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Das sagt die Forschung

Wovon träumen eigentlich Katzen?

Katze liegt auf dem Rücken und schläft.
Katzen tun besonders eines viel: schlafen. Aber träumen sie dabei auch und was träumen Katzen? Foto: Getty Images
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12. August 2025, 18:43 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Katzen verbringen bis zu zwei Drittel ihres Lebens schlafend – das sind rund 15 bis 16 Stunden am Tag. Doch was passiert eigentlich während dieser langen Ruhephasen in ihren Köpfen? Wer jemals eine tief schlafende Katze beobachtet hat, hat sich womöglich gefragt: Können Katzen träumen? Und wenn ja – wovon?

Katzen schlafen viel – und sie träumen wahrscheinlich auch

Während der Mensch im Schnitt sieben bis acht Stunden pro Nacht schläft, gönnen sich Katzen deutlich mehr Ruhe. Vor allem Jungtiere, ältere Katzen oder kranke Tiere kommen oft auf noch längere Schlafzeiten. Schlaf dient bei ihnen – wie bei uns – der Regeneration, Informationsverarbeitung und Reizsortierung.

Schon in den 1960er-Jahren legte der französische Neurowissenschaftler Michel Jouvet den Grundstein für die Vermutung, dass auch Katzen träumen. Und moderne Forschungen bestätigen diese Annahme eindrucksvoll: Katzen durchlaufen – wie Menschen – REM-Schlafphasen, in denen das Gehirn sehr aktiv ist. Genau in dieser Phase entstehen Träume.

Hinweise auf Katzenträume im REM-Schlaf

Viele Katzenhalter kennen die typischen Schlafbewegungen: zuckende Pfoten, zuckende Ohren, eine zitternde Schwanzspitze, manchmal begleitet von leisen Lauten wie Miauen, Gurren oder Schnarchen. All das kann ein Hinweis auf Traumaktivität sein. Besonders spannend ist dabei die Erkenntnis, dass diese Bewegungen oft genau dann auftreten, wenn das Gehirn im REM-Schlaf auf Hochtouren läuft – eine Schlafphase, in der auch Menschen intensiv träumen.1

Eine bahnbrechende Studie Jouvet’s belegte das besonders anschaulich: In einem Experiment wurde gezielt die Muskelblockade im REM-Schlaf ausgeschaltet, die normalerweise verhindert, dass Träume körperlich ausagiert werden. Die Folge: Die Katzen begannen, im Schlaf „Beute zu jagen“, sich zu ducken, zu springen und imaginäre Mäuse zu fangen. Für viele Forscher war das der Beweis: Katzen träumen – und zwar lebhaft.

Auch interessant: Wovon träumen eigentlich Hunde?

Traumhafte Jagdsequenzen und Alltagsverarbeitung

Zwar können Katzen nicht erzählen, was sie träumen – doch anhand von Verhalten und wissenschaftlichen Erkenntnissen lassen sich fundierte Annahmen treffen. Wahrscheinlich verarbeiten sie Erlebnisse des Tages: das Zusammentreffen mit einem Artgenossen, das Spiel mit der Federangel, ein leckeres Futter oder auch Stresssituationen wie ein Tierarztbesuch.

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Hier greift die sogenannte Kontinuitätshypothese: Träume spiegeln die Erlebnisse und Interessen des Tages wider. Was eine Katze tagsüber intensiv beschäftigt hat – etwa die Beobachtung eines Vogels auf dem Balkon – taucht mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in ihrer Traumwelt auf.

Außerdem könnte ihre Sinneswahrnehmung im Traum anders sein als unsere: Während wir selten Gerüche träumen, könnte das bei Katzen tatsächlich der Fall sein – denn ihr Geruchssinn ist hochentwickelt und spielt eine zentrale Rolle in ihrem Leben. 2

Träumen Katzen von ihren Menschen?

Eine der faszinierendsten Fragen ist: Können Katzen auch von ihren Menschen träumen? Die Antwort lautet: Höchstwahrscheinlich ja – wenn auch auf ihre ganz eigene Weise. Besonders Katzen mit starker Bindung zu ihrer Bezugsperson könnten diese im Traum wiedererleben. Anders als Hunde, die oft stark menschenbezogen sind, stehen bei Katzen die Umgebung und das selbstbestimmte Handeln mehr im Fokus. Dennoch gehören ihre Lieblingsmenschen zweifellos zu den prägenden Elementen ihres Alltags – und damit auch ihrer Träume. 3

Kitten träumen besonders häufig

Besonders junge Katzen scheinen sehr lebhafte Träume zu haben. Kein Wunder – schließlich entdecken sie jeden Tag etwas Neues. Die Vielzahl an Eindrücken muss verarbeitet werden. Ähnlich wie kleine Kinder verbringen sie mehr Zeit im REM-Schlaf, was auf eine intensive kognitive Entwicklung hindeutet. Ihre Träume könnten voller Spiel, Jagd und neuer Eindrücke sein – das Gehirn „sortiert“ und speichert Erlerntes und Erlebtes.

Haben Katzen auch Albträume?

Ja, das ist möglich. Besonders nach stressreichen Erlebnissen – wie einer Auseinandersetzung mit einer anderen Katze, einem Sturz oder einer plötzlichen Bedrohung – könnten negative Szenarien im Traum wiederkehren. In solchen Fällen kann es vorkommen, dass Katzen im Schlaf fauchen, knurren oder hektisch zucken. Dennoch sollte man eine träumende Katze nicht wecken – das plötzliche Herausreißen aus dem REM-Schlaf kann zu Verwirrung, Angst oder gar Aggression führen.

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Wie man gute Träume fördert

Eine angenehme Schlafumgebung kann den Schlaf – und womöglich auch die Träume – positiv beeinflussen. Ruhige Rückzugsorte, weiche Schlafplätze und eine reizarme Umgebung fördern entspannten Schlaf. Zusätzlich sorgen Spielangebote, artgerechte Beschäftigung und liebevolle Zuwendung dafür, dass die Katze positive Erlebnisse hat – und damit vielleicht auch süße Träume.

Fazit: Die Traumwelt der Katzen bleibt geheimnisvoll

Auch wenn wir nie mit Sicherheit sagen können, was genau unsere Katzen träumen – die Hinweise sind eindeutig: Sie träumen. Und das nicht wenig. Ob von spannender Jagd, wohltuenden Streicheleinheiten oder wilden Abenteuern mit Artgenossen – ihre Traumwelt ist vermutlich ebenso reich und vielfältig wie ihr Charakter.

Quellen

  1. petmd.com, „Do Cats Dream?(aufgerufen am 12.08.2025) ↩︎
  2. scientificamerican.com, „What Do Dogs and Cats Dream About?“ (aufgerufen am 12.08.2025) ↩︎
  3. „Nau.ch“, „Auch Katzen träumen – von Mäusen und Streicheleinheiten“ (aufgerufen am 12.08.2025) ↩︎

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