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Tierarten

Was ist der Unterschied zwischen Uhu, Kauz und Eule?

Ein Sperlingskauz hat sich auf einem Zweig niedergelassen. Was unterscheidet aber einen Kauz von einem Uhu und einer Eule?
Ein Sperlingskauz hat sich auf einem Zweig niedergelassen. Was unterscheidet aber einen Kauz von einem Uhu oder einer Eule? Foto: Getty Images
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Porträtbild Marike Stucke
Freie Autorin

28. Januar 2026, 13:39 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Sie jagen lautlos durch die Nacht, drehen ihren Kopf fast vollständig und ihr Ruf lässt manchen Spaziergänger zusammenzucken: Eulen faszinieren und verunsichern den Menschen seit Jahrhunderten. Besonders Begriffe wie Uhu, Kauz und Eule werden dabei häufig durcheinandergeworfen – oft so, als handele es sich um drei völlig verschiedene Tiere. PETBOOK erklärt, was wirklich hinter den Namen steckt, wie sich die Tiere unterscheiden und was sie verbindet.

Uhu und Kauz sind Eulen

Die Taxonomie in der Biologie ist für Laien oft verwirrend und undurchsichtig. So auch im Fall der bei uns heimischen Raubvögel Eule, Uhu und Kauz. Grundsätzlich gehören Uhu und Kauz nämlich zur Ordnung der Eulen – nicht zu den Greifvögeln. Zu den Eulen gehören wiederum über 200 Vogelarten. Darunter Uhus, die größten Eulen, und Käuze, die kleinsten Eulen. Mittelgroße Eulen heißen im Volksmund einfach Eulen.

Wobei sich die biologische Einordnung teilweise von der des Volksmunds unterscheidet. Bei den Eulen wird noch einmal in „Eigentliche Eulen“ und „Schleiereulen“ unterschieden. Grob gesagt ist aber eine Schleiereule genauso eine Eule wie ein Waldkauz oder ein Uhu.

Warum heißen Uhu und Kauz so?

  • Uhu: Der Name leitet sich vom tiefen, weithin hörbaren „uh-hu“-Ruf des Vogels ab
  • Kauz: Stammt vermutlich vom althochdeutschen kuza und bezeichnete ursprünglich einen schrulligen oder sonderbaren Menschen – inspiriert vom nächtlichen, „kauzigen“ Verhalten der Tiere
  • Eule: Kommt vom lateinischen ulula (heulen, schreien) und bezieht sich auf die charakteristischen Rufe

Die Unterschiede zwischen Uhu, Kauz und Eule

Obwohl Uhu, Kauz und Eule alle zur Ordnung der Eulen gehören, gibt es dennoch Unterschiede zwischen den Arten. Dies betrifft vor allem folgende Bereiche:

  • Größe und Gewicht
  • Gefiederfarbe
  • Beutetiere
  • Lebensraum

Bei über 200 Arten ist es schwierig, auf alle Unterschiede der einzelnen Eulenarten einzugehen. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten, die alle Eulen, Uhus und Käuze vereinen.

Typische Unterschiede im Überblick

Uhu (z. B. Bubo bubo)

  • größte Eulenart Europas
  • jagt auch größere Säugetiere und Vögel
  • bevorzugt felsige Landschaften, Steinbrüche und große Wälder

Kauz (z. B. Waldkauz)

  • mittelgroß
  • spezialisiert auf Mäuse und Kleinsäuger
  • häufig in Parks, Gärten und Stadtrandgebieten

„Eule“ im engeren Sinn (z. B. Waldohreule)

  • schlanker Körperbau
  • auffällige Federohren (keine echten Ohren!)
  • lebt oft versteckt in Nadelwäldern oder Feldgehölzen
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Gemeinsamkeiten von Eulen

Eulen sind auf die Jagd in der Nacht spezialisierte Raubvögel. Deshalb sind ihre Augen im Vergleich zu anderen Vogelarten groß, um möglichst viel Licht auch in der Dunkelheit einfangen zu können. Der Körper von Eulen ist eher gedrungen und sie tragen darauf einen rundlichen Kopf. Der Eulenschnabel ist ähnlich wie bei vielen anderen Raubvögeln scharfkantig, dafür aber nach unten gekrümmt.

