10. März 2026, 14:41 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Manche Tiere scheinen so seltsam und mysteriös, dass sich um sie schon lange Legenden ranken. Darunter auch der „Weltuntergangsfisch“, der angeblich nur erscheint, wenn eine schlimme Katastrophe bevorsteht. In den USA wurden im Jahr 2024 mehrere Exemplare angespült, 2025 folgten dann weitere Funde in Mexiko und dann auch in Australien und Neuseeland. 2026 tauchten gleich zwei Tiere gleichzeitig am Strand von Cabo San Lucas in Mexiko auf. PETBOOK verrät, warum die Riemenfische als schlechtes Omen gelten.
Unerwartete Entdeckung beim Strandspaziergang
Im März 2026 sorgte ein Fund in Mexiko für Aufsehen: Am Strand von Cabo San Lucas wurden gleich zwei seltene Tiefsee-Riemenfische angespült. Aufnahmen in sozialen Medien zeigen, wie Touristen versuchten, die jeweils knapp drei Meter langen Tiere zurück ins Wasser zu ziehen.
Auch für Sybil Robertson aus Tasmanien verwandelte sich ihr Strandspaziergang mit Hund am Ocean Beach nahe Strahan in ein unheimliches Erlebnis. Zunächst stürzte ein Seeadler plötzlich Richtung Strand – bereits eine ungewöhnliche Beobachtung, wie sie dem australischen Sender ABC schilderte. Schließlich entdeckte sie ein riesiges, silbrig glänzendes Wesen im Sand, dort, wo der Seeadler herabgestoßen war. Schnell wurde klar – sie hatte einen der mysteriösesten Fische der Tiefsee gefunden.
Damit ist Robertson allerdings nicht die Einzige, denn binnen weniger Jahre wurden mehr Riemenfische angespült als jemals zuvor. Nach der Sichtung in Australien wurden ebenfalls zwei Exemplare in Neuseeland angeschwemmt, wie „The Guardian“ zuletzt berichtete. Im Februar 2025 wurde zuletzt einer an der Küste Mexikos angeschwemmt. Über den seltenen Lebendfund berichtete PETBOOK damals.
Weltuntergangsstimmung in den USA
Für besondere Schlagzeilen sorgten weitere Sichtungen in den USA. Binnen weniger Wochen wurden mehrere Exemplare angespült. Bereits im August 2024 wurde ein riesiges Exemplar im US-Bundesstaat Kalifornien gesichert, wie unter anderem „USAToday“ berichtete. In San Diego, wo der Riemenfisch auftauchte, war er ein Vorzeichen für ein leichtes Erdbeben der Stärke 4,4. Manche sahen bereits damals eine tiefere Bedeutung darin, dass der so selten in den USA gefundene Fisch sich ausgerechnet im Wahljahr 2024 an den Küsten zeigte.
Das zweite angespülte Exemplar im Süden Kaliforniens, über das unter anderem auch „The Guardian“ berichtete, war für viele ein sehr ungutes Omen für die Amtszeit des 45. Präsidenten Donald Trump. Binnen weniger Wochen verankerte sich der Glaube an mögliche Horrorszenarien immer mehr.
Denn bislang waren seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1901 nur 20 Exemplare des Riemenfisches an den US-Küsten aufgetaucht. Allerdings muss die erneute Sichtung nichts mit einer etwaigen Weltuntergangsstimmung in den USA zu tun haben. Wie „The Guardian“ weiter berichtet, gehen Experten eher davon aus, dass sich Sichtungen der Fische wegen den sich verändernden Stürmen El Niño und La Niña häufen.
„Weltuntergangsfisch“ noch nicht gut erforscht
Seit jeher haben Menschen Angst vor Dingen, die sie nicht kennen oder nicht einordnen können. Daher ranken sich um viele Tiere, die man lange Zeit nicht wissenschaftlich untersuchen konnte, Mythen und Legenden. Darunter eben auch der sogenannte „Weltuntergangsfisch“, der an eine Seeschlange erinnert und angeblich ein Vorbote für Katastrophen sein soll. Nicht immer haben diese seltsamen Meeresbewohner so viel Glück wie die beiden zuletzt gefundenen Exemplare in Mexiko. Wie man in den Videos sieht, konnten beide mit ein bisschen Körpereinsatz wieder ins Meer zurückgeschoben werden.
