27. April 2026, 17:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wolfsspinnen zählen zu den bekanntesten Spinnenarten weltweit und faszinieren durch ihre Jagdtechniken ebenso wie durch ihre ungewöhnliche Brutpflege. Mit über etlichen Arten, die in nahezu allen Lebensräumen vorkommen, gehören sie zu den größten Spinnenfamilien. In Deutschland sind sehr viele Arten heimisch, von unscheinbar kleinen bis hin zu auffällig großen Vertretern. Ihre Rolle im Ökosystem und ihre Anpassungsfähigkeit machen sie zu einem bedeutenden Teil der heimischen Tierwelt. Doch sind diese Spinnen gefährlich oder eher harmlose Achtbeiner? PETBOOK klärt auf.
Übersicht
Wie groß werden Wolfsspinnen?
Wolfsspinnen (Lycosidae) gehören zur Ordnung der Webspinnen, bauen jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Spinnenfamilien meist keine Netze. Sie jagen aktiv am Boden und verlassen sich dabei auf ihre kräftigen Beine und ihren ausgeprägten Sehsinn. Acht Augen, von denen vier besonders groß sind und trapezförmig angeordnet liegen, ermöglichen es ihnen, Beutetiere wie Insekten oder andere Spinnen schnell aufzuspüren, erklärt der NABU Mecklenburg-Vorpommern. Je nach Art erreichen Wolfsspinnen eine Körperlänge von drei bis 45 Millimetern, ohne die Beine. Ihre Färbung reicht von graubraun bis schwarz, häufig mit charakteristischer Musterung.
Wo leben Wolfsspinnen?
Die Familie der Wolfsspinnen ist weltweit verbreitet und besiedelt unterschiedlichste Biotope. Einige Arten bevorzugen trockene Grasflächen, andere leben in Wäldern oder an Gewässerufern. In Deutschland findet man sie etwa in Laubwäldern, in Gärten oder an Flussstränden. Der Wald-Springwolf (Pardosa lugubris), eine der häufigsten heimischen Arten, ist tagsüber aktiv und in großen Gruppen über den Waldboden huschen zu sehen, schreibt der BUND Naturschutz. Die Flussuferwolfspinne (Arctosa cinerea), auch Sandtarantel genannt, bewohnt sandige und kiesige Ufer von Flüssen und Seen, ist jedoch aufgrund von Flussregulierungen vielerorts selten geworden, erklärt der NABU.
Sind Wolfsspinnen gefährlich?
Wolfsspinnen sind Fleischfresser und fangen ihre Beute mit plötzlichen Sprüngen oder aus dem Hinterhalt. Manche Arten legen Erdhöhlen an, die sie mit Spinnseide auskleiden, und lauern von dort aus auf Beute. Für den Menschen können sie nützlich sein, da sie Schädlinge wie Blattläuse oder Käferlarven dezimieren. Trotz ihres Namens und ihrer oft furchteinflößenden Erscheinung sind sie nicht gefährlich. Zwar können größere Exemplare mit ihren kräftigen Kieferklauen die Haut durchdringen, doch medizinisch relevante Folgen eines Bisses sind äußerst selten.
Was man tun sollte, wenn sie in die Wohnung kommen
Gelangen Wolfsspinnen in Wohnräume, geschieht dies meist zufällig auf der Suche nach Beute oder einem Versteck. Da die Tiere nicht aggressiv sind und für den Menschen keine Gefahr darstellen, genügt es, sie vorsichtig mit einem Glas und einem Stück Papier einzufangen und ins Freie zu setzen. Ein Töten ist weder notwendig noch sinnvoll, da die Spinnen in der Natur als Nützlinge wirken.
Faszinierende Brutpflege
Ein besonderes Merkmal der Wolfsspinnen ist ihre intensive Brutpflege. Nach der Paarung trägt das Weibchen den Eikokon an den Spinnwarzen mit sich. Kurz nach dem Schlupf klettern die Jungtiere auf den Rücken der Mutter, wo sie mehrere Tage verweilen, ehe sie sich selbstständig machen. Während dieser Zeit verzichtet das Muttertier weitgehend auf Nahrung und schützt so den Nachwuchs. Diese Fürsorge hebt Wolfsspinnen von vielen anderen Spinnenarten ab.
So riesig sind die größten Spinnen der Welt
Nosferatu-Spinne jetzt in ganz Deutschland – wie giftig ist sie?
Sind Wolfsspinnen gefährdet?
Die Artenvielfalt innerhalb der Wolfsspinnenfamilie ist groß. Während einige Arten wie der Wald-Springwolf häufig vorkommen, sind andere wie die Flussuferwolfspinne bedroht und auf naturnahe Lebensräume angewiesen. In bestimmten Regionen Deutschlands sind sie bereits verschwunden. Ersatzlebensräume wie Baggerseen oder Kiesgruben können helfen, ihre Bestände zu erhalten, wenn die Ufer offen gehalten werden.
So nützlich sind die Spinnen
Wolfsspinnen übernehmen eine wichtige Rolle als natürliche Schädlingsbekämpfer und tragen zum Gleichgewicht in verschiedenen Lebensräumen bei. Ihre Anpassungsfähigkeit reicht von feuchten Mooren über trockene Wiesen bis hin zu Küstenregionen. Auch im Winter bleiben sie aktiv, teils sogar unter einer Schneedecke. Ihre weltweite Verbreitung und ihre ökologische Bedeutung machen sie zu einer Schlüsselfamilie unter den Spinnen.
