9. August 2026, 12:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer einen Wurm im Apfel entdeckt, spricht schnell von einer Made. Doch biologisch ist das meist falsch. PETBOOK-Redakteurin und Biologin Saskia Schneider erklärt, worin sich Raupen, Larven und Maden unterscheiden und woran Sie die Tiere erkennen können.
Larve ist ein Überbegriff
Als Larve bezeichnet man ein Stadium von Lebewesen, die keine direkte Entwicklung vom Ei zum geschlechtsreifen Tier durchlaufen. Ein Beispiel: Schlüpfen Vögel aus einem Ei, besitzen die Tiere schon alle körperlichen Merkmale und Organe wie das erwachsene Tier – wenn auch noch nicht immer fertig ausgebildet. Bei Tieren wie Insekten ist das anders. Sie schlüpfen als Larve aus dem Ei und können völlig anders aussehen und damit auch andere Fähigkeiten haben als im adulten Stadium, also als erwachsenes Insekt.
Libellenlarven etwa leben im Wasser und können auch unter Wasser atmen. Als erwachsene Insekten leben sie hingegen an Land und können fliegen. Um von einem zum anderen Stadium zu gelangen, müssen viele Umbauprozesse im Körper stattfinden, was man auch als Metamorphose bezeichnet. Diese findet bei Insekten im sogenannten Puppenstadium statt.
Übrigens: Nicht nur bei Insekten gibt es ein Larvenstadium. Auch viele Amphibien entwickeln sich vom Ei über eine Larve zum adulten Tier. Das bekannteste Beispiel sind die Kaulquappen der Frösche.
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Ist es lang und hat es mehr als sechs Beine, ist es eine Raupe
Als Raupen bezeichnet man in der Regel die Larven der Schmetterlinge. Sie haben einen spezifischen Körperaufbau und lassen sich damit gut von anderen Insektenlarven unterscheiden.
Auch wenn der Körper der Raupe erst einmal recht gleichförmig wirkt, kann man ihn in drei Bereiche unterteilen:
- Den Kopf, der bei den meisten Arten sklerotisiert ist, also eine harte Außenschicht besitzt
- Die Brust, bestehend aus den ersten drei Segmenten nach dem Kopf, an denen jeweils zwei Beine sitzen
- Den Hinterleib, auch Abdomen genannt, an dem meist ebenfalls Beinchen sitzen. Bei diesen handelt es sich aber nicht um echte Gliedmaßen, sondern um sogenannte Bauchbeine. Diese finden sich fast immer auch am letzten Segment und werden auch als Nachschieber bezeichnet.
Raupen sind übrigens nicht immer bunt. Denn zu der Gruppe der Schmetterlinge gehören auch Nachtfalter. Ihre Larven sind meist unauffälliger gefärbt, um in ihrer Umgebung perfekt getarnt zu sein.
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Hat es keine Beine, ist es eine Made
Im Gegensatz zu Raupen haben Larven, die als Maden bezeichnet werden, keinerlei Extremitäten, sprich Beine. Somit ist auch keine Unterteilung in einzelne Körperabschnitte erkennbar – nur der Kopf ist meist vom Körper abgesetzt und wie bei den Raupen sklerotisiert, also verhärtet. 1
Oft wird behauptet, als Maden würden explizit die Larven der Zweiflügler (Diptera) bezeichnet werden – dazu gehören etwa Fliegen. Das ist allerdings nicht ganz korrekt. Denn auch die Larven der Apoidea, zu denen etwa Honigbienen, Wespen und Hummeln gehören, besitzen keine Extremitäten. Daher bezeichnet man auch sie als Maden. Allerdings begegnet man ihnen im Alltag kaum, es sei denn, man ist Imker. Fliegenmaden hingegen hat jeder schon einmal gesehen. Sei es im Müll, bei schlecht gewordenen Lebensmitteln oder auch auf Aas und Fäkalien.
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Und was ist mit der Made im Apfel?
Der sprichwörtliche Wurm im Apfel ist weder Wurm noch Made. Stattdessen handelt es sich um die Larve des Apfelwicklers (Cydia pomonella) – und damit um eine Raupe.2 Sieht man sich die Insekten genauer an, erkennt man, dass die vermeintliche Made kleine Beinchen hat und sich damit eindeutig als Raupe ausweist.