Hätten Sie die Tier-Frage bei „Wer wird Millionär?“ gewusst?
Wissen Sie welchen Tier dieses Balzverhalten zeigt? Ist es der Pottwal, der Tigerhai, das Leistenkrokodil oder der Weißkopfseeadler? Foto: picture alliance/dpa/RTL | Stefan Gregorowius
Wer macht, um Weibchen zu beeindrucken, Zischlaute, spritzt Wasser aus der Nase und erzeugt Luftblasen?
Einmal bei Günther Jauch im Studio von „Wer wird Millionär?“ sitzen und die Chance auf sage und schreibe 1 Million Euro haben. Für Maximilian Sonntag war das fast zum Greifen nahe, aber eben auch nur fast. Nicht nur er, sondern auch sein Telefonjoker scheiterten in der Sendung vom 23.02.2026 an einer tierischen 64.000-Euro-Frage. Hätten Sie die Frage geknackt?
Sonntag hatte bei drei Fragen zuvor laut Jauch „perfektes Jokerglück“: Dreimal in Folge hatte er auf seine Joker zurückgegriffen. Jedes Mal hätte er mit seiner eigenen Antwort daneben gelegen, aber dank der Joker kam er der 1-Millionen-Euro-Frage verdächtig nah. Wäre da nicht die 64.000-Euro-Frage gewesen, die da lautete:
Telefonjoker konnte nicht weiterhelfen
Wer macht, um Weibchen zu beeindrucken, Zischlaute, spritzt Wasser aus der Nase und erzeugt Luftblasen?
Während Günther Jauch die Zischgeräusche des gesuchten Tieres imitiert, grübelt Sonntag, nachdem ihm der Telefonjoker auch nicht weitergeholfen hatte. Aufmerksame PETBOOK-Leser könnten sich an der Stelle nun zurücklehnen, die Arme ganz gelassen hinter den Kopf verschränken und guten Gewissens die Frage richtig beantworten, oder? Die Antwort ist natürlich C: Leistenkrokodil, oder wie Günther Jauch es sagte: „Es ist eine Art Love Language der Leistenkrokodile.“
Liebe liegt in der Luft – und im Wasser der Leistenkrokodile
Romantik à la Leistenkrokodil klingt erstmal wenig schmeichelhaft – ist aber ziemlich raffiniert. Zur Paarungszeit fahren die Männchen ein beeindruckendes Balzprogramm auf: Sie stoßen markante Zischlaute aus, lassen Wasser wie einen kleinen Geysir aus der Nase schießen und produzieren auffällige Luftblasen an der Oberfläche. Manche Exemplare trommeln zusätzlich mit dem Kopf auf das Wasser. Kurz gesagt: viel Show, viel Sound, viel Spritzwasser, oder wie Günther Jauch sagt: „Das volle Programm“.
Und das Ganze kommt an. Forschende der University of the Sunshine Coast beobachteten, dass genau diese Wasserfontänen und Geräusche Teil des Balzverhaltens sind – und bei den Weibchen offenbar Eindruck machen. Während diese selbst eher knurren, etwa beim Bewachen ihres Nests, übernehmen die Männchen die akustische und visuelle Inszenierung. Eine tierische „Love Language“, die funktioniert.1,2,3
Wenn Liebe beim Artenschutz hilft
Die Ergebnisse der Studie zeigen aber nicht nur, wie raffiniert Krokodile um die Gunst ihrer Partner werben. Sie liefern auch wichtige Hinweise darauf, wie komplex das Sozialleben der Tiere tatsächlich ist. Die Forschenden gehen inzwischen davon aus, dass Leistenkrokodile stärker miteinander interagieren und sensibler auf Veränderungen in ihrem Umfeld reagieren als lange angenommen.
Für den Artenschutz ist das entscheidend. Wird ein Tier aus einem Gebiet entfernt oder umgesiedelt, kann das bestehende Strukturen durcheinanderbringen. Je besser Forschende die Kommunikations- und Verhaltensmuster verstehen, desto gezielter lassen sich Management- und Schutzmaßnahmen planen.
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