden und treibt mit der Zeit mit dem Bauch nach oben, ist er wahrscheinlich tot. 2
Wie unterscheiden sich die Schlafphasen von Fisch und Mensch?
Der Schlaf von uns Zweibeinern wird grob in die Non-REM-Phase und die REM-Phase eingeteilt, wobei die Non-REM-Phase wiederum in verschiedene Abschnitte unterteilt ist. In diesen lässt die Muskelspannung, der Herzschlag und die Atmung soweit nach, bis der Mensch in den Tiefschlaf fällt. Diese gesamte Phase dauert etwa 20 Minuten.3
Es folgt die REM („Rapid Eye Movement“)-Phase, in der es zu schnellen Augenbewegungen kommt, und wir beginnen zu träumen. Diese Phase ist für die psychische Regeneration besonders wichtig. Auch Fische fahren ihren Stoffwechsel deutlich runter, aber sie fallen nie in den Tiefschlaf.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die meisten Fischarten in einer Art Dämmer-Modus befinden, damit sie jederzeit vor Fressfeinden fliehen können. Wobei der Zebrafisch diese Theorie widerlegt. Schlafforscher der Stanford University School of Medicine in Kalifornien stellten in einer Studie fest, dass Zebrafische Tiefschlaf und Traumschlaf erleben. Dies konnte man an ihrem Herzschlag und dem Muskeltonus feststellen. Die starken Augenbewegungen in der REM-Phase hatten sie allerdings nicht.