30. Oktober 2026, 17:10 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein Waldspaziergang endete für einen einjährigen English Springer Spaniel im österreichischen Burgenland tödlich: Nachdem der Hund im Laub offenbar einem Feuersalamander begegnet war, bekam er heftige Krämpfe und starb innerhalb einer Viertelstunde. Eine Obduktion bestätigte laut Medienbericht eine Vergiftung durch das Sekret des Tieres. Der Fall verunsichert viele Hundehalter. PETBOOK hat beim NABU nachgefragt.
Warum Feuersalamander giftig sind
Feuersalamander produzieren in ihren Hautdrüsen am Kopf und am Rücken ein giftiges Sekret, mit dem sie Fressfeinde abwehren. Die Flüssigkeit enthält sogenannte Salamander-Alkaloide, darunter etwa das Nervengift Samandarin. Gelangt es in größerer Menge in Maul oder Nase eines Hundes, kann es unter anderem Krämpfe und Atemprobleme auslösen. Besonders gefährlich wird es, wenn ein Hund den Salamander ins Maul nimmt oder hineinbeißt.
Silvia Teich, Pressesprecherin des NABU, erklärt gegenüber PETBOOK: „Grundsätzlich sind Feuersalamander nicht gefährlich, kann aber Hautreizungen und Übelkeit bei Menschen verursachen. Ihr Gift dient der Abwehr von Fressfeinden und soll die Haut vor Pilzen schützen.“
Auch Menschen sind nicht vor dem Gift geschützt. Auch wenn das Sekret für uns nicht unbedingt tödlich ist, löst es bei Kontakt mit der Haut Reizungen aus. Gelangt es ins Auge oder in den Mund kann das zu Atemnot, Krämpfen, Übelkeit und Erbrechen führen. Silvia Teich warnt: „Man sollte Feuersalamander niemals berühren, hochnehmen, streicheln o.ä. Es sind Wildtiere, die in einer solchen Situation in Panik geraten und dann ihr Gift absondern können. Daher: Immer nur beobachten, niemals anfassen. Das ist für Mensch und Tier sicherer.“
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Ist der Kontakt für Hunde immer tödlich?
Eine Begegnung endet nicht automatisch mit einer schweren Vergiftung. Das Risiko hängt unter anderem von der aufgenommenen Giftmenge, der Art des Kontakts sowie von Größe und Gesundheitszustand des Hundes ab.
In österreichischen Medien ist unter Berufung auf einen Veterinärmediziner von bis zu 30 tödlichen Fällen pro Jahr die Rede. Eine öffentlich zugängliche Statistik, die diese Zahl bestätigt, wird jedoch nicht genannt. Nach Einschätzung des NABU handelt es sich bei getöteten Hunden um Einzelfälle.1
Diese Symptome sind Warnzeichen
Hatte ein Haustier Kontakt mit dem Sekret eines Feuersalamanders können folgende Beschwerden schnell auftreten:
- starkes Speicheln
- Würgen oder Erbrechen
- Zittern und Krämpfe
- unsicherer Gang
- Schwäche oder Bewusstseinsstörungen
- Atemprobleme
Zeigt ein Hund oder eine Katze solche Symptome, handelt es sich um einen tiermedizinischen Notfall.
Was Hundehalter im Notfall tun sollten
Hat der Hund einen Feuersalamander abgeleckt, ins Maul genommen oder gebissen, sollten Halter sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen. Wichtig ist, den Hund und Salamander zu trennen, ohne das Wildtier mit bloßen Händen anzufassen.
Ob das Maul oder die Schleimhäute gespült werden sollten, können Sie bereits telefonisch mit einer Tierarztpraxis klären. Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten die Fahrt in die Klinik allerdings nicht verzögern.
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So lassen sich Begegnungen vermeiden
Feuersalamander leben vor allem in feuchten Laub- und Mischwäldern. Sie verstecken sich unter Laub, Totholz oder Steinen und sind besonders bei Regen aktiv. In entsprechenden Gebieten sollten Hunde an kurzer Leine bleiben und nicht unbeaufsichtigt im Laub oder Unterholz stöbern.2
Auch der Feuersalamander ist bedroht
Feuersalamander sind in Deutschland besonders geschützt. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Eine große Gefahr für die Amphibien ist die Salamanderpest Bsal, berichtet Teich. „Spaziergänger und Hunde können den Pilz weiterverbreiten gegen den unsere heimischen Schwanzlurche keine Abwehrkraft besitzen“, heißt es weiter. Nach Spaziergängen in betroffenen Gebieten sollten Halter daher Erde von Schuhen und Hundepfoten entfernen.