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Wüstentiere

Was haben Kamele eigentlich in ihren Höckern?

Entgegen der weitverbreiteten Annahme speichern Kamele in ihren Höckern kein Wasser. Stattdessen bestehen die Höcker aus Fett
Entgegen der weitverbreiteten Annahme speichern Kamele in ihren Höckern kein Wasser. Stattdessen bestehen die Höcker aus Fett Foto: Getty Images
Redakteurin

4. November 2026, 13:19 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Kamele speichern in ihren Höckern Wasser, deshalb halten sie in der Wüste so lange ohne Trinken durch. Dieser Satz steht in unzähligen Schulbüchern und Kinderquizzen, ist aber falsch. Denn in den Höckern steckt in Wahrheit etwas ganz anderes. Wie die Tiere trotzdem mit so wenig Wasser auskommen, hat andere Gründe. PETBOOK erklärt, was in den Höckern steckt, wie viel hineinpasst und wie Kamele die Hitze überstehen.

Was steck in den Höckern?

In den Höckern von Kamelen steckt tatsächlich Fett. Sie dienen als Fettspeicher und enthalten im Gegensatz zu vielen Annahmen kein Wasser. Ein Kamel lebt davon, wenn es lange nichts zu fressen findet. Ist das Fett aufgebraucht, hängen die Höcker schlaff zur Seite. Fressen sich die Tiere wieder satt, füllen sie sich wieder.1,2

Auch interessant: Kamel oder Dromedar – so erkennen Sie den Unterschied 

Wie viel Fett passt in einen Höcker?

Eine Zooorganisation aus den USA nennt für einen Höcker bis zu 80 Pfund (ca. 36 kg) Fett. Die Größe richtet sich danach, wie gut das Tier gefressen hat. Ein Höcker ist also kein fester Körperteil, sondern ein Pegelanzeiger für den Ernährungszustand.3

Warum sitzt das Fett ausgerechnet in den Höckern?

Dafür gibt es eine plausible Erklärung. Sitzt das Fett gebündelt im Höcker, ist der Rest des Körpers weniger isoliert. Tagsüber kann die Hitze so leichter entweichen, nachts gibt der Körper Wärme ab, damit das Kamel nicht zu stark auskühlt. Der Zoo Heidelberg erklärt, dass die Tiere sich mit dem konzentrierten Fett auch besser bewegen können.

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Wie überleben die Kamele dann ohne Wasser?

Das Geheimnis liegt im ganzen Körper:

  • Viel auf einmal trinken: Ein durstiges Kamel kann 150 bis 200 Liter auf einmal trinken. Wie schnell das geht, geben die Quellen sehr unterschiedlich an, zwischen drei und 15 Minuten.4
  • Körpertemperatur schwanken lassen: Diese kann um bis zu neun Grad schwanken, von etwa 34 Grad in der Nacht bis zu 42 Grad in der Mittagshitze. So muss das Tier weniger schwitzen.
  • Wenig verlieren: Ein Kamel scheidet am Tag etwa einen Liter Urin aus. Zum Vergleich: ein Pferd scheidet rund zehn Liter aus. Außerdem können Kamele ihre Nüstern verschließen, um beim Atmen weniger Wasser zu verlieren.
  • Hohen Wasserverlust aushalten: Ein Kamel verkraftet den Verlust von bis zu einem Viertel seines Körpergewichts. Beim Menschen gelten bereits etwa 10 Prozent als lebensgefährlich.
  • Besondere Blutzellen: Die roten Blutkörperchen der Kamele sind oval statt rund. Sie sind elastischer und fließen auch dann noch gut, wenn dem Tier Wasser fehlt.

Wie lange ein Kamel ohne Wasser auskommt, hängt dennoch von den Bedingungen ab. Die Angaben reichen von fast einer Woche bis zu mehreren Wochen.5

Warum haben manche Kamele zwei Höcker, manche einen und andere gar keinen?

Dabei handelt es sich um verschiedene Tiere: Trampeltiere haben zwei Höcker. Sie stammen aus kälteren Wüsten Asiens wie der Mongolei und China und brauchen mehr Energie, um Hitze und Kälte zu überstehen. Dromedare haben nur einen Höcker. Alpakas, Lamas, Guanakos und Vikunjas gehören ebenfalls zu den Kamelen, haben aber keinen Höcker und leben in Südamerika.

Quellen

  1. Britannica, „Do Camels Store Water in Their Humps?“  (aufgerufen am 04.11.2026) ↩︎
  2. Zoo Heidelberg, Pressemitteilung zu den Kamelen vom 15.06.2023 (aufgerufen am 04.11.2026) ↩︎
  3. Cleveland Zoological Society, „Truth or Tail: A Camel’s Hump“  (aufgerufen am 04.11.2026) ↩︎
  4. Planet Wissen, „Kamele: Überlebenskünstler der Wüste“  (aufgerufen am 04.11.2026) ↩︎
  5. Pairi Daiza, „Dromedar“  (aufgerufen am 04.11.2026) ↩︎

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