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Nattern, Ottern, Vipern

Die 7 heimischen Schlangenarten Deutschlands und wie man sie erkennt

Schlangen in Deutschland: Ringelnatter
Ringelnattern gehören zu den häufigsten Schlangenarten in Deutschland. Dennoch finden auch sie immer seltener einen artgerechten Lebensraum Foto: Getty Images
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9. September 2025, 10:40 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

In einigen Ländern dieser Welt gibt es eine Vielzahl von Schlangenarten – manche von ihnen sind hochgiftig. Auch in Deutschland leben Schlangen. PETBOOK stellt die verschiedenen Arten vor und erklärt das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit einer Schlange in unseren Breiten.

Wer Angst vor Schlangen hat, den wird diese Nachricht nicht unbedingt beruhigen: Auch in Deutschland gibt es sieben Schlangenarten in freier Wildbahn. Ernsthafte Sorgen muss sich deshalb aber niemand machen. Denn die bei uns heimischen Schlangen sind zwar teilweise giftig, können einen Menschen aber in der Regel nicht umbringen. Ohnehin trifft man sie nur noch sehr selten an. Denn der natürliche Lebensraum der Schlange schwindet. Wer in Deutschland eine Schlange in der Natur antrifft, kann sich also einen echten Glückspilz nennen.

Schlangen in Deutschland: Diese 7 Arten gibt es

Kreuzotter (Vipera berus)

Hunde Schlangen
Die Kreuzotter ist die Giftschlange, die am häufigsten in Deutschland vorkommt. Auch für Hunde kann die Schlange gefährlich werden. Foto: Getty Images

Die Kreuzotter gehört zu den Vipern und wie alle Vertreter dieser Schlangenfamilie ist ihr Biss giftig. Allerdings ist dieser für einen gesunden Menschen in der Regel nicht tödlich. Das Gift enthält allerdings Enzyme, die das Blut gerinnen lassen und die Organe schädigen können. Im Zweifel sollte man nach einem Schlangenbiss also zur Sicherheit immer ein Arzt aufsuchen. Die Kreuzotter gibt es vor allem in Süddeutschland, aber auch in Norddeutschland kommt sie vor. 1

Äskulapnatter (Elaphe longissima)

Eine Äskulapnatter neben einem Kartoffelacker
Eine Äskulapnatter gehört zu den heimischen Schlangen in Deutschland und findet sich manchmal auch neben einem Kartoffelacker Foto: Getty Images

Wer sich das Apothekenzeichen schon einmal etwas genauer angesehen hat, wird hierauf eine kleine Schlange erkennen. Diese geht auf die griechische Mythologie zurück und zeigt die Äskulapnatter, die auch in Deutschland vorkommt. Die Natter, die bis zu 1,6 Meter lang werden kann, ist – wie alle Nattern – völlig ungiftig und kann bis zu 30 Jahre alt werden. In unseren Breiten werden Äskulapnattern aber leider selten so alt. Meist werden sie vorher Beute von Raubvögeln oder verenden im Straßenverkehr.

Auch interessant: Was tun, wenn man eine Schlange im Garten entdeckt?

Aspisviper (Vipera aspis)

Aspisviper
Die Aspisviper bewohnt in Deutschland ausschließlich die Schwarzwaldregion. Foto: Getty Images

Auch die Aspisviper ist giftig, kann aber, wie die Kreuzotter, einen Menschen in der Regel nicht töten. Diese Viper-Art braucht besonders warme Bedingungen und kommt deshalb nur in den südlichsten Gefilden Deutschlands vor. Dazu gehört zum Beispiel der Schwarzwald. Die Aspisviper ist bei uns stark bedroht, da unbewirtschaftete sonnige Lichtungen und Wiesen, die sie zum Aufwärmen benötigt, inzwischen Mangelware sind. Selten erreichen die Schlangen in freie Wildbahn deshalb ihr Maximalalter von 20 Jahren.

Ringelnatter (Natrix natrix)

Ringelnattern gehören zu den Schlangenarten in Deutschland, die noch vergleichsweise häufig anzutreffen sind. Dennoch wird auch ihr Lebensraum immer kleiner und bedroht das Fortbestehen der Schlange. Sie lebt teilweise im Wasser und teilweise an Land. Bei Gefahr rettet sie sich meist in das nächstgelegene Gewässer. Hier erbeutet sie kleine Fische, Frösche und an Land auch Lurche und andere Kleintiere. Mit bis zu zwei Metern Länge gehört die Ringelnatter zu den größten bei uns lebenden Schlangenarten.

Würfelnatter (Natrix tessellata)

Eine Würfelnatter sonnt sich auf einem Stein
Würfelnattern haben ein auffälliges Muster auf den Schuppen und können gut schwimmen Foto: Getty Images

Entsprechend ihrem Namen trägt die Würfelnatter auf dem Rücken ein braun-schwarzes Würfelmuster. Leider kann man die ungiftige Schlange in Deutschland nur noch sehr selten bewundern. Die Würfelnatter lebt im Wasser und benötigt zur Fortpflanzung und Eilablage geschützte Uferbereiche, die in unseren Breiten inzwischen eine Seltenheit sind. Sie ernähren sich von Fischen, Fröschen und Lurchen, die im Wasser leben. Gelegentlich werden aber auch am Ufer sitzende Tiere als Beute in Betracht gezogen.

