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Warum ein Igeltor im Gartenzaun viel bewirken kann

Ein Igel läuft durch ein Igeltor
Im englischsprachigen Raum sind sogenannte Hedgehog Highways, also Igeltore, bereits sehr verbreitet und lustig inszeniert Foto: Getty Images
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Felix Mildner

26. Oktober 2025, 15:56 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer seinen Garten tierfreundlich gestalten möchte, denkt meist an Blühwiesen oder Insektenhotels. Doch ein kleines Detail mit großer Wirkung wird dabei oft übersehen – das Igeltor im Gartenzaun. Es ist nicht nur eine effektive Hilfe für Igel auf Wanderschaft, sondern kann zugleich auch ein charmantes Gestaltungselement im Garten sein. Ein Experte erklärt, worauf es bei der Umsetzung ankommt – und wie man den Garten noch igelfreundlicher gestalten kann.

Kleine Öffnung, große Wirkung

Ein Igeltor erleichtert Igeln den Zugang zu verschiedenen Gartenflächen – und erfreut damit nicht nur Tierfreunde, sondern auch Naturschutzorganisationen. So erklärt NABU-Sprecher Julian Heiermann auf myHOMEBOOK-Anfrage (gehört wie PETBOOK zur BOOK family von Axel Springer), dass dies eine „prima Idee“ sei. Der Gedanke dahinter sei einfach, aber sehr wirkungsvoll: „Öffnungen in Zäune schneiden, um diese für Igel passierbar zu machen.“

Damit sich die Tiere beim Durchqueren nicht verletzen, empfiehlt Heiermann, die Öffnung mit einem stabilen Rahmen zu versehen: „Scharfe Kanten oder spitze Zaunelemente lassen sich dadurch gut ‚entschärfen‘, sodass sich Igel und andere Tiere daran nicht verletzen.“

Ein solcher Rahmen könne zudem dekorativ gestaltet sein – mit einem weiteren positiven Nebeneffekt: „Auf das Problem der oft nicht passierbaren Grundstückseinfriedungen durch Zäune aufmerksam machen.“ Und auch optisch können Igeltore punkten: „Einfach Löcher sehen natürlich nicht so schön aus wie solche Tore, die den Garten damit auch optisch aufwerten können.“

Maße, Material und Standort – das ist beim Igeltor wichtig

Damit das Tor seinen Zweck erfüllt, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Besonders die Größe ist entscheidend: „Ein Maß von 13 mal 13 cm ist hier sehr gut geeignet.“ Auch das Material spielt eine Rolle – insbesondere dessen Herkunft und Verarbeitung. „Wenn Holz verwendet wird, dann eignet sich heimisches Holz aus ökologischer Waldwirtschaft“, so Heiermann. Als Orientierung können Zertifikate wie FSC oder das Naturland-Siegel dienen.

Robuste Holzarten wie Eiche, Robinie oder Lärche seien laut Heiermann besonders geeignet. Wer das Holz zusätzlich schützen möchte, sollte dabei auf umweltfreundliche Farben setzen. Das Umweltzeichen Blauer Engel kann hier bei der Auswahl helfen.

Auch der richtige Standort will gut überlegt sein. „Bezüglich Platzierung eignen sich Gartenecken, damit Igel die Öffnungen leichter finden. Auf der anderen Seite sollten keine Gefahren lauern, wie etwa eine Straße, Schächte oder Pools, in die Igel hineinfallen können.“

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Keine Gefahr durch unerwünschte Gäste

Ein häufig genannter Kritikpunkt an Igeltoren ist die mögliche Mitnutzung durch andere Tiere – etwa Marder oder Ratten. NABU-Experte Heiermann sieht das jedoch gelassen: „Marder dürften jeden Zaun ohnehin überklettern können und Ratten können sich durch sehr enge Schlitze zwängen.“ Die Sorge, dass ein Igeltor zusätzliche Zugänge für diese Tiere schafft, sei daher unbegründet.

Mehr Lebensraum schaffen – so wird der Garten igelfreundlich

Wer Igel dauerhaft unterstützen möchte, sollte über das Igeltor hinaus an eine naturnahe Gartengestaltung denken. Totholzhaufen, heimische Sträucher und Versteckmöglichkeiten bieten Igeln geschützte Lebensräume. Auch Laubhaufen liegenzulassen, kann bedrohten heimischen Arten helfen.

Gleichzeitig sollten potenzielle Gefahrenquellen vermieden werden – etwa offene Schächte, scharfe Gartenwerkzeuge oder giftige Pflanzen. Ein igelfreundlicher Garten braucht also keine große Umgestaltung – schon kleine Maßnahmen wie ein Igeltor können einen entscheidenden Unterschied machen.

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