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Das verrückteste Säugetier der Welt?

Sie legen Eier und geben Milch! 7 kuriose Fakten zum Schnabeltier

Ein Schnabeltier im Wasser
Das Schnabeltier vereint Eigenschaften, die so kaum ein Tier besitzt – PETBOOK verrät 7 spannende Fakten über das außergewönliche Säugetier Foto: Getty Images
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

9. Juni 2026, 13:01 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ein Tier, das Eier legt, Milch produziert, unter UV-Licht leuchtet, ein Gift besitzt und Beute mit elektrischen Signalen aufspürt? Das klingt eher nach einem Fabelwesen aus dem Harry-Potter-Universum als nach einem echten Säugetier. Doch all diese Eigenschaften vereint das Schnabeltier in sich. Seit seiner Entdeckung sorgt das australische Tier bei Wissenschaftlern für Staunen – und selbst heute kommen immer wieder neue Überraschungen ans Licht. PETBOOK stellt sieben faszinierende Fakten über das Schnabeltier vor.

1. Schnabeltiere sind Säugetiere – legen aber Eier

Das Schnabeltier vereint Eigenschaften, die eigentlich nicht zusammenpassen: Es hat Fell und gehört eindeutig zu den Säugetieren, vermehrt sich aber durch Eier. Damit zählt es zu den Kloakentieren, einer uralten Säugetiergruppe, von der heute nur noch Schnabeltiere und Ameisenigel existieren. 1

Die Weibchen legen ein bis drei weichschalige Eier, aus denen nach kurzer Zeit die Jungtiere schlüpfen. Diese ungewöhnliche Kombination aus Säugetier- und Reptilienmerkmalen macht das Schnabeltier zu einem der außergewöhnlichsten Tiere der Welt. Der Genetiker Francis Collins beschrieb es deshalb einmal als „einen evolutiven Verkehrsunfall“.

2. Ihr Fell leuchtet unter UV-Licht

Schnabeltiere sehen normalerweise unscheinbar braun aus. Doch unter ultraviolettem Licht zeigen sie eine überraschende Eigenschaft: Ihr Fell leuchtet grün bis türkis. Wissenschaftler entdeckten dieses Phänomen bei mehreren Schnabeltier-Exemplaren aus Museumsbeständen, wie das Wissenschaftsmagazin „Scinexx“ berichtet. 2

Das Fell absorbiert dabei UV-Licht und sendet es als sichtbares Licht mit längerer Wellenlänge wieder aus. Dieses sogenannte „Biofluoreszieren“ wurde zuvor bereits bei einigen nachtaktiven Säugetieren wie Flughörnchen und Opossums beobachtet.

Warum Schnabeltiere unter UV-Licht leuchten, ist noch nicht endgültig geklärt. Forscher vermuten jedoch, dass die Eigenschaft mit ihrem dämmerungs- und nachtaktiven Lebensstil zusammenhängen könnte. Das Schnabeltier ist außerdem das erste bekannte Kloakentier, bei dem Biofluoreszenz nachgewiesen wurde.

3. Schnabeltier-Babys trinken Milch aus dem Fell der Mutter

Schnabeltiere legen nicht nur Eier, sie füttern ihren Nachwuchs auch auf eine ungewöhnliche Weise. Anders als andere Säugetiere besitzen die Weibchen keine Zitzen. Stattdessen produzieren spezielle Milchdrüsen die nahrhafte Muttermilch, die über die Haut abgegeben wird. Die Milch sammelt sich im Fell am Bauch der Mutter, wo die Jungtiere sie einfach auflecken. 3

Die ersten Monate verbringen die kleinen Schnabeltiere gut versteckt im Bau. Erst nach etwa drei bis fünf Monaten wagen sie sich zum ersten Mal nach draußen. Bis sie vollständig erwachsen sind, dauert es allerdings deutlich länger: nämlich bis zu 18 Monate.