Glattnatter (Coronella austriaca)

Glattnatter (Coronella austriaca), in Thymian (Thymus pulegioides), Lechauen, Bayern, Deutschland
Die Glattnatter erkennt man an dem dunklen Seitenstreifen an der Kopfseite der Tiere, der vom Nasenloch über das Auge bis zum Mundwinkel verläuft. Foto: Getty Images

Die Glattnatter wird auch Schlingnatter genannt. Leider ist diese inzwischen deutlich seltener anzutreffen als ihre Verwandte, die Ringelnatter. Die ungiftige Schlange ist die kleinste in Deutschland. Sie wird selten über 70 Zentimeter lang. Die Jungen der Schlangenart kommen lebend zur Welt und sind sofort komplett selbstständig. Die Schlingnatter trägt ihren Namen zu Recht: Ihre Beute, dazu zählen auch andere junge Schlangen, erwürgt sie mit ihren kräftigen Muskeln, bevor sie schließlich im Schlangenmaul landen.

Barrenringelnatter (Natrix helvetica)

Barrenringelnatter (Natrix natrix helvetica) in Wasser
Die Barrenringelnatter ist nur schwer von der Ringelnatter zu unterscheiden. Am ehesten erkennt man die Schlangen an den schwarzen Hinterhauptflecken, die sehr stark ausgeprägt sind. Foto: Getty Images

Erst seit 2017 gilt die Barrenringelnatter als eigene Art. Bis dahin wurde sie stets als Variante der Ringelnatter gesehen. Allerdings haben die beiden Arten auch einiges gemeinsam: Beide sind ungiftig und versprühen bei Gefahr lediglich ein stinkendes Sekret, das Angreifer in die Flucht schlagen soll. Namensgebend sind bei der Barrenringelnatter allerdings die schwarzen Streifen auf den Seiten des Schlangenkörpers.

Giftig, oder nicht?

Oft werden Behörden alarmiert, wenn Menschen Schlangen im Garten finden, weil sie Angst haben, es könnte sich um eine giftige Art handeln. Tatsächlich ist es für Laien gar nicht so einfach, die Schlangen anhand ihrer Farbgebung auseinanderzuhalten. Zumindest für die sieben Schlangenarten in Deutschland gibt es aber ein Merkmal, an dem man die zwei giftigen Schlangenarten von den ungiftigen unterscheiden kann: die Augen. 2

Während unsere heimischen Nattern runde Pupillen haben, sind die Pupillen von Kreuzotter und Aspisviper schlitzförmig. Sollten Sie also eine Schlange in freier Wildbahn entdecken, sollten Sie sich die Augen ansehen. Ist darin ein Schlitz zu sehen, heißt es Abstand halten. Runde schwarze Knopfaugen hingegen verraten, dass es sich hier um eine Natter handelt. Diese können zwar auch zubeißen, tun dies aber nur bei akuter Bedrohung (etwa, wenn man nach ihnen greift) und besitzen kein Gift.

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Blindschleiche – keine Schlange, wird aber gern verwechselt

Blindschleiche auf Moos
Blindschleichen sehen Schlangen zum Verwechseln ähnlich sind aber völlig harmlos. Foto: Getty Images

Mit ihrem langen beinlosen Körper sieht die Blindschleiche einer Schlange zwar ähnlich, doch eigentlich zählt sie zu den Echsen – genauer gesagt zu den Schleichen (Anguidae). Diese umfassen über 70 Arten. Nicht alle davon sehen aus wie Schlangen. So gibt es Exemplare, die voll funktionsfähige Beine mit je fünf Zehen besitzen, andere haben stattdessen nur kleine Stummel. 3

Genau wie bei den Schlangen haben sich diese im Laufe der Evolution zurückgebildet – wahrscheinlich weil sie sich so schneller und auch lautloser an Land oder im Wasser bewegen konnten. Zudem verschafft die Ähnlichkeit zu den echten Schlangen den Blindschleichen einen Vorteil. Denn nicht nur Menschen, auch Tiere und Fressfeinde verwechseln die Echsen mit den giftigen Doppelgängern und halten lieber Abstand.

Verhaltensregeln mit Schlangen in Deutschland

Schlangen in Deutschland sind nicht aggressiv und gehen Zusammentreffen mit Menschen grundsätzlich aus dem Weg. Wer doch einmal einer Schlange begegnet, sollte sich ruhig verhalten und einen großen Bogen um das Tier machen. Erstens gerät die Schlange so nicht unnötig in Panik und wird in ihrem jeweils aktuellen Vorhaben nicht gestört. Zweitens können Laien verschiedene Schlangenarten kaum unterscheiden. Sollte es sich doch um eine giftige Viper handeln und diese zur Abwehr zubeißen, könnten gesundheitliche Komplikationen auftreten. Wer in einer naturnahen Gegend lebt, sollte gerade Kindern frühzeitig beibringen, dass Schlangen weder Haustier noch Spielzeug sind und in Ruhe gelassen werden sollten – nicht zuletzt, um die Schlange nicht zu stören.

Quellen

  1. deutschewildtierstiftung.de, „Heimische Schlangenarten“ (aufgerufen am 09.09.2025) ↩︎
  2. dght.de, „Artensteckbriefe und Bestimmung der heimischen Schlangen“ (pdf-Datei) ↩︎
  3. nabu.de, „Echse ohne Beine – Die Blindschleiche im Porträt“ (aufgerufen am 09.09.2025) ↩︎

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