Das auf Deutsch nur unter dem Namen Riemenfisch bekannte Tier lebt nämlich in dunklen und kalten Tiefen, die kein Meeresbiologe ohne technische Hilfsmittel untersuchen kann. Daher weiß man sehr wenig über die natürliche Lebensweise der Fische. An der Oberfläche erscheinen sie nur selten und wenn, dann nicht in einem guten Zustand. Wenn man sie sieht, sind sie zumeist verletzt oder es werden sogar nur Teile von ihnen angeschwemmt.
Das macht die Riemenfische so besonders
Sichtungen von lebenden „Weltuntergangsfischen“ in ihrer natürlichen Umgebung bleiben weiterhin rar. Zuletzt gelang es Tauchern 2023, einen Riemenfisch zu filmen. Auf den Aufnahmen sieht man die schiere Größe und die schillernde Gestalt des Fisches sehr gut. Denn er gilt mit durchschnittlich acht bis neun Metern als der längste Knochenfisch der Welt und kann 270 Kilogramm schwer werden.
Auffallend ist auch die spiegelnde Haut der Tiere. Denn der faszinierende, große Riemenfisch hat tatsächlich keine Schuppen. Manche vergleichen seine Haut daher mit glatter Alufolie. Auch haben die Riesen eine weitere Besonderheit: Sie schwimmen aufrecht durch die Wassersäule. Ob daher auch der Beiname „Paddelfisch“ vom Englischen „oarfish“ stammt, ist nicht bekannt.
Seltener Lebendfund! Weltuntergangsfisch in Mexiko angespült
Gruselkreatur aus der Tiefsee am Strand angespült
Sagt der „Weltuntergangsfisch“ wirklich Naturkatastrophen voraus?
Gerade weil sich noch so viele Mysterien um den normalerweise in einer Tiefe von bis zu 1000 Metern lebenden Fisch ranken, bietet er viel Raum für Fantasie. Denn gerade in den Gewässern vor Japan tauchen sie häufig auf, wenn ein Erdbeben unmittelbar bevorsteht.
Beispielsweise wurden 2011 vor dem Tsunami durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima mehrere Dutzend Riemenfische an Japans Küsten angeschwemmt. Ob die Tiere jedoch das Wackeln der Erde in der Tiefe bereits früher bemerkten, oder durch Veränderungen von Strömungen in ihrem Lebensraum verwirrt waren, muss noch weiter untersucht werden.1
Theorien reichen von Selbstamputation bis Kannibalismus
Forscher gehen mittlerweile auch davon aus, dass man Riemenfische nur dann in Tiefen sieht, in denen sich Menschen aufhalten, wenn es ihnen schlecht geht. Dies bestätigte auch das sensationelle Video von 2023. Anhand der großen, sichtbaren Löcher geht man davon aus, dass das Exemplar von Haien angegriffen wurde und dann in der Wassersäule kraftlos nach oben trieb.
Durch Totfunde konnte man jedoch feststellen, dass er keine Zähne hat, sondern ein sogenannter Filtrierer ist. Das bedeutet, dass Fische dieser Art über ihre Kiemenfächer Nahrung aufnehmen. Dazu zählen Kleinstlebewesen wie Zooplankton und Krill, aber auch winzige Fische und kleine Tintenfische.2
Ein weiterer Mythos, der über den Riemenfisch kursiert, ist, dass er sich bei Nahrungsknappheit selbst verspeist. Allerdings gibt es dafür (noch) keine wissenschaftlichen Belege. Klar ist jedoch, dass manche angespülte Exemplare so aussehen, als ob ihnen die Hälfte des Körpers fehlt. Dazu gibt es die Theorie, dass der größte Knochenfisch der Welt im Todeskampf eine Selbstamputation durchführt, um sich vor Fressfeinden in Sicherheit zu bringen. Doch auch dazu bedarf es weiterer Sichtungen eines der wohl mysteriösesten Fische der Welt.
