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Diese Schlangen leben im Garten und so erkennen Sie sie

Ringelnatter im Gartenteich zwischen Seerosen
Schlangen im Garten sind meist harmlos: Die Ringelnatter hält sich besonders gern in der Nähe von Wasser auf – etwa in naturnahen Gartenteichen. Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

17. März 2026, 17:21 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Eine Schlange im Garten – für viele Menschen ist das erst einmal ein Schreckmoment. Doch in den allermeisten Fällen besteht kein Grund zur Sorge. Die meisten heimischen Schlangen sind völlig harmlos, äußerst scheu und verschwinden meist schneller, als man sie überhaupt richtig sehen kann. Tatsächlich kann man sich über den seltenen Gartenbesuch sogar freuen: Schlangen sind wichtige Nützlinge und ein Zeichen für einen naturnahen Garten. Welche Arten Ihnen begegnen können, woran man sie erkennen kann und warum sie für das Ökosystem so wertvoll sind, erklärt PETBOOK-Redakteurin und Biologin Saskia Schneider.

Welche Schlangen gibt es im Garten und wie erkenne ich sie?

Weltweit gibt es rund 3000 Schlangenarten. In Deutschland sind es gerade einmal sieben – und nur zwei davon sind giftig. Die meisten, die im Garten auftauchen, gehören zu den völlig harmlosen Arten.

Ringelnatter – der häufigste Gartengast

Wenn Menschen in Deutschland eine Schlange im Garten entdecken, handelt es sich sehr häufig um eine Ringelnatter.

Sie wird meist zwischen 80 und 120 Zentimeter lang und ist relativ leicht zu erkennen: Hinter dem Kopf sitzen zwei gelbliche, halbmondförmige Flecken – eine Art „Ring“, der ihr den Namen gegeben hat. Mittlerweile gibt es auch immer mehr schwarze Varianten in Deutschland (PETBOOK berichtete).

Ringelnattern halten sich besonders gern in der Nähe von Wasser auf. Ein Gartenteich mit Fröschen oder kleinen Fischen ist für sie daher ein regelrechtes Buffet.1

Schlingnatter – klein, scheu und oft verwechselt

Glattnatter (Coronella austriaca), in Thymian (Thymus pulegioides), Lechauen, Bayern, Deutschland
Die Glattnatter erkennt man an dem dunklen Seitenstreifen an der Kopfseite der Tiere, der vom Nasenloch über das Auge bis zum Mundwinkel verläuft Foto: Getty Images

Deutlich kleiner ist die Schlingnatter – auch Glattnatter (Coronella austriaca) genannt. Sie wird meist nur etwa 60 bis 70 Zentimeter lang. Ihr graubrauner Körper trägt dunkle Flecken, und ein dunkler Streifen verläuft vom Auge bis zum Mundwinkel.

Das Problem: Laien verwechseln sie häufig mit der Kreuzotter, einer der wenigen Giftschlangen Europas. Dabei ist die Schlingnatter vollkommen ungefährlich. Ein einfaches Unterscheidungsmerkmal sind die Pupillen: Bei der Schlingnatter sind sie rund, bei der Kreuzotter schlitzförmig.2

Würfelnatter und Äskulapnatter – seltene Besucher

Eine Äskulapnatter neben einem Kartoffelacker
Eine Äskulapnatter gehört zu den heimischen Schlangen in Deutschland und findet sich manchmal auch neben einem Kartoffelacker Foto: Getty Images

Sehr selten – aber theoretisch möglich – sind Begegnungen mit der Würfelnatter, einer Wasserschlange mit würfelförmigen Flecken auf dem Rücken. Sie lebt fast ausschließlich an größeren Flüssen.

Die größte heimische Schlange ist die Äskulapnatter, die bis zu anderthalb Meter lang werden kann. Ihr Vorkommen ist allerdings auf wenige Regionen in Deutschland beschränkt.

Giftige Arten: Kreuzotter und Aspisviper

Die beiden Giftschlangen Deutschlands – Kreuzotter und Aspisviper – sind extrem selten in Gärten. Beide Arten gelten als sogenannte Kulturflüchter und meiden menschliche Siedlungen.

Selbst wenn es zu einem Biss kommt, passiert das meist nur, wenn das Tier sich massiv bedrängt fühlt.

Im Garten häufiger, aber keine Schlange: die Blindschleiche

Blindschleiche auf Moos
Blindschleichen sehen Schlangen zum Verwechseln ähnlich sind aber völlig harmlos Foto: Getty Images

Oft wird übrigens auch die Blindschleiche für eine Schlange gehalten. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Echse ohne Beine.

