Müssen Fische eigentlich Wasser trinken? Schließlich verbringen sie ihr gesamtes Leben im Wasser. Doch die Antwort auf diese scheinbar einfache Frage ist komplizierter, als viele denken. PETBOOK-Redakteurin und Biologin Dr. Saskia Schneider erklärt, wie Fische ihren Flüssigkeitshaushalt regulieren.
Müssen Fische trinken?
Die kurze Antwort lautet: Ja, müssen sie. Allerdings trinken sie nicht so wie wir. Dadurch, dass Fische ja ständig von Wasser umgeben sind, können sie dieses tatsächlich über bzw. durch die Haut aufnehmen. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Osmose. Dabei tritt das Wasser allerdings passiv über die Haut ins Blut der Fische ein. Zumindest Süßwasserfische müssen dadurch nicht trinken, da ihr Körperinneres eine höhere Salzkonzentration aufweist als ihre Umgebung.1
Fische, die im Salzwasser leben, verlieren sogar Wasser durch die Osmose. Daher müssen sie Wasser aktiv aufnehmen, indem sie es schlucken. Diese Fische trinken also tatsächlich – allerdings Salzwasser. Ihr Organe sind jedoch in der Lage, das überschüssige Salz wieder auszuscheiden.2,3
Wie viel trinken Fische?
Das hängt ganz davon ab, wo die Fische leben. So müssen Salzwasserfische relativ viel Wasser trinken, um den ständigen Wasserverlust durch Osmose auszugleichen. Süßwasserfische haben hingegen das Problem, dass zu viel Wasser in sie eindringt und müssen die Überschüsse durch häufiges Urinieren eliminieren. Was das Trinken betrifft, kann man die Fischwelt also grob in zwei Gruppen unterteilen:
Salzwasserfische: trinken viel und urinieren winzige Mengen
Süßwasserfische: trinken nichts und setzen große Mengen an Urin ab
Während Süßwasserfische ständig Wasser durch Osmose aufnehmen und daher nicht trinken, müssen Salzwasserfische zusätzlich Wasser schlucken, um genügend Flüssigkeit zu erhalten Foto: PETBOOK mit Canva erstellt
Doch wie sieht es mit Fischen aus, die von Süß- ins Salzwasser wechseln? Tatsächlich sind die meisten in der Lage, sich körperlich anzupassen. So werden Lachse, die zum Laichen vom Meer in die Flüsse oder Seen schwimmen, von „harten Trinkern“ zu „Viel-Urinierern“.4
Übrigens: Im Gegensatz zu Fischen trinken Wale oder Delfine als Säugetiere kein Salzwasser. Sie decken ihren Wasserbedarf allein durch die Nahrung.
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