Besonders beeindruckend ist das Gehör der Eulen: Ihre Ohren sitzen oft asymmetrisch am Kopf. Dadurch können sie Geräusche dreidimensional orten – selbst unter Schnee oder dichtem Gras. Der weiche, fransige Rand der Schwungfedern sorgt zudem dafür, dass Eulen nahezu geräuschlos fliegen können.

Auf dem Nahrungsplan steht keine pflanzliche Kost, sondern je nach Eulengröße und -art alles von Käfern, über Mäuse und Hasen bis zu jungen Füchsen und Rehkitzen bei den größten Eulen, den Uhus. Eulen sind weitestgehend monogam, das heißt, sie bleiben ihrer Partnereule ein Leben lang treu und begleiten sie, bis eines der Tiere verstirbt.

Welche Eulenarten gibt es in Deutschland?

Hierzulande sind 10 der weltweit 200 Eulenarten heimisch und alle zählen nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den streng geschützten Arten. Eulen sind vor allem durch das Verschwinden ihres Lebensraums bedroht, der durch Zersiedelung und Landwirtschaft immer stärker verschwindet.

Trotzdem sollten gefundene Jungvögel nicht vorschnell eingesammelt werden. Viele junge Eulen verlassen das Nest, bevor sie fliegen können, und werden weiterhin von den Eltern versorgt. Nur offensichtlich verletzte Tiere sollten an eine Wildtierstation übergeben werden. Zu den bei uns heimischen Eulenarten zählen der Größe nach:

  1. Uhu: Er weist eine Flügelspannweite von bis zu 1,80 Meter auf
  2. Habichtskauz: Dieser kommt nur noch in einem Bestand von ca. zehn Brutpaaren in Bayern vor
  3. Waldkauz: die häufigste Eule in Deutschland mit über 60.000 Brutpaaren
  4. Sumpfohreule: Wird nur etwa 40 Zentimeter groß und ist damit fast nur halb so groß wie ein Uhu
  5. Schleiereule: Fällt vor allem durch ihr leicht unheimlich wirkendes Gesicht auf. Der sogenannte Schleier befähigt die Schleiereule nachts, ähnlich einem Parabolspiegel Schallgeräusche verstärkt wahrzunehmen und so Beute einfacher zu orten
  6. Waldohreule: Fällt besonders durch die namensgebenden, auffälligen Ohren auf.
  7. Raufußkauz: Diese Eule hat nicht etwa raue, sondern stark befiederte Füße
  8. Steinkauz: Diese kleine Eule wird nur 22 Zentimeter groß, ist aber dafür am Boden rennend so schnell wie eine Maus und kann diese auch laufend erjagen
  9. Zwergohreule: Da die Zwergohreule selbst eher klein ist, stehen bei ihr hauptsächlich Asseln und Regenwürmer auf dem Speiseplan
  10. Sperlingskauz: Die kleinste Eulenart Europas ist gerade einmal so groß wie ein Hamster und brütet mit Vorliebe in verlassenen Spechthöhlen.
Porträtbild Marike Stucke
Freie Autorin

Uhu, Kauz und Eule im eigenen Garten unterstützen

Wer die streng geschützten Eulen in Deutschland unterstützen will, kann selbst aktiv werden. Hierfür hilft es oft schon, Gärten weniger ordentlich zu halten, sodass sich in Laub- und Asthaufen viele Insekten und Mäuse als Nahrungsquelle für Eulen wohlfühlen. Auch spezielle Nisthilfen für Eulen können Brutpaare animieren, für Eulennachwuchs zu sorgen.

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