Ein wichtiges Merkmal: Blindschleichen können blinzeln – Schlangen nicht. Außerdem können sie ihren Schwanz abwerfen, wenn sie sich bedroht fühlen. Für Gartenbesitzer ist sie ein echter Glücksfall, denn sie frisst unter anderem Schnecken.

Wo halten sich Schlangen im Garten auf?

Schlangen sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet: Ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebung ab. Deshalb brauchen sie sowohl warme Sonnenplätze als auch sichere Verstecke.

Typische Orte im Garten sind daher:

  • Steinhaufen oder Trockenmauern
  • Komposthaufen
  • Holz- und Reisighaufen
  • dichte Hecken oder Gebüsche
  • Gartenteiche und feuchte Bereiche

Wer glaubt, dass sich Schlangen ständig im Garten zeigen, irrt allerdings. Die Tiere sind extrem scheu. Sie nehmen kleinste Bodenerschütterungen wahr und verschwinden meist, lange bevor wir sie überhaupt entdecken.3

Sind Schlangen im Garten für Haustiere gefährlich?

Kurz gesagt: Nein, normalerweise nicht. Die meisten heimischen Schlangen sind ungiftig und zudem ausgesprochen zurückhaltend. Sie greifen weder Menschen noch Haustiere aktiv an.

Kommt es doch einmal zu einer Begegnung mit Hund oder Katze, versuchen Schlangen in der Regel sofort zu fliehen. Ein Biss ist meist eine reine Verteidigungsreaktion – und kommt entsprechend selten vor. Wichtig ist deshalb vor allem eines: das Tier nicht bedrängen oder versuchen anzufassen.

Warum Schlangen im Garten etwas Positives sind

Schlangen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie sind Teil eines komplexen Nahrungsnetzes und erfüllen mehrere wichtige Aufgaben.

  • Sie regulieren Nagerpopulationen: Mäuse und andere Kleinsäuger stehen bei vielen Arten auf dem Speiseplan.
  • Sie fressen oft kranke oder schwache Tiere, was Krankheiten in Tierpopulationen eindämmen kann.
  • Sie sind selbst Nahrung für andere Tiere, etwa für Greifvögel oder Marder.

Ihre Anwesenheit ist außerdem ein Hinweis darauf, dass ein Garten ökologisch vielfältig ist – mit ausreichend Nahrung, Verstecken und naturnahen Strukturen.4,5

Mehr zum Thema

So locken Sie Schlangen in den Garten

Schlangen sind anspruchsvoll, wenn es um ihren Lebensraum geht. Wer ihnen helfen möchte, sollte seinen Garten möglichst naturnah gestalten.

Hilfreich sind zum Beispiel:

  • ein Gartenteich mit natürlichem Ufer
  • Stein- oder Trockenmauern zum Sonnen
  • Totholz- oder Reisighaufen als Verstecke
  • Komposthaufen, die auch als Eiablageplatz dienen können
  • strukturreiche Gärten mit Hecken und wilden Ecken

Solche Maßnahmen helfen übrigens nicht nur Schlangen, sondern auch vielen anderen bedrohten Arten – etwa Fröschen, Eidechsen oder Insekten.6

Fazit

Eine Schlange im Garten mag im ersten Moment überraschend sein. Doch eigentlich ist sie ein gutes Zeichen. Die meisten heimischen Arten sind vollkommen ungefährlich und extrem scheu. Wer ihnen begegnet, hat meist das Glück, einen selten gewordenen Bewohner unserer Natur beobachten zu können.

Und vielleicht lohnt es sich beim nächsten Mal, den ersten Schreck kurz zu überwinden – und stattdessen einen Moment lang zu staunen. Denn Schlangen gehören zu den faszinierendsten und zugleich am meisten missverstandenen Tieren unserer heimischen Tierwelt.

Quellen

  1. berlin.nabu.de, „Die Ringelnatter – Die Schlange im Garten entpuppt sich meist als harmlose Ringelnatter“ (aufgerufen am 17.03.2026) ↩︎
  2. nuetzlingswelt.de, „Schlangen“ (aufgerufen am 17.03.2026) ↩︎
  3. wildbeimwild.com, „Schlangen im Garten: Keine Angst vor den scheuen Sensibelchen“ (aufgerufen am 17.03.2026) ↩︎
  4. zdfheute.de, „Schlangen im Garten: Faszinierende Nützlinge“ (aufgerufen am 17.03.2026) ↩︎
  5. naturschutzbund.at, „Wieso man sich über Schlangen im Garten freuen sollte“ (aufgerufen am 17.03.2026) ↩︎
  6. nabu-rlp-west.de, „Heimische Schlangen“ (aufgerufen am 17.03.2026) ↩︎

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