27. Juli 2025, 15:42 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Klein, unscheinbar und scheinbar harmlos: Die Wasserspitzmaus wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Bewohner unserer Gärten. Doch der Eindruck täuscht – denn sie gehört zu den wenigen giftigen Säugetieren in Deutschland, wie MyHomebook berichtet. Wer die nachtaktive Jägerin im eigenen Garten entdeckt, sollte wissen, worauf es ankommt.
Überraschend giftig: Was die Wasserspitzmaus so besonders macht
In Deutschland sind insgesamt sechs Spitzmausarten heimisch – die größte unter ihnen ist die Wasserspitzmaus (Neomys fodiens). Mit einer Körperlänge von bis zu neun Zentimetern überragt sie ihre Artgenossen deutlich. Im Vergleich zur Zwergspitzmaus, die lediglich rund fünf Zentimeter misst, ist sie ein echter Riese.
Ihr Lebensraum ist eng mit Gewässern verknüpft. Mit wasserabweisendem Fell und borstenbewehrten Hinterfüßen ist sie perfekt an das Jagen im Wasser angepasst. Dabei erweist sie sich als geschickte Räuberin, die auch vor größeren Beutetieren nicht zurückschreckt.
Am auffälligsten ist jedoch eine Besonderheit, die sie von den meisten anderen Säugetieren unterscheidet: Ihr Speichel ist giftig. Unter der Zunge sitzen Giftdrüsen, mit deren Hilfe die Wasserspitzmaus kleine Beutetiere wie Insekten, Würmer und Amphibien durch einen Biss lähmen kann.
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Warum sich die Wasserspitzmaus im Garten wohlfühlt
Trotz ihres Namens gehört die Wasserspitzmaus nicht zur Familie der Mäuse, sondern ist näher mit Maulwurf und Igel verwandt. Ihre Ernährung besteht hauptsächlich aus Insekten und Spinnen.
Feuchte Lebensräume wie Teiche, Bachläufe oder Gräben sind für die Wasserspitzmaus unverzichtbar. Wenn sich solche Wasserstellen innerhalb eines naturnah gestalteten Gartens befinden – ergänzt durch Laub- oder Holzstapel, einen Komposthaufen oder eine reiche Auswahl an Insekten –, kann der Garten schnell zum idealen Lebensraum für das Tier werden.
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Keine Gefahr für den Menschen – aber für Haustiere unangenehm
Die Wasserspitzmaus selbst ist nur schwer zu entdecken. Als scheues und vor allem nacht- beziehungsweise dämmerungsaktives Tier meidet sie direkte Begegnungen mit Menschen. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf ihre Anwesenheit hindeuten können: Fraßspuren an Schnecken, Insektenresten oder kleinen Amphibien, ebenso wie Tunnel und Gangsysteme in feuchten Böden, insbesondere in der Nähe von Gewässern. Wer das Tier tatsächlich beim Jagen im Wasser beobachtet, erhält den deutlichsten Beweis für seine Präsenz.
Für Menschen stellt der giftige Biss der Wasserspitzmaus kaum ein Risiko dar. Nur in sehr seltenen Fällen kommt es überhaupt zu einem Biss – und selbst dann ist der Kiefer meist nicht kräftig genug, um die Haut zu durchdringen. Für Haustiere wie Katzen oder Hunde kann das Nervengift jedoch schmerzhaft sein. Zwar ist es nicht lebensgefährlich, aber eine Begegnung mit der Spitzmaus sollte dennoch vermieden werden.
Schutz statt Vertreibung: Was bei Wasserspitzmäusen im Garten zu beachten ist
Die Wasserspitzmaus ist stärker vom Menschen bedroht als umgekehrt. Wie das Magazin Geo berichtet, wird ihr Lebensraum durch Trockenlegung, Flurbereinigung und landwirtschaftliche Nutzung zunehmend eingeschränkt. Aufgrund dieses Rückgangs steht sie inzwischen unter Artenschutz. Als gefährdete Art auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion ist es verboten, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten.
Wer eine Wasserspitzmaus im Garten entdeckt, sollte dies als Zeichen eines intakten, artenreichen Umfelds betrachten. Um die Tiere nicht zu gefährden, empfiehlt es sich, auf chemische Mittel zur Unkraut- oder Schädlingsbekämpfung zu verzichten. Eine Umsiedlung ist gesetzlich nicht erlaubt.
Stört man sich dennoch an der Anwesenheit des kleinen Räubers, bleibt nur die Möglichkeit, den Garten weniger attraktiv zu gestalten: Wasserquellen beseitigen, Laub- und Holzansammlungen entfernen und das Gelände möglichst trocken halten. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass solche Maßnahmen auch anderen nützlichen Gartenbewohnern wie Igeln oder Vögeln den Lebensraum entziehen.