19. August 2025, 5:58 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Den meisten überkommt ein eiskalter Schauer, wenn es um Kakerlaken geht. Doch einige Kakerlakenarten brillieren mit außergewöhnlichen Eigenschaften – zum Beispiel die Fauchschabe (Romphadorhina portentosa). Dabei ist der Name Programm: Dieser Krabbel-Exot kann fauchen. Warum die Fauchschabe das kann und welche Besonderheiten sie außerdem auszeichnen, erfahren Sie hier.
Aussehen
Die Fauchschabe ist schwarz-bräunlich und ist mit einem besonders markanten, segmentierten, harten Panzer bestückt. Obendrein haben sie lange Fühler. Diese kommen als Werkzeug und Orientierungshilfe zum Einsatz. Anders als andere Kakerlakenarten haben Fauchschaben keine Flügel. Ebenso haben sie keine Federn oder Fell – sie sind also besonders allergikerfreundlich.
Fauchschaben sind je nach Geschlecht unterschiedlich groß: Weibchen werden 8 cm und die Männchen 5 cm lang. Ein weiterer Unterschied zwischen den Geschlechtern: Die Männchen haben auf ihren Halsschildern zwei Hörner.
Verhalten
Fauchschaben sind dämmerungsaktiv: Sobald es dunkel wird, kommen sie aus ihren Verstecken und gehen auf Nahrungssuche. Ursprünglich kommen die Insekten aus Madagaskar vor der Südostküste Afrikas. Dort leben sie eigentlich in trockeneren Wäldern, sind aber hohe Luftfeuchtigkeiten gewohnt. Die Männchen haben Reviere. Um diese gegen andere Männchen zu verteidigen, haben sie eine ganz besondere Strategie: sie fauchen. Durch Atemlöcher – sogenannte Tracheen – am Hinterleib pressen sie stoßartig Luft, was als Fauchen wahrgenommen wird. Wenn sie nicht gerade mit ihren Artgenossen rangeln, setzen sie das Fauchen auch gegen andere tierische Bedrohungen aus dem Tierreich ein – zum Beispiel bei anderen Insekten oder bei ihren natürlichen Fressfeinden.
Fauchschaben sind trainierte Kletterer: Das können sie besonders gut, weil sie in den Wäldern Madagaskars sich oft auf Ästen tummeln, um sich dort von Blättern ernähren zu können. Eine Fauchschabe kommt selten allein: Sie leben in Symbiose mit Milben der Art Histiostomatidae. Besonders daran ist, dass die beiden Arten dabei voneinander profitieren – das nennt man Mutualismus. Wichtig für Halter: Die Milben sind unschädlich für Menschen.
Bei der Fortpflanzung zeichnen sich die Fauchschaben ebenfalls durch eine Besonderheit aus: Sie pflanzen sich ovovivipar fort. Das bedeutet, dass sich die Eier im Mutterleib entwickeln und dort auch vor der Geburt schlüpfen.
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Ernährung
Fauchschaben sind pflegeleichte Allesfresser – doch auf die Qualität des Futters sollte man achten. Besonders beliebt sind belaubte Zweige, dabei sollten diese unbehandelt und ungespritzt sein. Frisches Obst mögen die Insekten auch gerne – hier ist es wichtig, dieses regelmäßig auszutauschen, um Schimmel vorzubeugen. Von stark zuckerhaltigen oder hochverarbeiteten Lebensmitteln sollte Abstand genommen werden.
Richtige Haltung und Pflege
Fauchschaben achten auf ihre Pflege – sie putzen und reinigen sich regelmäßig selbst.
Bei ihrer Unterbringung sind sie relativ anspruchslos – wobei auf Temperaturen von 25 bis 30 Grad und auf eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 70 % geachtet werden muss.
Ideal für die Haltung der Fauchschaben ist ein Terrarium mit Abdeckung – die Kletterprofis würden ohne diese ganz einfach ausbüxen können. Innen sollte eine Schicht Erde oder Einstreu mindestens 5 cm als Boden ausgebreitet werden. Diesen kann man leicht mit einer Sprühflasche befeuchten, um die Luftfeuchtigkeit sicherzustellen – nur zu nass sollte es nicht werden. Schaben ziehen sich tagsüber gerne zurück. Eine ideale Einrichtung beinhaltet daher viele Unterschlupfmöglichkeiten wie Rinde oder Eierkartons. Damit sich die Insekten beim Klettern austoben können, dürfen auch Kletteräste nicht fehlen.Bei guter Pflege und Versorgung können Fauchschaben bis zu drei Jahre alt werden.