4. Schnabeltiere gehören zu den giftigsten Säugetieren der Welt

Wer glaubt, Schnabeltiere seien harmlose Wasserbewohner, irrt gewaltig. Die Männchen besitzen an ihren Hinterbeinen einen Giftsporn, mit dem sie vor allem während der Paarungszeit zustechen können. Das Gift ist für Menschen zwar in der Regel nicht tödlich, verursacht jedoch extrem starke Schmerzen, die tagelang oder sogar wochenlang anhalten können. Damit zählt das Schnabeltier zu den giftigsten Säugetieren der Welt – eine Fähigkeit, die unter Säugetieren äußerst selten ist.

Mit diesem Giftsporn verteidigen sich männliche Schnabeltiere vor allem während der Paarungszeit
Mit diesem Giftsporn verteidigen sich männliche Schnabeltiere vor allem während der Paarungszeit Foto: Getty Images

Mehr über das außergewöhnliche Gift des Schnabeltiers erfahren Sie in unserem PETBOOK-Artikel: „Warum das Schnabeltier zu den giftigsten Tieren der Welt gehört“.

5. Viele hielten das Schnabeltier zunächst für eine Fälschung

Heute ist das Schnabeltier weltberühmt – doch als es Ende des 18. Jahrhunderts erstmals in Europa vorgestellt wurde, glaubte kaum jemand an seine Existenz. Das Tier wirkte wie eine absurde Mischung aus Ente, Biber und Säugetier: Es hatte einen Entenschnabel, dichtes Fell und Schwimmhäute. Selbst erfahrene Naturforscher vermuteten zunächst einen Scherz und glaubten, jemand habe verschiedene Tierteile zusammengenäht. Erst nach genauer Untersuchung wurde klar: Das bizarre Wesen war echt. Damit begann die wissenschaftliche Karriere eines Tieres, das bis heute als eines der außergewöhnlichsten Geschöpfe der Erde gilt.

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6. Schnabeltiere haben einen sechsten Sinn

Während andere Tiere ihre Beute sehen, hören oder riechen, verlässt sich das Schnabeltier auf eine fast schon übernatürlich wirkende Fähigkeit. Beim Tauchen schließt es Augen, Ohren und Nasenlöcher komplett – und jagt trotzdem erfolgreich. In seinem Schnabel sitzen Tausende Sinneszellen, die winzige elektrische Signale wahrnehmen können, die von den Muskelbewegungen anderer Tiere ausgehen. 4

So spürt das faszinierende Säugetier Würmer, Insektenlarven und kleine Krebse selbst dann auf, wenn sie tief im Schlamm verborgen sind. Eine solche Fähigkeit ist unter Säugetieren extrem selten und sonst vor allem von Haien und Rochen bekannt.

7. Ihr Fell enthält einzigartige Pigmentstrukturen

Als wäre das Schnabeltier nicht schon ungewöhnlich genug: Forscher entdeckten in seinen Haaren winzige hohle Pigmentkörperchen, sogenannte Melanosomen. Diese Strukturen speichern den Farbstoff Melanin, der für die Fellfarbe verantwortlich ist. Das Besondere daran: Solche hohlen Melanosomen waren bisher nur von Vögeln bekannt und wurden noch bei keinem anderen Säugetier nachgewiesen.

Trotzdem verleihen sie dem Tier keine auffälligen Farben, sondern lediglich sein typisches braunes Fell. Warum die Tiere diese einzigartige Fellstruktur besitzen, ist bislang noch ungeklärt.5

Quellen

  1. ndr.de, „Das Schnabeltier“ (aufgerufen am 09.06.2026) ↩︎
  2. scinexx.de, „UV-Licht lässt Schnabeltier im Dunkeln leuchten“ (aufgerufen am 09.06.2026) ↩︎
  3. tierchenwelt.de, „Schnabeltier“ (aufgerufen am 09.06.2026) ↩︎
  4. scinexx.de, „Schnabeltiere jagen mit Elektrosinn“ (aufgerufen am 09.06.2026) ↩︎
  5. Dobson, J. L., Babarović, F., Xie, W., Nicolaï, M. P. J., Debruyn, G., De Clerck, K., Shawkey, M. D., & D'Alba, L. (2026). A unique hollow melanosome morphology in the hairs of the platypus Ornithorhynchus anatinus. Biology Letters. ↩︎

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